Eine beliebte Verzierung an gedrechselten Langholzarbeiten ist der "gefangene Ring". Er versetzt den Betrachter immer wieder in Erstaunen und lässt ihn rätseln, wie der Ring wohl in die Drechselarbeit gearbeitet wurde. Je sauberer der Ring geschliffen ist, desto professioneller ist die Arbeit ausgeführt – nicht zuletzt weil die Neugierigen dann noch weniger auf den Gedanken kommen, der Ring sei einmal ein Teil des hindurch führenden Stabes gewesen.
Die Außenseite des Ringes ist dabei nicht das Problem: Sie kann geschliffen werden, kurz bevor der Reif weggestochen wird. Die Innenseite des Ringes bereitet dagegen große Schwierigkeiten. Abhilfe schafft ein Streifen Schleifleinen: Er wird durch den Ring gefädelt, bei sich drehendem Werkstück vorsichtig auf Spannung gehalten und dabei sachte hin und her gezogen: Das runde Werkstück treibt den gedrechselten Ring an und bringt ihn in Rotation. Das Schleifleinen kann jetzt den Ring von innen sauber schleifen.
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