Geben sie Ihrer Oberfläche den letzten Schliff

Mit Sicherheit geht es den meisten Lesern hier genau so wie mir: Sie haben bestimmt auch keinen eigenen Raum nur für die Oberflächenbehandlung. Das hat natürlich einige Nachteile. So kann sich beispielsweise während der Trockenzeit Staub auf die frisch lackierte oder geölte Oberfläche setzen. Jetzt können Sie einfach darüber hinwegsehen, oder eine solche Oberfläche noch einmal schleifen und einen weiteren Lack- Lasur- oder Ölauftrag machen. Eventuell wird die Oberfläche dann perfekt. Natürlich hilft es auch, wenn Sie vorher die Werkstatt reinigen und es vermeiden Staub aufzuwirbeln.

Es gibt aber noch eine Möglichkeit die Oberfläche zu verbessern: Ein Feinstschliff.

Dazu verwenden Sie ein sehr feines Schleifmittel ab Körnung 2.000 (nein, da ist keine Null zu viel). Mit so einem feinen Schleifmittel können Sie schichtbildende Oberflächenmittel wie Lacke, Lasuren oder Hartwachsöl schleifen, ohne hinterher eine neue Schicht auftragen zu müssen. Ein Schliff mit Körnung 2.000 ergibt eine seidenglänzende Oberfläche. Schleifen Sie noch feiner, erzeugen Sie immer mehr Glanz. Eine mit Korn 5.000 geschliffene Oberfläche glänzt dann schon ganz ordentlich.

Die Öberfläche, egal ob Öl oder Lack, muss vollständig durchgehärtet sein.

Die Öberfläche, egal ob Öl oder Lack, muss vollständig durchgehärtet sein.

Das Schleifmittel setzt sich weniger zu, wenn Sie es leicht befeuchten.

Das Schleifmittel setzt sich weniger zu, wenn Sie es leicht befeuchten.

Das Schleifmittel, ein Papier ist das in der Regel nicht mehr, sollten Sie etwas anfeuchten, dann setzt es sich nicht so schnell zu. In der Regel sind die Schleifscheiben auf einem Schaumstoffträger, nicht gelocht und wasserfest. Sie können Sie sogar auswaschen, trocknen lassen und erneut verwenden. Den Schliff selbst können Sie von Hand, mit der Maschine oder mit einem Schleifklotz machen. Wichtig ist nur, dass Sie ohne Druck arbeiten und bei der Schleifmaschine die Drehzahl reduzieren, damit weniger Wärme entsteht. Denn Wärme führt dazu, dass die Oberfläche weich wird und schmiert. Da das Schleifmittel feucht benutzt wird, müssen Sie unmittelbar nach dem Schleifen die Fläche mit einem weichen Tuch trocken wischen.

Nicht nur hierbei sind diese Schleiklötze sehr praktisch.

Nicht nur hierbei sind diese Schleiklötze sehr praktisch.

Der Hookit Teller von 3M ist ein seh nützlicher Helfer beim Schleifen.

Der Hookit Teller von 3M ist ein seh nützlicher Helfer beim Schleifen.

Größere Flächen können Sie mit dem Exzenterschleifer bearbeiten.

Größere Flächen können Sie mit dem Exzenterschleifer bearbeiten.

Dieser feine Schliff beseitigt nicht nur Staubeinschlüsse, sondern egalisiert auch noch die Oberfläche. Kleine Pinselspuren oder Spuren von einer Rolle verschwinden. sogar eine leichte Orangenaut nach einem zu dicken Lackauftrag können Sie so entfernen, ohne noch einmal alles abschleifen und lackieren zu müssen.

Es gibt allerdings auch Grenzen. So lassen sich nicht alle Oberflächen auf diese Weise behandeln. Ist die Oberfläche zu weich, wie bei einigen Lasuren oder Wachsen, lässt sie sich nicht gut schleifen. Bei den meisten Lacken und Hartwachsölen funktioniert das allerdings sehr gut. Bei Hartwachsöl (z.B. OSMO Hartwachsöl) ist es sogar möglich den Glanzgrad drastisch zu erhöhen. Wasserlack kann, wenn er dick genug aufgetragen wurde und gut durchgehärtet ist, hochglänzend auspoliert werden. Dann müssen Sie allerdings nach dem Schliff mit Korn 5.000 noch eine Polierpaste verwenden.

Die Schleifmittel sind auch für Mineralwerkstoffe geeignet.

Die Schleifmittel sind auch für Mineralwerkstoffe geeignet.

So sieht die fertige Oberfläche aus.

So sieht die fertige Oberfläche aus.

Sie sehen also, kleine Staubeinschlüsse oder eine etwas raue Oberfläche, sind nicht gleich ein Grund alles noch einmal abzuschleifen und eine neue Schicht aufzutragen. Viele Fehler lassen sich auf diese Weise ausbügeln und so manche bereits gut gelungen Oberfläche wird mit einem so feinen Schliff noch schöner. Probieren Sie es einfach mal aus.

Die verwendeten Produkte:

Den gelben Schleifklotz finden Sie mit den Suchbegrifen „Schleifklotz 150mm“ von verschiedenen Herstellern bei unterschiedlichen Anbietern. Den Handteller mit Schlaufe kenne ich nur von 3M unter dem Begriff „HookIt Handteller“. Die Schleifmittel in diesen sehr feinen Körnungen gibt es beispielsweise von Mirka unter „Abralon“ oder von Festool unter „Platin 2“

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

20.09.2018

Hallo Heiko, meinst Du, dass ich das Natural Möbel Hartöl auch so polieren und zum Glänzen bringen kann oder muss es ein Hartwachsöl sein? Noch eine andere Frage, die hier und da mal behandelt wurde, aber ich habe alles beherzigt und trotzdem entstehen beim Schleifen mit dem Mirka Exzenterschleifer und Abranet ganz kleine Schleifrillen / Ringe, die nach dem Ölen dann vor allem sichtbar werden. Das Schleifpapier ist neu und ich habe von 80 bis hoch auf 320 in kleinen Schritten geschliffen, erst quer dann längs. Hast Du noch eine Idee woran das liegen könnte? Der Schleifer war auch der höchsten Stufe. Könnte es daran liegen? Danke Dir in Voraus! Viele Grüße Benjamin

21.09.2018

Hallo Benjamin, Öle ohne Wachs wirst du damit nicht glänzender bekommen. Denn das Wachs ist die Komponente, die für den Glanz sorgt. Was die Kringel beim Schleifen angeht, so können diese mehrere Ursachen haben: - Zu viel Druck beim Schleifen - Keine Absaugung angeschlossen - Zu große Sprünge bei den Körnungen (immer nur eine Körnung überspringen) - Die Spuren der groben Körnungen wurden mit den mittleren Körnungen nicht sauber ausgeschliffen. - Zu großer Schwingkreis der Schleifmaschine, nicht über 5mm. Wenn du alle diese Fehlerquellen ausschließen kannst, bleibt dir nur noch ein finaler Schliff von Hand in Maserrichtung. Gruß Heiko

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