Der Werkzeughersteller Bridge City Tools hat einen besonderen Weg hinter sich: 1983 vom amerikanischen Möbelbauer John Ekonomaki gegründet, fiel die Firma aus Oregon vor allem durch völlig unkonventionell gestaltete Hobel auf. Bis heute erhältliche Kuriositäten wie Sets zum Eigenbau von Essstäbchen und Bleistiften kamen hinzu. Gefertigt wurde lange in Kleinserien und mit sehr hohem Qualitätsanspruch. Der ist auch geblieben, nachdem der Gründer die Firma vor einigen Jahren verkauft hat. Durch den Umzug der Fertigung ins chinesische Nanjing und den Umstieg auf eine industrielle Produktion werde die Qualität leiden, fürchteten damals viele. Wir haben uns am Beispiel der Schärfführung HG-4 ein eigenes Bild gemacht.
Normalerweise scheren wir uns nicht so sehr darum, wie verpackt ein Test-Produkt bei uns ankommt. Bridge City Tools aber liebt den ersten Auftritt und liefert sein Schärfutensil in einer großen Box aus, die eines tausende Euro teuren iPad würdig wäre.Die HG-4 ist aus rostfreiem Stahl (für die Schrauben), Keramikkugellagern, einer Messinglaufrolle und vor allem aus in verschiedenen Farben eloxierten Aluminium gebaut. Die Verarbeitung ist nach wie vor sehr hochwertig, was sich auch am Preis von rund 180 Euro widerspiegelt. Die HG-4 setzt auf einen mittigen, schwenkbaren Druckstempel, so dass auch konische Stechbeitel (bis 63 mm Breite) eingespannt werden können. Sie klemmt das zu schärfende Werkzeug also nicht von der Seite wie die bekannte, günstigere Eclipse-Bauart.
Damit sich das Werkzeug nicht verdreht, setzt Bridge City Tools auf einen orangefarbenen Anschlag. Der muss mit kleinen Madenschräubchen an die Werkzeugbreite angepasst werden. Das war für uns im Test unser Hauptproblem: Wo ist der winzige (mitgelieferte) Innensechskantschlüssel denn nun schon wieder? Eine wirklich werkzeuglose Bedienung wäre hier deutlich entspannter.
Bei der Einstellung des Schleifwinkels macht die HG-4 das besser: Eine solide Rändelschraube hinten an der Vorrichtung verändert den Winkel des Schwenkbügels, an dem die 36 mm breite Laufrolle angebracht ist. Diese solide Mechanik kommt völlig ohne Arretierung aus – was uns beim Testen wirklich beeindruckt hat.Die mitgelieferte Einstelllehre funktioniert per Lichtspalt-Methode. Sie hat vier „Klauen“ mit 20°, 25° 30° und 35°. Die Spannvorrichtung wird samt Werkzeug hereingestellt und die Spiegelseite an die Klaue herangedreht, bis von der Seite kein Lichtspalt mehr zu sehen ist. Mit etwas Übung funktioniert das ganz gut, aber vielleicht nicht ganz so exakt wie ein „harter“ Anschlag, den zum Beispiel Veritas‘ Schärfführung Mk II hat. Aber auch so lassen sich – und darauf kommt es an – wiederholgenau – Schneiden auf Wassersteinen durchschärfen, inklusive Mikrofase. Daher unser Fazit: Ein hochpreisiges Werkzeug, das man trotz leichter Abstriche sehr gerne und mit guten Ergebnissen benutzt.

Zur Winkelkontrolle wird die Vorrichtung mit dem eingespannten Eisen in die Einstelllehre gestellt und so justiert, dass kein Lichtspalt mehr zu sehen ist.
Mehr Infos: www.sautershop.de
Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 128. Die Schärfführung wurde der Redaktion leihweise zur Verfügung gestellt und nach dem Test an den Hersteller zurückgeschickt.
Stationärmaschinen Bandsäge
Stationärmaschinen Bandsäge
An einem breiten Spektrum an Projekten zeigt Guido Henn in „Stationärmaschinen Bandsäge“ die Möglichkeiten der Bandsäge. Hier können auch Profis noch was lernen.
38,00 €
Mehr ErfahrenZeitschriftenabo HolzWerken
Zeitschriftenabo HolzWerken
Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker. Zeitschriftenabo HolzWerken gleich hier bestellen!
Preisspanne: 67,00 € bis 86,00 €
Mehr Erfahren