Lappen dienen in der Drechselwerkstatt nicht nur zum Abwischen oder Ölen, sondern auch, um äußerst delikate Werkstücke einzuspannen. Besonders beim Drechseln von Grünholz kommen solche kleine Lappen immer zum Einsatz. Viele Hölzer reagieren äußerst empfindlich, wenn sie im saftfrischen Zustand mit den Backen eines Metallfutters in Berührung kommen.
Das Ergebnis sind hässliche Verfärbungen, die auch durch Schleifen nicht mehr zu entfernen sind. Hier hilft es, wenn zwischen Rezess und Spannfutter ein weicher Lappen gelegt wird, der den direkten Kontakt zwischen Stahl und Holz ausschließt. Genauso gut denkbar sind kleine Stücke aus Latex, die jedoch wesentlich schwerer zu beschaffen sind. Besondere Vorsicht ist bei dünnen Gummilappen geboten, besonders wenn sie aus dem Automobilbereich kommen, diese färben sehr stark ab. Stücke aus alten Gummihandschuhen leisten wiederum bessere Dienste. Der weitere Einsatzbereich solcher Baumwolllappen ist auf dem Bild zu erkennen. Eingespannt ist eine Naturrandschale aus französischem Walnussholz. Dieses Stück war jedoch bereits so empfindlich, dass selbst vorsichtiges Einspannen Abdrücke des Spannfutters hinterließen. Durch einen weichen Lappen konnte dies vermieden werden.
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