Das wird oft falsch verstanden: Intarsien sind nicht etwa aus Furnierstücken zusammengesetzte Bilder, die auf eine Trägerplatte aufgeleimt werden. Diese Kunstform in eigenem Recht wird Marketerie genannt. Bei Intarsien handelt es sich um in größere Holzstücke eingebettete Streifen oder Ornamente. Zum Ausheben der Vertiefungen braucht es besondere Werkzeuge.
Zwei solcher Helfer aus der kanadischen Werkzeugschmiede von Veritas haben wir in der HolzWerken-Redaktion getestet. Sie gehören zur „Familie“ der „Veritas Inlay Tools“ von elf speziellen Intarsien-Schneidern mit je eigener Form, die Veritas alle mit einem handlich-schlanken Kunststoff-Griff ausstattet. Drei Stahlbreiten (0,6 mm, 0,8 mm und 1 mm) sind verfügbar.
Die nur etwas über 20 mm langen Schneider teilen sich ihre Aufgaben. Der hakenförmige Freihand-Nutschneider, den wir in der Werkstatt hatten, ist an seiner Stirnseite V-förmig ausgeschliffen. Werden die beiden Spitzen über Holz gezogen, reißt man die Nut links und rechts an. Das kann freihändig geschehen oder an einer Schablone entlang. Eine schiebende Bewegung hebt das Material zwischen den Rissen dann heraus. So macht das Werkzeug feinen Furnier-Adern Platz, zum Beispiel an Musikinstrumenten.
Für das Nut-Ende eignet sich der Nut-Beitel. Er ist ebenso wie die anderen Familienmitglieder der „Veritas Inlay Tools“ auf 30° angeschliffen. Der Federstahl lässt sich unter die Fasern am Nutende schieben und hebt diese sachte hinaus.Die Furnierwerkzeuge gibt es für je rund 25 Euro beim Berliner Händler „Feine Werkzeuge“.
Mehr Infos:
www.feinewerkzeuge.de/Intarsienschneider
www.feinewerkzeuge.de/Nutschneider
Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 127. Die vorgestellten Intarsien-Schneider wurden der Redaktion leihweise zur Verfügung gestellt und nach dem Test an den Hersteller zurückgeschickt.
Foto: Andreas Duhme
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