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Von der Zeichnung zum Schnittplan

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 23.10.2018

In der aktuellen Heftausgabe (Nr. 75) habe ich Ihnen das SketchUp- Plugin "Open Cutlist” vorgestellt. Mit dieser Erweiterung können Sie aus Ihrem 3D-Modell ganz bequem eine Stückliste erstellen. Mit ein wenig Vorarbeit können Sie aber noch viel mehr herausholen. Sie benötigen dazu noch das kostenlose Programm "MaxCut” mit dem Sie aus Ihrer Stückliste einen Schnittplan berechnen lassen können.

Die kostenlose Zuschnittoptimierung habe ich Ihnen bereits einmal vorgestellt. Den Artikel finden Sie hier:

http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Software-fuer-den-sparsamen-Zuschnitt

Anmerkung:
Inzwischen gibt es eine neue Version des Plugins. Damit lassen sich auch Schnittpläne erstellen. Der Funktionsumfang reicht nicht an MaxCut heran, dürfte aber für die meisten Anwender mehr als Ausreichend sein. Dennoch kann die Kombination mit MaxCut immer noch sinnvoll sein, zum Beispiel dann, wenn Sie noch manuell in den Schnittplan eingreifen möchten, oder wenn Sie Teile mit zuschneiden möchten, die nicht in der Zeichnung sind. Oder einfach dann, wenn Sie Zuschnitte machen möchten, ohne vorher eine Zeichnung in SketchUp erstellt zu haben.

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Die Bedienung von Oben Cutlist ist sehr einfach. Die Ausgaben sind übersichtlich und gut strukturiert.

Die Bedienung von Oben Cutlist ist sehr einfach. Die Ausgaben sind übersichtlich und gut strukturiert.

MaxCut ist leider immer noch nicht vollständig ins Deutsche übersetzt. Nutzen Sie daher besser die englische Version.

MaxCut ist leider immer noch nicht vollständig ins Deutsche übersetzt. Nutzen Sie daher besser die englische Version.

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Wie bereits im Heftartikel zu OpenCutlist erwähnt, landen nur Elemente in der Stückliste, die Sie als Komponente erstellt haben. Damit die Zuschnittoptimierung reibungslos funktioniert müssen Sie den Komponenten aber auch Materialien zuweisen. Am besten legen Sie sich gleich eine gut strukturierte Materialbibliothek mit allen Materialien an, die Sie auch für die Zuschnittoptimierung benötigen. Einfach ausgedrückt also allen Plattenmaterialien, die Sie später einmal für Ihre Werkstücke und Möbel verwenden möchten. Wie Sie eine eigene Materialbibliothek anlegen habe ich Ihnen bereits vor einigen Wochen gezeigt. Sie können sich den Artikel ja noch einmal durchlesen, bevor Sie mit der Arbeit beginnen:

http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Mehr-Ordnung-in-SketchUp-Teil-2-Stile-und-Materialien

In Maxcut legen Sie diese Materialien ebenfalls an. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Materialnamen absolut identisch sind. Das schließt auch Leerzeichen mit ein. Denken Sie daran, dass Computer trotz allem Fortschritt immer noch recht dumm sind und den nicht vorhandenen Unterschied zwischen "Leimholz Buche” und "Buche Leimholz” nicht erkennen.

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Alle Materialien müssen Sie in beiden Programmen anlegen. Zum Glück müssen Sie das aber nur einmal machen.

Alle Materialien müssen Sie in beiden Programmen anlegen. Zum Glück müssen Sie das aber nur einmal machen.

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Wenn Sie diese Stammdaten angelegt haben, kann es auch schon losgehen. Zeichnen Sie Ihr Möbelstück in SketchUp und weisen Sie den Komponenten wie beispielsweise den Seitenteilen, der Tür und der Rückwand, die passenden Materialien zu. Sie müssen auch für jede Materialstärke ein eigenes Material anlegen. Das gilt sowohl für Sketchup, als auch für MaxCut. Sie vereinfachen sich die Arbeit, wenn Sie den unterschiedlichen Materialien leicht unterschiedliche Farben zuweisen.

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Unterschiedliche Farben bringen Übersicht in die Materialzuordnung. Wenn Sie dieser Farbmix stört, können Sie sich eine neue Szene mit einem eigenen Stil dafür anlegen.

Unterschiedliche Farben bringen Übersicht in die Materialzuordnung. Wenn Sie dieser Farbmix stört, können Sie sich eine neue Szene mit einem eigenen Stil dafür anlegen.

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Wenn Sie alles gezeichnet haben, sollten Sie den Materialien in Open Cutlist noch die Attribute "Plattenmaterial” und "Massivholz” passend zuordnen. Die Schnittparameter wirken sich auf die Zuschnittoptimierung in MaxCut nicht aus. Jetzt können Sie die Stückliste erzeugen. Diese Liste exportieren Sie in eine *.csv-Datei. Damit ist der wichtige Teil in SketchUp bereits abgeschlossen. Jetzt ist MaxCut an der Reihe. Öffnen Sie das Programm und wählen Sie im Menü den Eintrag "File -> Import -> Import Items”

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Weisen Sie allen Materialien Eigenschaften zu.

Weisen Sie allen Materialien Eigenschaften zu.

Wenn Sie vergessen die richtigen Materialstärken bei den Materialien zu hinterlegen, wird dies rot markiert. Auf die Zuschnittoptimierung hat das aber keine Auswirkungen.

Wenn Sie vergessen die richtigen Materialstärken bei den Materialien zu hinterlegen, wird dies rot markiert. Auf die Zuschnittoptimierung hat das aber keine Auswirkungen.

Sie können die Eigenschaften wie Bezeichnung und Material auch direkt in der Stückliste ändern. Aber Vorsicht, diese Änderungen werden auch in Ihr 3D-Modell übernommen.

Sie können die Eigenschaften wie Bezeichnung und Material auch direkt in der Stückliste ändern. Aber Vorsicht, diese Änderungen werden auch in Ihr 3D-Modell übernommen.

Sie müssen die Nummern der Spalten den einzelnen Feldern in MaxCut zuordnen. Die Materialstärke brauchen Sie nicht zuzuordnen. Sie kommt in MaxCut aus den Materialeigenschaften.

Sie müssen die Nummern der Spalten den einzelnen Feldern in MaxCut zuordnen. Die Materialstärke brauchen Sie nicht zuzuordnen. Sie kommt in MaxCut aus den Materialeigenschaften.

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Diese Zuordnung der Spalten müssen Sie nur einmal machen. Das Programm behält diese Einstellungen solange bei, bis Sie diese ändern.

Nach dem Klick auf "Import” wird die Stückliste inklusive der Materialien importiert und Sie können die Optimierung starten. Natürlich können Sie die Stückliste die Sie importiert haben noch verändern. Sie können Kanten Materialien zuweisen oder Stückzahlen und Maße anpassen. Vor allem dann, wenn Sie Teile haben, bei denen die Länge nicht der Faserrichtung entspricht müssen Sie eingreifen. Den der Standard ist der, dass die Teillänge immer der Faserrichtung entspricht.

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Wenn der Import erfolgreich war sehen Sie die Teileliste. Werden Zeilen rot markiert ist etwas faul und Sie sollten sich die jeweilige Position noch einmal anschauen.

Wenn der Import erfolgreich war sehen Sie die Teileliste. Werden Zeilen rot markiert ist etwas faul und Sie sollten sich die jeweilige Position noch einmal anschauen.

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Noch ein paar Tipps:

Das war jetzt die Grundvariante der Datenübergabe. Da geht aber noch mehr. Sie können direkt in SketchUp oder in Open Cutlist Feinarbeit leisten, wenn Sie beispielsweise Materialien verwenden, die nicht in der Zuschnittoptimierung landen sollen.

  • In der Gliederung ausgeblendete Elemente werden für die Stückliste nicht berücksichtigt.
  • Gruppen werden nicht berücksichtigt.
  • Komponenten in Gruppen werden berücksichtigt.
  • Gruppierte Komponenten werden in der Stückliste aufgelöst.
  • Mehrfach vorkommende Komponenten werden in der Stückliste automatisch zusammengefasst, wenn Ihnen das gleiche Material zugeordnet wurde.
  • In der Stückliste können Sie Bereiche ausblenden. Diese ausgeblendeten Bereiche werden nicht exportiert und landen dann auch nicht in MaxCut.
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Durch gezieltes Ein- und Ausblenden können Sie über die Stückliste bestimmen, was für MaxCut exportiert wird.

Durch gezieltes Ein- und Ausblenden können Sie über die Stückliste bestimmen, was für MaxCut exportiert wird.

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Das Zusammenspiel zwischen MaxCut und SketchUp über das PlugIn Open Cutlist funktioniert wirklich zuverlässig. Tippfehler sind ausgeschlossen und Fehler wie ungültige Materialien fallen sofort auf. Alles in allem bietet diese Verbindung viele Vorteile. Und wenn die Vorarbeit einmal gemacht ist, geht das Umwandeln der Zeichnungsdaten in einen optimierten Zuschnitt auch schnell von der Hand.

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