Es ist schon interessant, welche Trends sich bei Elektro-Handwerkzeugen etablieren. War es vor einigen Jahren die Bestückung mit Akkus, ist jetzt das Thema Beleuchtung en vogue. Kaum eine neue Maschine, die nicht mit einem verbesserten LED-Lichtsystem wirbt.
Im Fall des neuen Exzenterschleifers ETSC2 von Festool ist diese Begeisterung aber gerechtfertigt. Wohl bei nur wenigen Maschinen ist eine ausreichende Beleuchtung so wichtig wie bei einem Exzenterschleifer: Unbarmherzig deckt Licht, das halbschräg auf das Holz trifft, Fehler in der Oberfläche auf. Hier zeigt sich, wo man mit dem Exzenter vielleicht zu schnell über das Holz gehuscht ist oder wo die Fasern besonders störrisch waren. Am Schleifer lässt sich die Ausleuchtung in zwei verschiedenen Helligkeitsstufen zuschalten. Verbindet man den ETSC2 mit der Festool-App, ist die Einstellung sogar stufenlos. Außerdem ist hier auch die Dauer für eine Nachbeleuchtung anwählbar – so kann man auch nach dem Stillstand der Maschine noch prüfen, wo man gegebenenfalls noch nacharbeiten muss.
Der Exzenterschleifer läuft mit Akkus aus der 18-Volt-Reihe von Festool. Ein intelligentes Energiemanagement verspricht eine lange Akku-Laufzeit: Das EC-TEC-System verhindert, dass der Motor mehr Strom verbraucht, als er müsste. Wenig Druck und geringer Abtrag sind weniger Energie-intensiv, so das Versprechen von Festool.
Der ETSC2 verfügt über eine Tellerbremse: Sie verhindert, dass die Exzenterbewegung der Maschine im Leerlauf zur Drehbewegung wird. Wer schon einmal einen freidrehenden Exzenterschleifer aufs Holz gesetzt hat, kennt die ärgerlichen Kreisspuren in der Oberfläche. Beim ETSC2 sollen diese Missgeschicke Geschichte sein.
Festool hat hier eine Maschine für lange Schleifgänge gebaut: Die Schwingungsemission von niedrigen 2 m/s2 (125-mm-Scheibe) und bei 3,5 m/s2 (150 mm) sind Werte, mit denen Sie mehrere Stunden am Stück schleifen könnten. Das Gewicht liegt bei 1.300 Gramm (ohne Akkus). Der Schleifhub (der Schwingkreis der einzelnen Schleifkörner) der Maschine beträgt 3,5 mm. Wer den Artikel „Acht Exzenter mit allen Details“ (Ausgabe 115) kennt, weiß: Der ETSC2 ist damit zu sehr feinen Oberflächen in der Lage.
Aufgrund dieser Werte und der innovativen Beleuchtung ist die Maschine sicherlich in der Spitzenliga der Exzenterschleifer zu verorten. Dafür werden allerdings auch knapp 500 Euro (ohne Akkus) fällig. Für den Gelegenheitsschleifer ist die Maschine deshalb aus unserer Sicht keine zwingende Anschaffung. Wer aber in der Werkstatt immer wieder viele Quadratmeter zu bearbeiten hat, dürfte am ETSC2 seine Freude haben.


Mehr Infos: www.festool.de
Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 121.
Fotos: Festool GmbH
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