Es gibt einen großen Unterschied bei an sich einfach aufgebauten Werkzeugen wie Stechbeiteln. Er ist aber nicht ganz leicht zu erkennen, aber es ist nicht der Stahl, den wir hier meinen. Klar, auch da gibt es Unterschiede, aber sie fallen für die Hersteller nicht so sehr ins Gewicht. Sieht man von absoluten Billig-Beiteln mal ab, verwenden alle Hersteller, die wir kennen, ähnliche Stähle. Es ist die Verarbeitung, die die Spreu vom Weizen trennt. Genauer gesagt: das Härten.
Es macht von den Energiekosten und vom Aufwand her einen großen Unterschied für den Produzenten, wie weit man das Eisen härtet – nur die vorderen zwei Zentimeter oder fast bis oben am Heft. Direkt nach dem Kauf merkt das kaum jemand. Aber wenn man beim Schärfen einmal im ungehärteten Bereich angekommen ist, ist der Stechbeitel quasi wertlos.
Um diesen versteckten Herstellertrick zu entdecken, halten Sie den möglichst blank polierten Beitel ins Licht. In der Spiegelung lässt sich in der Regel eine feine Grenze sehen. Bis hierhin war der Stahlrohling ins härtende Salzbad getaucht. Gut zu wissen, oder?
Fotos: Andreas Duhme
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