Damit es richtig schön „Plopp“ macht

Eine echte Herausforderung für einen Drechsler ist eine sogenannte Plopp-Dose. Dose und Deckel schließen bei ihr so dicht, dass die Luft beim Öffnen mit dem charakteristischen Geräusch hereinströmt. Die Präzision ist bei dieser Arbeit wichtig. Aber auch die Zeit spielt eine wesentliche Rolle für ein über Jahre einwandfreies Funktionieren der Dose.

Gut getrocknetes Holz ist bei der Anfertigung dieser Arbeit unbedingt Voraussetzung. Doch selbst dieses verzieht sich noch während der Bearbeitung. Der Grund: Durch das Aushöhlen treten Spannungen auf, die die notwendige, perfekt runde Form wieder stören. Hier muss also nach gebührender Wartezeit nachgearbeitet werden. Daher erfordert die Plopp-Dose diese Arbeitsschritte:
1. Die Dose wird aus dem Rohmaterial zunächst vorgedreht. Das heißt, sie wird mit mindesten fünf Millimeter Übermaß gefertigt. Die Einspannmöglichkeit muss unbedingt erhalten bleiben.
2. Nach einer Trocknungs- und Entspannungszeit von mindestens 14 Tagen an einem wohnungstrockenen Platz wird die Dose wieder in die Werkstatt genommen.
Die Passung des Deckels zur Dose kann jetzt hergestellt und die Dose vollendet werden.
3. Wer ganz sicher gehen will, kann aber auch die Passung nochmals mit einem Übermaß von einem Millimeter belassen. Die Einspannmöglichkeit muss wiederum unbedingt erhalten bleiben.
4. Nach einer weiteren Trocknungs- und Entspannungszeit von etwa zwei Wochen kann dann die Dose fertig gestellt werden.
Nach dieser zugegebenermaßen etwas längeren Herstellungszeit wird die Dose aber auch über Jahre hinweg beim Öffnen ihr bezeichnendes "PLOPP" hören lassen.

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