Japanischer Hobel mit HSS-Wechselklingen

Wenn es Sie nicht stört, dass Sie das Hobelmesser mit ein paar Hammerschlägen einstellen müssen (s. Bildfolge), dann ist dieser erstklassige japanische Hobel für knapp 90 Euro (bei 58 mm Eisenbreite) ein wahres Schnäppchen. Er wird gebrauchsfertig mit einer rasiermesserscharfen HSS-Wechselklinge geliefert, die formschlüssig zwischen zwei dicken Metallplatten sitzt. Bei diesem Hobel entfällt also das sonst übliche Schärfen des Hobeleisens und das anschließende sehr anspruchsvolle Einpassen in den Hobelkörper. Mit etwas mehr als 4 Euro pro Wechselklinge halten sich auch die Folgekosten durchaus im Rahmen. Das Beste ist jedoch die hervorragende Oberflächengüte, die Sie selbst auf Holzflächen mit schwierigem Faserverlauf erzielen können. Allerdings müssen Sie bei der Arbeit mit dem Hobel ein wenig umdenken, denn er wird im Gegensatz zu den europäischen Hobel zum Anwender hin gezogen. Das hat man aber sehr schnell verinnerlicht und empfindet es schon nach kurzer Zeit als sehr vorteilhaft. Da dieser Hobel zudem mit einem Gewicht von nur 900 Gramm auch sehr leicht ist, können Sie ihn auch gut als handlichen Blockhobelersatz einsetzen.

Und bevor Sie fragen, verrate ich Ihnen auch gleich, wo sie den Hobel bekommen: Es gibt ihn in folgendem Shop zu kaufen: Japanischer Hobel mit Wechseleisen. Dort habe auch ich den Hobel ganz regulär vor vielen Jahren gekauft!

Japanische Hobel werden zum Anwender hin gezogen.

Aufgrund des geringen Gewichts eignet sich dieser Hobel auch sehr gut zum Anfasen von scharfen Kanten.

Bestandteile und Einstellen des Hobels

Die schmale HSS-Klinge wird zuerst mit der Schneidfase nach unten in die Aussparung der dicken Metallplatte gelegt. Anschließend wird die kleinere Metallplatte mit den beiden Löchern aufgelegt.

Beides zusammen stecken Sie zum Schluss von oben in die schrägen Nuten im Hobelkörper ein. Die genaue Justierung des Hobelmessers erfolgt mit leichten Hammerschlägen (s. unten).

Wenn Sie auf die Metallplatte klopfen, ragt die darin liegende Klingenschneide weiter aus dem Hobelmaul heraus. Eine zu weit vorstehende Schneide hat aber den Nachteil, dass sich der Hobel nicht mehr gut über die Fläche führen lässt.

Mit einem oder mehreren beherzten Hammerschlägen auf die hintere Schmalseite des Hobels, können Sie die Schneide wieder zurück aus dem Hobelkörper treiben. Achten Sie auch darauf, dass die Schneide parallel zur Hobelsohle verläuft.

Die Vorstellung des Hobels stammt aus meinem Buch "Handbuch Elektrowerkzeuge". In diesem Buch finden Sie nämlich nicht nur alles Wissenswerte zu den wichtigsten Elektrowerkzeugen, sondern auf den ersten 60 Seiten gebe ich Ihnen auch viele Tipps zur Werkstatteinrichtung, zu Handwerkzeugen und Spannwerkzeugen (Zwingen, Spanngurte, Leim etc.). Ein wirklich umfassendes Buch, mit dem Ihnen ganz sicher ein perfekter Einstieg in das schönste Hobby der Welt gelingt.

So das war’s mal wieder für heute. Was ich in zwei Wochen als Blogbeitrag veröffentliche, weiß ich noch nicht so genau und daher lassen wir uns einfach mal wieder überraschen. Wird schon nicht so schlimm werden 😉

Bis dahin wünsche ich Ihnen wieder allzeit unfallfreies Holzwerken.

Herzlichst, Ihr

Guido Henn

Wichtiger Hinweis zur Produktneutralität: Ich habe den japanischen Hobel regulär und zu den üblichen Konditionen im Handel gekauft. Er wurde mir weder verbilligt noch kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich versichere Ihnen eine absolut neutrale Bewertung des Produkts ohne jegliche Einflussnahme des Herstellers oder eines Internetshops.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

10.01.2020

Guten Morgen Guido, ein interessantes Teil mit anscheinend hervorragenden Eigenschaften. Aber was ist jetzt da so viel anders als bei den eher geächteten Rali-Hobeln? Weil diese aus Metall oder Kunststoff (je nach Preislage) sind? liebe Grüße Josef

10.01.2020

Hallo Josef, also ich gehöre jedenfalls nicht zu denen, die den Rali-Hobel ächten oder gar schlecht reden. Ganz im Gegenteil! Denn auch den habe ich in meinem Handbuch Elektrowerkzeuge zusammen mit dem jap. Hobel vorgestellt und empfohlen. Beide Hobel eignen sich perfekt als Ergänzung beim Holzwerken mit überwiegend maschineller Hilfe. Und wer mit dem Schärfen von Hand etwas auf Kriegsfuß steht, erhält mit beiden Hobeln sehr gute und vor allen Dingen einfachere Alternativen zu den Hobeln mit schärfbaren Eisen. Mit dem jap. Hobel sind die Oberflächen "gefühlt" (sehr subjektiv) einen Tick besser, als beim Rali-Hobel und das warme Holz des Hobel ist durchaus angenehmer, als der Kunststoffkorpus des Rali-Hobels. Dafür bietet der Rali-Hobel die eindeutig bessere und viel einfachere Einstellung des Hobeleisens. Einen eindeutigen Gewinner mag ich hier aber nicht küren. Das ist auch immer eine Geschmacksache. Beide Hobel liefern jedenfalls ausgezeichnete Hobelergebnisse direkt "out of the Box", wie es so schön auf neudeutsch heißt ;-) Beste Grüße Guido

17.01.2020

Hallo Guido, gibt es irgendetwas was gegen das Schärfen der HSS Eisen spricht? Zu kurz? Ansonsten verstehe ich nicht, warum es Wegwerfprodukte sein sollten. Viele Grüße der Mario

17.01.2020

Hallo Mario, wenn keine allzu tiefen Kerben in der Wechselklinge sind, ist ein einmaliges Nachschärfen wahrscheinlich kein Problem. Ansonsten wird die Klinge - wie du schon vermutet hast - zu kurz bzw. zu schmal. Die Position der Klinge auf dem Träger ist ja vorgegeben und kann nicht verändert werden. Beste Grüße Guido

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