Dieser Tisch klappt richtig gut

Ich finde Ablageflächen neben dem Arbeitsplatz oder direkt neben einer Maschine sehr praktisch. Vor allem dann, wenn sie etwas tiefer als die Arbeitshöhe sind. Dann kann man dort etwas ablegen, ohne dass es beim Arbeiten im Weg ist. So finden beispielsweise Werkstücke, Werkzeug oder einfach nur den Gehörschutz dort ihren Platz. Und wenn diese Ablagen nur bei Bedarf vorhanden sind, stören sie auch weniger in der Werkstatt. Bisher habe ich mir hier mit einem Rollcontainer geholfen. Zum Beispiel neben dem Frästisch. Das funktioniert zwar gut, aber eine klappbare Ablage scheint mir doch praktischer zu sein.

Klapptisch statt Rollcontainer.

Klapptisch statt Rollcontainer.

Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich und sie möchten auch eine klappbare Fläche neben der Werkbank, am Frästisch, oder sonst irgendwo haben. Kein Problem, hier ist die Bauanleitung für einen solchen Klapptisch.

Der Bau hat ein paar kleine Tücken, wenn der Klapptisch wirklich flach zusammengeklappt werden soll. Ein erster Probeaufbau stellte sich als nicht so clever heraus, da die Schrauben der Scharniere im Weg waren und der Tisch sich daher nicht flach klappen ließ. Also umdenken und etwas tüfteln. Die zweite Lösung funktioniert besser.

Der erste Versuchsaufbau war nicht ideal. Viel zu klobig und die Scharniere klappen nicht flach zusammen..

Der erste Versuchsaufbau war nicht ideal. Viel zu klobig und die Scharniere klappen nicht flach zusammen..

Die Tüftelei bis zur funktionierenden Lösung dauerte länger, als der anschließende Bau des Klapptisches.

Die Tüftelei bis zur funktionierenden Lösung dauerte länger, als der anschließende Bau des Klapptisches.

Für den Bau eines Tisches mit einer Tischfläche von 500 x 320 mm benötigen Sie nur ein paar Zuschnitte aus 15 Millimeter starkem Sperrholz oder Mutliplex:

  • Pos. 1: Tischplatte 500 x 320 mm , 1 Stück
  • Pos. 2: Stützwinkel 270 x 180 mm, 1 Stück
  • Pos. 3: Halter 180 x 100 mm, 2 Stück
  • Pos. 4: Klötzchen 100 x 30 mm, 2 Stück
  • Scharniere 50 x 40, 4 Stück
Sie brauchen nur ein wenig Sperrholz, vier Scharniere und etwa eine Stunde Zeit.

Sie brauchen nur ein wenig Sperrholz, vier Scharniere und etwa eine Stunde Zeit.

Damit die Schrauben der Scharniere Platz haben und sich die Tischplatte gut in die Stütze einhängen lässt, fräsen Sie einen Falz in die Unterseite einer Längskante der Tischplatte. Die Größe des Falzes richtet sich nach den Scharnieren, die Sie verwenden. Im Anschluss werden alle Kanten mit einem Radius von fünf Millimetern abgerundet. Die Abrundung schafft auch Platz für die Rollen der Scharniere, welche die Stütze halten. Sie sollten die Teile dann alle noch schleifen und mit einem Oberflächenschutz (Lack oder Öl) versehen. Erst dann erfolgt die Endmontage.

Der Falz schafft Platz für die Rolle der Scharniere und die Befestigungsschrauben.

Der Falz schafft Platz für die Rolle der Scharniere und die Befestigungsschrauben.

Alle Kanten werden mit einem Radius von fünf Millimetern abgerundet.

Alle Kanten werden mit einem Radius von fünf Millimetern abgerundet.

Auch, wenn es nur für die Werkstatt ist, sollten Sie alle Teile schleifen und lackieren.

Auch, wenn es nur für die Werkstatt ist, sollten Sie alle Teile schleifen und lackieren.

Der Zusammenbau ist dann recht einfach. Erst werden zwei Scharniere an der Tischplatte befestigt. Die Rolle der Scharniere ragt in den Falz. An den beiden Scharnieren befestigen Sie nun die beiden Halter. An einen der Halter wird der Stützwinkel mit zwei Scharnieren montiert. Diesen Winkel klappen Sie nach oben und schrauben links und Rechts davon die beiden Klötzchen an. Das war’s schon. Jetzt müssen Sie den fertigen Klapptisch nur noch dort anschrauben, wo er in Zukunft seinen Dienst verrichten soll.

Erst werden die beiden Halter mit der Platte über zwei Scharniere verbunden.

Erst werden die beiden Halter mit der Platte über zwei Scharniere verbunden.

Anschließend kann der Stützwinkel montiert werden.

Anschließend kann der Stützwinkel montiert werden.

Damit der Stützwinkel nicht versehentlich weg klappt, wird er von zwei Leisten in Position gehalten

Damit der Stützwinkel nicht versehentlich weg klappt, wird er von zwei Leisten in Position gehalten

Der schwächste Punkt an dieser Konstruktion ist die Verschraubung der Scharniere. Die hier gezeigte Variante aus recht dünnem Multiplex erlaubt nur die Befestigung mit kurzen Schrauben. Sie können den Tisch schon mit ein paar Kilogramm belasten, sodass es zum Ablegen von Werkzeug oder ein paar Werkstücken reicht. Sollen allerdings wirklich schwere Dinge darauf abgestellt werden, bauen Sie den Tisch besser aus dickerem Material, damit Sie längere Schrauben benutzen können.

An meinem Frästisch ist diese Ablage wirklich praktisch und ich denke, ich werde noch ein oder zwei weitere Plätze in der Werkstatt finden, wo ein solcher Klapptisch sinnvoll sein könnte. Und bestimmt findet sich auch in Ihrer Werkstatt noch ein passender Platz. Also viel Spaß beim Nachbauen.

Der Klapptisch macht sich dünn, wenn er nicht gebraucht wird.

Der Klapptisch macht sich dünn, wenn er nicht gebraucht wird.

Bei Bedarf ist er aber schnell einsatzbereit und was darauf liegt, stört nicht beim Arbeiten.

Bei Bedarf ist er aber schnell einsatzbereit und was darauf liegt, stört nicht beim Arbeiten.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

21.05.2019

Perfekt gelöst, an so was war ich auch am tüfteln.

23.05.2019

Hallo Heiko, unsere Tochter wünscht sich schon seit Monaten was derartiges für ihr Zimmer, halt etwas größer. Habe gerade die letzten tage überlegt das mal anzugehen, da bin ich eben auf Deinen Artikel gestoßen ....... Kurze Frage: so ganz flach liegt die Platte aber doch nicht auf "Untergestell" wegen der beiden schmalen Leisten auf, oder? Die steht um die Strärke der Leisten dann vor, oder? Gruß, Siggi Ch.

23.05.2019

Hallo Siggi, doch, das ist alles ganz flach. Die Leisten sind ja nur ganz kurz und die Stütze ist auch nicht so hoch. So passen Leisten und Stütze in zusammengeklapptem Zustand aneinander vorbei, Gruß Heiko

24.05.2019

Hallo Herr Rech, eine prima Idee. Das werde ich mir auch für meine (kleine) Werkstatt bauen. Total praktisch. Haben Sie auch eine Lösing für eine Tischplatte für ein vorhandenes Sägeuntergestell die man bei Bedarf um ca. 40 cm hochfahren kann? Sinn der Sache: Säge runter (CS50 von Festool), Platte hoch und schon hat man eine verlängerte Arbeitsfläche für den Frästisch (meiner ist "nach Guido Henn"). Ich habe leider nirgendwo passende Beschläge gefunden, oder sie sind sehr teuer. Beste Grüße vom Niederrhein, Volker-Ingmar Weber

25.05.2019

Hallo Herr Weber, für die von Ihnen gewünschte Anwendung fällt mir auf Anhieb leider auch kein Beschlag ein. Gruß Heiko Rech

25.05.2019

Hallo Heiko, auf dem einen Foto ragt die Rolle des Scharniers für die Halternefestigung in den Falz, auf dem andren Foto nicht. Oder sehe ich das falsch? Müsste nicht auch die Rolle des Scharniers mit dem der Stützwinkel befestigt ist in den abgerundeten Bereich ragen, damit alles plan zusammengeklappt werden kann? VG Thomas

26.05.2019

Hallo Thomas, die Tischplatte liegt so wie ich es gemacht habe auf den Befestigungsschrauben auf, also nicht plan auf dem Holz. Das könnte man noch ein wenig optimieren, indem man das die Rolle des Scharniers einfräst. Dennoch würden die Schrauben überstehen. Von daher finde ich das so wie es ist auch in Ordnung. Gruß Heiko

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