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Den Clamex entknoten

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 28.06.2016

Der Clamex von Lamello. Ich verwende ihn viel lieber als Exzenterverbinder.

Der Clamex von Lamello. Ich verwende ihn viel lieber als Exzenterverbinder.

Mit dem Lamello Clamex kann man Bauteile aus Holz miteinander verbinden und wieder lösen. Er kann also als Ersatz für herkömmliche Exzenterverbinder angesehen werden. Dabei ist er meiner Meinung nach aber viel einfacher in seiner Anwendung. Wer sich über den Clamex im Internet informiert könnte jedoch erst einmal mit einem fragenden Gesichtsausdruck vor dem Bildschirm sitzen. Denn auf den ersten Blick ist der Clamex, seine Varianten und seine Anwendung doch etwas verwirrend.

Da wären zunächst einmal die beiden Grundvarianten mit dem Kürzel "P" und "S" in der Bezeichnung. Das "P" steht dabei für die Profil-Variante. Für deren Verwendung benötigen Sie eine spezielle Maschine, die Lamello Zeta. Diese ist recht teuer. Dafür sind die Verbinder selbst dann ein wenig günstiger als die "S"-Variante und man kann sie schneller verarbeiten. Die Clamex-S können Sie mit jeder handelsüblichen Flachdübelfräse einsetzen. Der Verbinder wird eingeschraubt, was ein wenig mehr Arbeit ist als bei den Clamex-P. Vom Clamex-P gibt es derzeit nur eine Größe. Der Clamex-S ist in mehreren Größen erhältlich.

Der Clamex-P kann nur mit der Lamello Zeta verarbeitet werden.

Der Clamex-P kann nur mit der Lamello Zeta verarbeitet werden.

Da für die meisten Holzwerker wohl eher die S-Variante infrage kommt, beziehen sich die folgenden Ausführungen auch auf den Clamex-S.

Die Nut für die Clamex-Verbinder muss acht Millimeter breit sein, während Flachdübel und viele andere Verbinder eine nur vier Millimeter breite Nut benötigen. Sie müssen sich aber jetzt keinen acht-Millimeter-Fräser zulegen. Sie können ganz einfach zweimal eine vier Millimeter Nut fräsen. Schauen Sie mal beim Zubehör Ihrer Flachdübelfräse nach. Bei den meisten Fräsen ist eine vier Millimeter starke Kunststoffplatte mit dabei. Fräsen Sei einmal mit dieser Platte und einmal ohne, haben Sie am Ende einen acht Millimeter breiten Schlitz. Naja fast. Denn bei vielen Flachdübelfräsen ist der Fräser nur 3,85 Millimeter dick. Es bleibt ein wenig Holz stehen, das aber mit einem flachen Schraubendreher schnell entfernt ist. Haben Sie keine solche Platte, tut es auch ein Stück Acrylglas in passender Stärke. Das bekommen Sie in jedem Baumarkt. Eine solche Platte kann auch unter die Grundplatte der Maschine unterlegt werden, wenn Sie den Klappansachlag nicht benutzen wollen.

Eine solche Distanzplatte liegt vielen Flachdübelfräsen bereits bei

Eine solche Distanzplatte liegt vielen Flachdübelfräsen bereits bei

Der kleine Span ist schnell mit dem Schraubendreher entfernt.

Der kleine Span ist schnell mit dem Schraubendreher entfernt.

Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind (und das werden Sie) können Sie immer noch einen acht Millimeter dicken Fräser kaufen. Prüfen Sie aber vorher, ob Ihre Flachdübelfräse einen solchen Fräser überhaupt aufnehmen kann.

Arbeiten sie beim Fräsen so genau wie möglich. Denn die Clamex-Verbinder können nicht so viel seitlich verschoben werden, wie normale Flachdübel. Genauer gesagt kann man sie überhaupt nicht seitlich verschieben. Man kann sie aber versetzt zueinander zusammenstecken. Ein paar Millimeter Toleranz ist also schon vorhanden.

Ein solcher acht Millimeter starker Fräser passt leider nicht in jede Fräse

Ein solcher acht Millimeter starker Fräser passt leider nicht in jede Fräse

Nach dem Fräsen muss eine Bohrung in eines der zu verbindenden Teile gemacht werden. Durch diese Bohrung wird ein Inbusschlüssel gesteckt und der Verbinder wird verriegelt. Es gibt eine spezielle Bohrschablone um dieses Loch passgenau zu machen. Jeder Packung Clamex-S liegt aber auch eine kleine Schablone aus Kunstsoff bei, mit der man problemlos die richtige Position der Bohrung anzeichnen kann. Auch an Gehrungen.

Wie Sie sehen brauchen Sie zur Verarbeitung der Clamex-S-Verbinder nur eine einfache Flachdübelfräse. Sonstiges Spezialwerkzeug wie der dickere Fräser oder die Bohrschablone erleichtern zwar die Arbeit sehr, sind aber für die ersten Gehversuche mit diesem Verbinder nicht notwendig.

Eine Einfache Schablone, aber sie funktioniert tadellos.

Eine Einfache Schablone, aber sie funktioniert tadellos.

Enorm praktisch, aber teuer: Die Lamello Bohrschablone für den Clamex

Enorm praktisch, aber teuer: Die Lamello Bohrschablone für den Clamex

So toll dieser Verbinder auch ist und so gerne ich ihn auch verarbeite, sollte man einige Nachteile nicht unerwähnt lassen:

  • Mit Preisen von bis zu zwei Euro je Verbinder ist er recht teuer. Je größer die Packung ist, die man kauft, umso günstiger wird der einzelne Verbinder.
  • Eine Clamex-Verbindung ist nur so stark, wie die Schrauben, welche die Verbinder halten.
  • An Gehrungen wird es vor allem mit einem vier Millimeter starken Fräser oftmals schwierig den Verbinder genau ins Holz zu bekommen.

Und hier noch einige Tipps zum Clamex:

  • Wenn man mehr Halt für den Verbinder benötigt, kann man ihn zusätzlich auch noch einkleben.
  • Bei Großpackungen sind keine Befestigungsschrauben mit dabei. Beachten sie das bei Ihrem Einkauf
  • Bei einigen Fräsen ist es beim ersten Einsatz des dicken Fräsers normal, wenn dieser etwas Aluminium des Anschlages wegfräst. Zum Teil ist dies auch in der Bedienungsanleitung Ihrer Fräse erwähnt.
  • Wenn Ihnen die Bohrung für den Inbusschlüssel einmal nicht ganz gelungen ist und nicht genau passt, können Sie ein wenig größer bohren. Das ist dann immer noch sehr unauffällig.
  • Benutzen Sie einen Zentrierbohrer (siehe auch hier: http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Immer-genau-in-die-Mitte) . Dann lassen sich die Schrauben besser eindrehen und nichts kann verrutschen.
Wie so oft, ist auch hierbei ein Zentrierbohrer eine große Hilfe

Wie so oft, ist auch hierbei ein Zentrierbohrer eine große Hilfe

Ich hoffe es ist mir gelungen ein wenig Ordnung in Clamex-Dickicht zu bringen. Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Lesern, die den Clamex bereits einsetzen und auch den Acht-Millimeter-Fräser nutzen. Schreiben sie doch, auf welcher Maschine Sie diesen einsetzen. So würde eine kleine Übersicht entstehen, wo dieser Fräser passt und wo nicht. Ich mache auch gleich den Anfang mit meinen beiden Maschinen: In die Lamello Classic-X passt der Fräser. In eine Makita PJ7000 passt er nicht.

Der Clamex ist für mich der absolute Problemlöser wenn Gehrungen verbunden werden sollen.

Der Clamex ist für mich der absolute Problemlöser wenn Gehrungen verbunden werden sollen.

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