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Der Spaltkeil bei Tisch- und Formatkreissägen

Verfasst von: Guido Henn | 28.02.2020

Jede Tisch- oder Formatkreissäge, die in Deutschland verkauft wird, muss mit einem funktionierenden Spaltkeil ausgestattet sein. Der Spaltkeil ist nämlich zusammen mit der Schutzhaube (siehe letzter Blogbeitrag) die wichtigste Sicherheitseinrichtung bei einer Tisch- oder Formatkreisssäge. Er hat die Aufgabe, beim Sägen die Schnittfuge hinter dem Sägeblatt offen zu halten, damit die hinteren, aufsteigenden Zähne, weder Abschnitte noch das gesamte Werkstück zurück in Richtung des Anwenders schleudern können. Dazu muss der Spaltkeil nicht nur richtig eingestellt sein und fluchtgenau zum Sägeblatt stehen, sondern er muss auch zum eingesetzten Sägeblatt passen. Nämlich etwas dicker als der Sägeblattgrundkörper und - extrem wichtig (!) - etwas dünner als die Schnittbreite (Zähne) des Sägeblatts. Außerdem muss die gebogene Form des Spaltkeils genau zum Durchmesser des Sägeblatts passen. Und der Abstand zum Zahnkranz des Sägeblatts darf nur maximal 3 bis 5 mm (bei größeren Formatsägen bis max. 8 mm) betragen (siehe erstes Bild unten). Also eine Menge Parameter, auf die Sie achten müssen, wenn Sie sicher arbeiten möchten.


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Der Spaltkeil darf auf keinen Fall entfernt werden und auch bei verdeckten Sägeschnitten - wie Nuten und Falzen - muss und kann er immer montiert bleiben. In diesen Fällen darf man bei kleinen Tisch- und Formatsägen lediglich die Spanhaube entfernen, die meist direkt am Spaltkeil montiert ist. Anschließend muss der Spaltkeil noch bis etwa 2 mm unter das Niveau der Sägeblattzähne abgesenkt werden, sonst stoßen die Werkstücke beim verdeckten Sägen gegen die Spaltkeilspitze. Lässt sich dieser Spaltkeil nicht absenken, dann müssen Sie ihn gegen einen speziellen Spaltkeil für verdeckte Schnitte austauschen. Auch ein solcher Spaltkeil sollte möglichst zum Lieferumfang Ihrer Tischkreissäge gehören. Darauf sollten Sie beim Kauf der Maschine unbedingt achten!


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Auch große Formatsägen besitzen einen Spaltkeil. Wird der Schiebetisch komplett bis zum Endanschlag bewegt, gelangt man nach Öffnen eines Schutzblechs (4) an das Sägeblatt (1) und den dahinter liegenden Spaltkeil (2). Dieser Teil der Maschine ist für den eigentlichen Sägeschnitt verantwortlich. Je nach Anwendung können hier unterschiedliche Sägeblätter und bei einigen Maschinen sogar Fräswerkzeuge eingesetzt werden. Nur beim Einsatz von Fräswerkzeugen und beim relativ seltenen Einsetzsägen darf und muss der Spaltkeil entfernt werden. Im Gegensatz zu kleinen Montage- und Tischkreissägen, ist bei großen Formatsägen ein Abstand von bis zu 8 mm zwischen Spaltkeil und Sägezähne erlaubt. Wer häufig kunststoffbeschichtete Spanplatten verarbeitet, sollte in der Formatsäge auch gleich bei der Bestellung ein sogenanntes Vorritzsägeblatt (3) einbauen lassen. Ein nachträglicher Einbau ist in aller Regel nicht mehr möglich. Dieses kleine Sägeblatt arbeitet im Gleichlauf, also genau entgegen gesetzt zum großen Hauptsägeblatt, das sich im Gegenlauf zur Schubrichtung des Werkstücks dreht.


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Je nach Formatsägengröße können Sie Sägeblätter mit bis zu 550 mm Durchmesser einsetzen. Bei diesen Maschinen gibt es dann nicht nur eine Spaltkeilgröße, sondern gleich mehrere Größen. Denn die gebogene Form des Spaltkeils muss sich natürlich dem Durchmesser des Sägeblatts anpassen. Bei meiner Formatsäge können beispielsweise Sägeblätter von 250 bis 550 mm eingesetzt werden. Und genau dafür gibt es dann auch drei unterschiedlich große und dicke (!) Spaltkeile: einen für 250 bis 315 mm große Sägeblattdurchmesser (Dicke = 2,8 mm), einen für 350 bis 450 mm (Dicke = 3,2 mm) und einen für 475 bis 550 mm (Dicke = 3,7 mm). Bei großen Formatsägen ist auch die Spaltkeilaufnahme deutlich aufwändiger und variabler gestaltet (siehe Bild oben). Denn der Spaltkeil muss sich nicht nur in der Höhe verstellen, sondern für den Einsatz größerer Sägeblätter auch noch nach hinten verschieben lassen.


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Um den Spaltkeil etwa 2 mm tiefer als den obersten Sägezahn einzustellen, legen Sie einfach einen kurzen Plattenstreifen hinter das Sägeblatt. Wenn Sie darauf zwei Linien im Abstand von 2 mm aufgezeichnet haben, dann können Sie jetzt den obersten Sägezahn auf die oberste Linie ausrichten und anschließend bequem die Spaltkeilspitze auf die um 2 mm tiefer liegende Linie einstellen. Noch bequemer geht das Ganze, wenn man dazu die Sägeblatthöhe nicht von Hand kurbeln muss, sondern elektromotorisch über ein Display einstellen kann.



So das war’s mal wieder für heute und leider auch für die nächste Zeit. Denn ich werde erst mal eine längere Pause beim Bloggen einlegen, um mich wieder verstärkt um meine Artikel-, Buch- und Videoprojekte bei HolzWerken kümmern zu können. Sie werden also mit meinen Büchern, Artikeln und Videos auch weiterhin die Möglichkeit haben, sich mit Tipps und Tricks rund um das schönste Hobby der Welt zu versorgen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auch regen Gebrauch davon machen. Zum Abschluss möchte ich mich aber noch bei allen Lesern für ihre kostbare Zeit bedanken, die sie mir, trotz des riesigen Angebots an YouTube-Videos, geschenkt haben.


Herzlichen Dank dafür und beste Grüße


Guido Henn


Wichtiger Hinweis zur Produktneutralität: Ich habe die in den Bildern zu sehenden Maschinen und Zubehör regulär und zu den üblichen Konditionen im Handel gekauft. Sie wurden mir weder verbilligt noch kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich versichere Ihnen eine absolut neutrale Bewertung der Produkte ohne jegliche Einflussnahme der Hersteller.

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Guido Henn

Guido Henn ist Tischlermeister wie schon sein Vater und Großvater vor ihm. Seit der Gründung von HolzWerken Ende 2006, findet sich in nahezu jeder Ausgabe ein Artikel von ihm und in vielen Fällen auch ein dazu passendes Video auf HolzWerkenTV.
Artikel und Videos von Henn sind echte Renner im Netz und werden millionenfach angeklickt. Verständlich. Schließlich versteht es kaum jemand, Maschinen, ihre Bedienung und passende Vorrichtungen so zu vermitteln, wie er.

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