Das Verspannen eines durchstemmten Zapfens kann ein eingeschlagener Holznagel übernehmen: Das Ansetzen langer Zwingen wird so völlig überflüssig! In den USA ist die Technik als „drawbore pin“ verbreitet und sie kommt auch im mitteleuropäischen Zimmereiwesen vor. Nur ist uns hier kein eigener Name dafür bekannt. Es ist kein Problem, sie auch bei kleineren Möbeln einzusetzen.
Dazu werden der Zapfen und das durchgestemmte Zapfenloch normal nach eigener Vorliebe (mit der Maschine oder per Hand) passgenau angefertigt. Das Bauteil mit dem Zapfenloch bekommt danach rechtwinklig dazu eine Bohrung für einen kräftigen Holznagel (ein Dübelstab ohne Riffelung, mindestens 6 mm dick). Im nächsten Schritt kommt der Zapfen (noch ohne Leim) ins Zapfenloch. Jetzt wird der Bohrer (mit Zentrierspitze) noch einmal ins Loch eingeschlagen; so markiert er den Loch-Sitz auf dem Zapfen. Jetzt: Alles wieder auseinanderziehen und den Zapfen durchbohren. Wichtig dabei: Die Bohrung wird einen halben bis einen ganzen Millimeter Richtung Zapfenbrüstung verschoben! Wenn nun der Holznagel eingeschlagen wird, zieht er die Zapfenbrüstung ganz nah an das Teil mit dem Zapfenloch. Dichter geht es nicht und diese Verbindung hält meist ganz ohne Leim.
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