Harthies neue Dekupiersäge im Tischformat

Made in der Lüneburger Heide: Dekupiersägen von Harthie gibt’s jetzt auch in klein.

Eine "Harthie" läuft ruhig, schneidet kleinste Radien und liefert eine sehr gute Schnittqualität. Das konnte schon die erste Dekupiersäge E 900 aus dem Hause Harthie im HolzWerken-Test unter Beweis stellen. Nun hat der Erfinder der Säge mit dem Drehgriff, Uwe Hartmann, eine kleinere Tischversion auf den Markt gebracht. Die Harthie Primus 360° macht denjenigen Anwendern, die herkömmliche Dekupiersägen gewohnt sind, etwas zu schaffen. Denn das herkömmliche Prinzip (beide Hände schieben das Werkstück am starr auf- und abfahrenden, oszillierenden Sägeblatt auf dem Anriss entlang) hat der Tüftler aus Scheeßel bei seiner patentierten Eigenentwicklung ordentlich umgekrempelt.
Den Hauptanteil am Schnitt leistet die Hand, die unter dem Sägetisch einen endlos in jede Richtung drehbaren Griff bedient. An diesem Griff ist das Sägeblatt aufgehängt, das man entweder mit einer Auslenkung von 15 Millimetern durch das Werkstück bewegt oder (wenn absolut senkrechte Schnitte wie bei Puzzles erforderlich sind) ohne Auslenkung in die gewünschte Richung führt.

Foto: Redaktion HolzWerken

Es ist ungewohnt für alle Bediener von Maschinen: Eine Hand greift unter den Sägetisch der Primus 360°, die andere liegt auf dem Werkstück auf, um es minimal in Position zu schieben und es auf den Sägetisch zu drücken. Die Hand am Griff muss fühlen, wohin sie die Sägezähne dreht, doch daran gewöhnt man sich schnell.

Die Säge benötigt auch ein wenig Einstellzeit, bis sie optimal läuft (Blattspannung, Hubgeschwindigkeit, Drehgriffprinzip), aber es ist ein bisschen wie beim Autofahren: Sobald der Anwender es verinnerlicht hat, ist an Aufhören nur schwer zu denken. Wem die Ausführungen in der ausführlichen beiliegenden Anleitung nicht ausreichen, kann mit dem Erfinder persönlich sprechen und sich Klarheit verschaffen.
Erstaunlich ist die Laufruhe der Säge. Ein von Hartmann ausgeklügeltes Kipphebelgelenksystem verhindert die ovale, oszillierende Bewegung der herkömmlichen Dekupiersägen. Auch das hat im HolzWerken-Test überzeugt.

Foto: Redaktion HolzWerken

Das "Harthie-Prinzip" hat den Vorteil, dass sich das Blatt selbst freischneidet, wenn man es auf der Stelle dreht.

Im HolzWerken-Test konnte die Primus 360° auch spitz zulaufende Formen ganz problemlos ohne eine zusätzliche Schleife (siehe obere Schwalbe) meistern. Die Schnittqualität ist dabei sehr gut.

Wer jetzt beim Anschaffungspreis schluckt, hat nicht ganz Unrecht: Mit einem Einführungspreis von 998 Euro (ohne Untergestell, das kostet zusätzlich 143 Euro) liegt die Harthie 360° deutlich über den Konkurrenzprodukten.
Für das Geld bekommt man jedoch eine sauber arbeitende, sauber und solide verarbeitete und in Deutschland entworfene, produzierte und montierte Maschine, mit der die Arbeit einfach Spaß macht. Wer häufig sehr filigrane Arbeiten (auch mal an sehr langen Werkstücken) in der Werkstatt hat, für den lohnt sich der höhere Anschaffungspreis sicher.

Mehr Infos: www.harthie.eu

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