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Arbortech fräst jetzt Kugeln

Die Australier von Arbortech sind schon seit Jahrzehnten Experten in Sachen „Power Carving“, also der maschinellen Schnitzerei. Dazu haben sie viele verschiedene Geräte und zahlreiche ausdifferenzierte Vorrichtungen für den Winkelschleifer im Programm, von denen wir bei HolzWerken auch schon einige vorgestellt haben.

Und jetzt nehmen sich die Aussies mit ihrem „Spheroplane“ die Kugel vor. Denn nur mit einer Frässcheibe auf einem Winkelschleifer ist es sehr schwer, eine halbwegs harmonische Kugel hinzubekommen. HolzWerken hat die Spheroplane daher eingehend getestet.

Die Vorrichtung wird mit einem M14-Gewinde auf einem gängigen Winkelschleifer (115er oder 125er) befestigt. Eine 50-mm-Frässcheibe, spandickenbegrenzt und mit zwei ringförmigen Hartmetall-Schneiden, leistet im Inneren des Spheroplanes die Arbeit. Der Clou ist der äußere Ring um die Scheibe. Er lässt sich per Gewinde in Achsrichtung vor- und zurückdrehen und in der Wunschposition arretieren. Der Rest ist im Prinzip angewandte Geometrie – und mutet beim Einsatz dann doch an wie Magie. Denn der je eingestellte Abstand des Rings zum Schneidenflugkreis gibt einen einzigen möglichen Kugeldurchmesser vor: Der Fräser spant was weg, bis der Ring irgendwann auf den bereits gefrästen Flächen aufsteht – man kann gar nicht zu tief arbeiten. Kugeln von 80 mm Durchmesser Mindestmaß sind so möglich, eine Obergrenze der Kugelgröße gibt es zumindest theoretisch nicht. In der Praxis muss man die Kugel sehr regelmäßig drehen und wenden. Wenn man das gleichmäßig rundum macht, hat man eine geometrisch perfekte Kugel. Oder eben die Außenseite einer Schale (eine Kalotte).Damit auch die Innenseiten von Schalen möglich sind, lässt sich die Frässcheibe auch etwas aus dem umgebenden Ring herausdrehen. Ab jetzt werden dann konkave Formen gefräst, sozusagen eine Kugel von innen. Dann das gleiche Prinzip: Genaue Einstellung wählen und fräsen, bis es nicht mehr geht.

In der Anwendung macht das richtig Spaß, was auch an der tadellosen Verarbeitung des Spheroplanes liegt. Voraussetzung ist bei Kugeln aber schon ein halbwegs „rund“ zugesägter Rohling, sonst ist der Weg lang. Der den Fräser umgebende Ring dient auch noch als Kapselung gegen den Flug von Spänen, die dann gut abgesaugt werden können. Die Oberflächenqualität ist dann aber eben nur „gefräst“. Daher liegt im Lieferumfang des Spheroplane-Köfferchens auch noch ein Schleifpad (samt einigen Schleifscheiben bis Körnung 240) bereit, das ebenfalls auf dem Winkelschleifer montiert werden kann.Unser Fazit: Für rund 320 Euro ist „Spheroplane“ durchaus eine Investition, die aber den Traum von großen Kugeln und Schalen auch für Nicht-Drechsler wahr werden lassen kann.


Die 50-mm-Frässcheibe räumt was weg; der äußere Ring ist axial verstellbar und regelt so, wie weit die Scheibe ins Holz gelangt. Hier ist die Einstellung für eine Schale, also konkav.

Mehr Infos: www.arbortechtools.com/de

Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 129. Spheroplane wurde der Redaktion leihweise zur Verfügung gestellt und nach dem Test an den Hersteller zurückgeschickt.

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