Das Geheimnis sauberer Schalenkanten: Erst der Rand, dann in die Tiefe

Jeder kennt das Problem beim Drechseln einer Schale oder eines Tellers: Zunächst wird ja in der normalen Verfahrensweise die Rückseite (beziehungsweise die Unterseite) mit einem Rezess versehen. So lässt sich das Objekt gewendet wieder aufspannen, um die Innenseite der Schale oder des Tellers bearbeiten zu können.

Während des Ausdrechselns verringert sich die Wandstärke des Gefäßes und es beginnt, sich zu verziehen. Das Holz kann jetzt seine ihm eigenen Spannungen abbauen. Dadurch ist allerdings eine saubere Bearbeitung des Schalenrandes von innen unmöglich geworden. Das Ergebnis: Die Wandstärke variiert in der Stärke des Verzugs und wirkt beim Betrachten unregelmäßig. Das stört meist den Gesamteindruck! Sie können diesem Vorgang zumindest optisch ausweichen, indem Sie den Rand vorrangig bearbeiten. Das bedeutet: Bevor Sie daran gehen, die Schale oder den Teller von innen auszuhöhlen, wird zuerst der Rand in seiner Stärke festgelegt und fertig gedrechselt. Drechseln Sie anderthalb bis zwei Zentimeter in die Schale hinein und formen Sie den Rand aus. Erst dann beginnen Sie mit dem eigentlichen Aushöhlen des Gefäßes. Zwar verzieht es das Gefäß während der Bearbeitung weiterhin. Aber Sie können es jetzt, ohne den Rand nochmals zu bearbeiten, fertigstellen: Die Außen- und Innenkante des Tellerrandes bleiben parallel zueinander.

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