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Kampfansage an den Holzstaub

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 19.03.2019

Bei den meisten Arbeiten in der Werkstatt entstehen Späne und Staub. Die meisten von Ihnen nutzen daher mit Sicherheit Absauganlagen und Werkstattsauger. Damit werden Späne und Staub möglichst dort abgesaugt, wo sie entstehen. Aber dennoch bildet sich mit der Zeit in nahezu jeder Werkstatt eine mehr oder weniger dicke Staubschicht auf allem. Es scheint wie ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, bei dem der Staub meist der Gewinner ist. Klar ist, dass es eine staubfreie Holzwerkstatt nicht geben kann. Aber es gibt Mittel und Wege die Staubbelastung zu reduzieren. Das schont nicht nur die Lunge, sondern auch die Nerven. Ich habe in den letzten Wochen einige Maßnahmen in meiner Werkstatt ergriffen, mit denen ich die Staubbelastung reduzieren werde. Der Erfolg ist recht schnell sichtbar geworden. Einiges ist auch nicht wirklich neu, braucht aber manchmal eine Auffrischung in Sachen Disziplin. So zum Beispiel das regelmäßige Saugen des Werkstatbodens.

Ich habe einen Besen in der Werkstatt, benutze ihn aber nur selten. Meist sauge ich die Werkstatt aus. Das hat gegenüber dem Fegen einige Vorteile:

  • Der Staub und die Späne sind weg, nämlich im Behälter des Saugers.
  • Beim Saugen wird kaum Staub aufgewirbelt, beim Fegen hingegen schon.
  • Beim Saugen kommt man besser in die Ecken, als mit dem Besen.

Das Problem ist nur, dass Man diese Arbeit so regelmäßig wie möglich machen sollte, am besten immer nach der Beendigung eines Arbeitsganges. Denn bleiben Staub und Späne auf dem Boden liegen, werden sie ständig neu aufgewirbelt. Vor allem der feine Staub bleibt dann recht lange in der Luft, wird eingeatmet und setzt sich wieder überall ab. Ich habe mir nun angewöhnt immer den Staubsauger samt Bodendüse Griffbereit zu halten. Dann ist schnell man was weggesaugt. Am Anfang erschien mir das auch übertrieben, aber der positive Effekt stellt sich schnell ein. Die Werkstatt ist eigentlich immer sauber. Und das alles nur mit wenigen Minuten Saugen am Tag.

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Am Anfang nervt es gewaltig. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt immer wieder zum Staubsauger zu greifen freut man sich ständig über die saubere Werkstatt.

Am Anfang nervt es gewaltig. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt immer wieder zum Staubsauger zu greifen freut man sich ständig über die saubere Werkstatt.

Das Saugen zwischendurch funktioniert am besten, wenn ein Sauger immer griffbereit steht. Eventuell lohnt sich für so manchen Holzwerker auch ein zweiter Werkstattsauger.

Das Saugen zwischendurch funktioniert am besten, wenn ein Sauger immer griffbereit steht. Eventuell lohnt sich für so manchen Holzwerker auch ein zweiter Werkstattsauger.

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Eine weitere Maßnahme war bei mir das Eliminieren aller Schlupflöcher. Zugegeben, viele gab es da nicht, da ich ja immer schon auf eine gute Absaugung geachtet habe. Aber zwei großen Staubschleudern konnte ich dennoch erfolgreich zu Leibe rücken:

Gummidichtung an der Absauganlage

 
Meine beiden Absauganlagen sind mit einem Feinfilter ausgestattet. Das hält die Absaugleistung konstant und den Staub zurück. Aber was nützt das, wenn am Filter vorbei Holzstaub ausgeblasen wird. Die meisten dieser Absauganlagen neigen nämlich dazu an der Befestigung des Fangsackes Luft herauszublasen. Und da kommt dann auch einiges an Staub raus. Bei neuen Anlagen ist das nicht so stark, aber mit der Zeit wird es immer schlimmer. Grund dafür sind die Gummidichtungen zwischen Blech und Sack. Sie werden beschädigt, zusammengedrückt und verhärten. Vor allem im Bereich des Verschlusses bläst die Anlage dann ab. Das Erneuern des Gummis mit einem selbstklebenden Dichtband ist schnell erledigt und hält dann auch eine Weile. Das Dichtband darf aber nicht zu dick sein, sonst funktioniert der Sackwechsel nicht mehr gut. Bei meiner Anlage habe ich zwei schmale Dichtungen aufgeklebt. Eine auf das Gehäuse der Absaugung und eine auf das Spannband. So wird der Fangsack jetzt zwischen den beiden Gummis befestigt und ist schön dicht.

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Ein Problem bei vielen Absauganlagen ist die Dichtigkeit zwischen Fangsack und Gehäuse. Vor allem im Bereich des Verschlusses blasen viele Geräte ab.

Ein Problem bei vielen Absauganlagen ist die Dichtigkeit zwischen Fangsack und Gehäuse. Vor allem im Bereich des Verschlusses blasen viele Geräte ab.

Ein Dichtband für Fenster, das Sie in jedem Baumarkt bekommen wird auf das Spannband aufgeklebt.

Ein Dichtband für Fenster, das Sie in jedem Baumarkt bekommen wird auf das Spannband aufgeklebt.

Das zweite Dichtband wird mit etwas Abstand zur Kante auf das Gehäuse geklebt. Beide Dichtbänder klemmen den Fangsack später ein.

Das zweite Dichtband wird mit etwas Abstand zur Kante auf das Gehäuse geklebt. Beide Dichtbänder klemmen den Fangsack später ein.

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Der Handschliff

Achten Sie einmal darauf, wie viel Staub beim Schleifen von Hand entsteht. Sehr deutlich wird das, wenn Sie wie ich, eine schwarze anti-Rutsch-Matte dabei benutzen. Seit vielen Jahren habe ich einen absaugbaren Schleifklotz. Ich empfand ihn immer als lästig. Inzwischen nutze ich ihn viel öfter. Das liegt vor allem an einem dünnen Schlauch, den ich statt des üblichen Saugschlauches benutze. Der dünne Schlauch ist leicht und flexibel. Nach einer kurzen Eingewöhnung bemerkt man ihn kaum noch. Lästig ist und bleibt aber dabei der Geräuschpegel. Aber dagegen kann man ja etwas tun. Seit kurzem habe ich auch eine Fernbedienung (Bluetooth) an einem meiner Sauger nachgerüstet. Damit kann ich dann den Sauger vom Handschleifklotz aus bedienen. Das ist sehr komfortabel. Ich denke, dass auch dies die Hemmschwelle tiefer legt, den Schleifklotz mit Absaugung zu benutzen.

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Bei einigen Staubsaugern (Festool) kann man die Fernbedienung einfach nachrüsten.

Bei einigen Staubsaugern (Festool) kann man die Fernbedienung einfach nachrüsten.

Es ist schon erstaunlich, welche Menge an Holzstaub beim Brechen einer einzigen Kante entsteht.

Es ist schon erstaunlich, welche Menge an Holzstaub beim Brechen einer einzigen Kante entsteht.

Der absaugbare Schleifklotz hinterlässt so gut wie keinen Staub.

Der absaugbare Schleifklotz hinterlässt so gut wie keinen Staub.

Mit einem solch flexiblen Schlauch funktioniert der staubfreie Handschliff wirklich sehr gut. Die üblichen Staubsaugerschläuche sind hierfür einfach zu starr und zu dick.

Mit einem solch flexiblen Schlauch funktioniert der staubfreie Handschliff wirklich sehr gut. Die üblichen Staubsaugerschläuche sind hierfür einfach zu starr und zu dick.

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Luftfilter

Lange hielt sich bei mit eine gewisse Skepsis  gegenüber Luftfiltern für die Werkstatt. Ich habe mich vor einigen Wochen aber doch dazu entschlossen einen zu installieren. Der Filter funktioniert hervorragend. Erste Effekte stellen sich sehr schnell ein. Schaut man sich nach wenigen Tagen die Filtermatten an, bekommt man erst einen Eindruck davon, wie hoch die Staubkonzentration in der Werkstattluft eigentlich ist. Der erste Filter hat mich schnell überzeugt und ich habe noch einen zweiten installiert. Bei meiner großen Werkstatt wäre einer überfordert, für die meisten Hobbywerkstätten sollte jedoch ein Filter ausreichen.

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Für meine große Werkstatt reicht ein Gerät nicht aus, da müssen es schon zwei sein. Die filtern dann auch eine Menge Staub aus der Luft.

Für meine große Werkstatt reicht ein Gerät nicht aus, da müssen es schon zwei sein. Die filtern dann auch eine Menge Staub aus der Luft.

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Übertrieben?

So manch einem mag das alles übertrieben erscheinen. Aber meiner Meinung nach hat eine Werkstatt, in der überall eine dicke Staubschicht liegt und wo Späne in den Ecken liegen nichts mit der Romantik des Handwerks oder "Hier wird richtig geschafft!” zu tun. Eine saubere Werkstatt trägt sehr zur Gesundheit und dem Spaß am Arbeiten in der Werkstatt bei. Ich habe mir fest vorgenommen die Staubbelastung in meiner Werkstatt auf einem Minimum zu halten. Ich bin ehrlich, manchmal scheitert es einfach an mangelnder Disziplin. Da muss man sich vielleicht einfach selbst überlisten, wie zum Beispiel mit der Fernbedienung für den Staubsauger. Und wie sieht es bei Ihnen aus?

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