Holzhobel: Drehen statt Klopfen

Tschechische Raubänke und Putzhobel pimpen die Eisenverstellung mit einer Mechanik auf.

Holzhobel werden meist per Hammer und Keil eingestellt, Metallhobel stellt man bequem per Rändelschrauben ein. Das kommt vor allem Gelegenheitshoblern entgegen, die sich mit der Keileinstellung schwer tun. Der tschechische Hersteller Pinie hat jetzt seine Holzhobel mit einer Einstellung versehen, die sehr an die Mechanik von Metallhobeln erinnert. Das soll das Einstellen des Hobels stark vereinfachen.
Das funktioniert so weit auch ganz gut. Allerdings nicht ganz so wie bei einem Metallhobel. Denn mit der Feineinstellung kann man nur die Spandicke einstellen, nicht aber die Parallelität zur Hobelsohle. Diese muss man auch beim Pinie-Hobel mit leichten Hammerschlägen einstellen. Eine weitere Messingschraube findet sich beim Pinie-Hobel am Keil. Denn dieser muss nicht eingeschlagen werden. Die Schraube drückt auf das Hobeleisen und klemmt somit den Keil und das Hobeleisen im Hobelkörper fest.

Fotos: Heiko Rech

Die Schraube für die Keilklemmung muss man sehr fest anziehen, damit das Hobeleisen gut gehalten wird. Die Feineinstellung hingegen erfordert kaum Kraftaufwand.

Die Verarbeitung der Pinie-Hobel ist ordentlich und sie liegen auch gut in der Hand. Die Sohle aus Weißbuche gleitet sehr gut und ist robust. Allerdings muss man etwas Zeit in die Hobeleisen investieren, denn diese sind doch recht grob geschliffen. Hat man das aber erst einmal gemacht, kann man feinste Späne abnehmen und glatte Holzoberflächen damit erzeugen.

Fotos: Heiko Rech

Gut geschärft und richtig eingestellt, sind solch feine Späne kein Problem. Voraussetzung ist aber auch eine plane Hobelsohle. Daran gab es bei unserem Modell nichts auszusetzen.

Es ist schon sehr komfortabel, wenn man mal schnell die Span­dicke ändern kann. Das recht weite Hobelmaul erlaubt auch beim Putzhobel größere Spanabnahmen.

Die Feineinstellung ist auch wirklich sehr feinfühlig. Lediglich beim Richtungswechsel gab es bei unserem Testmodell ein Spiel von etwa drei Umdrehungen, bei denen erst einmal nichts am Hobeleisen passiert. Hat man sich aber daran gewöhnt, ist die Einstellung des Hobels kein Problem mehr. Damit beim Aus- und Einbau des Hobeleisens die Mechanik an ihrem Platz bleibt, wird sie von einem kleinen Magneten gehalten. Die Mechanik greift in eine Bohrung im Hobeleisen. Daher können nur die originalen Eisen in diesen Hobeln verwendet werden.
Derzeit gibt es mit dieser Verstellung mehrere Hobel, zum Beispiel einen Putzhobel und einen Doppelhobel zum Preis von 60 Euro sowie eine Raubank für 80 Euro. Und für alle, die sich selbst einen Hobel bauen wollen, gibt es die mechanischen Komponenten inklusive Hobeleisen als Set für rund 25 Euro zu kaufen.
Ein wenig schade ist es schon, dass die Mechanik keine Lateralverstellung des Hobeleisens erlaubt. Aber nichtsdestotrotz zeigt Pinie mit dieser Hobelserie, dass man auch den altbewährten Holzhobel noch verbessern kann.

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Kommentare

16.09.2018

Danke für die Info und den interessanten Beitrag!

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