Lesergalerie Schnitzen
Plastische Holzarbeiten: Krippenfiguren
Die Ausarbeitung dreidimensionaler Objekte aus Holz ist ohne bildhauerische Erfahrung kein einfaches Unterfangen. In diesem Beitrag teile ich meine Herangehensweisen, Erkenntnisse und erlebte Schwierigkeiten bei ersten Schnitzversuchen.
Im bildhauerischen Bereich habe ich keinerlei Kenntnisse oder Erfahrungen vorzuweisen - das muss einen jedoch nicht davon abhalten sich in dieser kunsthandwerklichen Tätigkeit mal zu versuchen.
Voraussetzung ist geeignetes Schnitzwerkzeug (verschiedene Schnitzmesser und Bildhauereisen) sowie gut getrocknetes Lindenholz. Auch eine Spannvorrichtung ist hilfreich, hier habe ich mich bis jetzt aber mit der Bankzange, einem stabilen Laubsägetisch und einer Schnellspannzwinge begnügt, was für die einfachen Arbeiten gut funktioniert hat.
Die größte Schwierigkeit lag für mich im Vorstellen der endgültigen Form und dem daraus Ableiten der einzelnen Fertigungsschritte. Demnach habe ich nicht aus dem vollen Block gearbeitet, sondern mir die Figuren im Profil auf einen Lindenbohlen aufgezeichnet und die grobe Kontur mit der Handdekupiersäge ausgeschnitten.
Mit den so entstandenen, zweidimensionalen Vorlagen meiner Figuren habe ich eine deutlich bessere Vorstellung zu deren Aussehen erhalten. Diejenigen Bereiche, welche laut Skizze zuerst abgenommen werden sollten, konnten nun durch Schwärzen mit dem Bleistift gekennzeichnet werden. Anschließend habe ich die grobe Form der vorgefertigten Figur mit Hohleisen und einem Geißfuß herausgearbeitet. Rundungen, sowohl konvexer als auch konkaver Art sind mit einer Treppenbauerraspel gut gelungen.
Auf figürliche Details habe ich bewusst verzichtet, da ich fürchtete, diese nicht in der nötigen Präzision ausarbeiten zu können. Dennoch wollte ich die charakteristische Oberfläche erhalten und keine Spuren von der Verwendung der Raspeln mehr auf der Oberfläche haben, weshalb ich alle Figuren mit einem Kerbschnitzmesser nachgearbeitet habe. Auch leichte Formänderungen gelingen mit diesem Werkzeug gut.
Die ersten Versuche haben gezeigt, dass mir die handwerkliche Ausführung nicht sonderlich schwer fällt, ich aber größte Schwierigkeiten mit der Formfindung und der figürlichen Vorstellung habe. Dementsprechend möchte ich nun einige Tierstudien aus Ton anfertigen, um ein besseres Gespür für Form und Gestaltung zu bekommen und anschließend die gewonnen Erkenntnisse in einer weiteren subtraktiven Arbeit anwenden.
- Lindenbohlen
- Bildhauereisen
- Kerbschnitzmesser
- Sägebogen
- Treppenbauerraspel
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