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Wie bleibt helles Holz hell?

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 05.01.2016

Wer schon einmal Ahorn oder Birke geölt hat kennt das: Das sehr helle Holz wird gelblich und verliert die ursprünglich sehr helle Farbe. Einige Wochen oder Monate später ist das Holz dann durch natürliches Licht und dessen UV-Strahlung noch dunkler geworden. Die schlechte Nachricht vorweg: Ganz verhindern kann man diese Farbveränderung nicht. Die gute Nachricht ist jedoch, man kann den Effekt des Nachdunkelns abmildern und verlangsamen.

Hier ist der unerwünschte Effekt sehr gut zu erkennen. Das mit Leinöl behandelte Ahornholz ist sehr gelb geworden.

Hier ist der unerwünschte Effekt sehr gut zu erkennen. Das mit Leinöl behandelte Ahornholz ist sehr gelb geworden.

Das sogenannte "Anfeuern", das viele Öle und Wachse verursachen ist recht einfach einzudämmen. Es gibt sogenannte UV-Schutz-Öle. Das sind im Grunde genommen ganz normale Öle, denen ein geringer Anteil weißer Pigmente zugesetzt wurde. Diese Pigmentierung hat mehrere Vorteile:

  • Die UV-Strahlung wirkt nicht so stark auf die Holzoberfläche, da sie von den Pigmenten nicht durchgelassen wird. Das Holz dunkelt etwas weniger und viel langsamer nach.
  • Die gelbe Eigenfärbung vieler Öle (wie zum Beispiel Leinöl) wird ausgeglichen. Das Holz wird nicht gelblich eingefärbt.
  • Die vorhandene Holzstruktur wird immer noch leicht hervorgehoben.
Behandelt man das helle Holz mit einem pigmentierten Öl, verfärbt es sich kaum

Behandelt man das helle Holz mit einem pigmentierten Öl, verfärbt es sich kaum

Es gibt aber auch Nachteile:

  • Dunkel Hölzer werden unnatürlich aufgehellt.
  • Die Pigmente setzen sich in Poren und Innenecken ab. Das hat bei sehr offenporigen Hölzern meist einen unschönen Effekt.
Eichenholz mit unpigmentiertem Öl behandelt

Eichenholz mit unpigmentiertem Öl behandelt

Dieser Effekt gefällt nicht jedem: Die Pigmente füllen die Poren des Eichenholzes und hellen es unnatürlich auf.

Dieser Effekt gefällt nicht jedem: Die Pigmente füllen die Poren des Eichenholzes und hellen es unnatürlich auf.

Solche pigmentierten Öle sollten Sie also mit Bedacht einsetzen und immer erst ein Musterstück machen, bevor Sie damit ein fertiges Werkstück behandeln.  Im Handel gibt es auch Pigmentpasten, mit denen Sie ein unpigmentiertes Öl selbst in ein UV-Schutz-Öl umwandeln können. Am besten bleiben Sie bei solchen Mischungen immer innerhalb des Systems eines einzigen Herstellers. Pigmentpaste von Hersteller X in ein Öl vom Hersteller Y zu geben kann funktionieren, muss aber nicht.  Wenn dabei etwas schiefgeht, können sie keinem der beiden Hersteller etwas anlasten. Darüber hinaus müssen Sie auch darauf achten, nicht zu viel und auch nicht zu wenig Pigmentpaste zu verwenden. Auch hierbei sind dann wieder Musterbrettchen angesagt. 

Pigmentpasten können in unpigmentiere Öle eingerührt werden. Mehr als 10% sollten Sie aber nicht zugeben.

Pigmentpasten können in unpigmentiere Öle eingerührt werden. Mehr als 10% sollten Sie aber nicht zugeben.

Ich habe in der Vergangenheit Versuche gemacht Öle mit Pigmenten in Pulverform (Titanweiß) zu versetzen. Das Ergebnis hat mich nie so recht überzeugt. Die Pigmente haben sich immer sehr schnell abgesetzt. Bei längerer Lagerung der Mischung wurde die Pigmentschicht am Boden sehr fest und ließ sich kaum noch richtig aufrühren. Nach dem Auftrag dieser Mischung hatte ich auch den Eindruck, dass die Pigmente nur auf der Oberfläche lagen und sich schnell wieder abrieben. 

Mit Pigmenten in Pulverform gelangen mir keine guten Ergebnisse.

Mit Pigmenten in Pulverform gelangen mir keine guten Ergebnisse.

Bei den fertigen Mischungen hatte ich weniger Probleme. Zwar setzt sich auch hier das Pigment in einer Schicht am Boden ab, aber es kann leicht wieder aufgerührt werden.

Ein fertig gemischtes Öl.

Ein fertig gemischtes Öl.

Inzwischen verwende ich für helle Hölzer fast nur noch pigmentierte Öle. Ich kann Ihnen nur wärmstens ans Herz legen diese Öle auch einmal zu probieren. Am besten machen Sie erst einmal einige Probestücke ganz unterschiedlicher Hölzer. Sie werden sicherlich überrascht sein, wie unterschiedliche Öle auf unterschiedlichen Hölzern wirken.

Nussbaum mit unpigmentiertem Öl behandelt

Nussbaum mit unpigmentiertem Öl behandelt

Nussbaum mit UV-Schutz-Öl behandelt.

Nussbaum mit UV-Schutz-Öl behandelt.

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