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Metabo Akku-Oberfräse: Keine Überraschungen

Zwei Hände führen die akkubetriebene Oberfräse von Metabo auf einem Brett, das auf der Werkbank liegt

Die Produktbeschreibung der akkubetriebenen Oberfräse OFV 18 LTX BL 12 von Metabo fällt unspektakulär aus. Eine schnelle Leseprobe beschreibt eher Altbekanntes: „kraftvoller Motor… millimetergenaue Einstellung… stabile Zwei-Säulen-Führung… Spindelarretierung… Wiederanlaufschutz…“ Das hat man alles schon gesehen und gehört. Und vielleicht sowieso schon in der Werkstatt stehen.

Spannender wird es, wenn man die Maschine aus Nürtingen dann mal in die Hand nimmt: Der bürstenlose 18-Volt-Motor entwickelt eine beeindruckende Kraft – die auch unter Last konstant bleibt. Und dem es auch herzlich egal ist, was er da mit bis zu 25.000 Umdrehungen pro Minute von Massivholz in Späne verwandelt. Natürlich kann die Oberfräse auch sanfter: Das Drehzahl-Minimum liegt bei 11.000 U/min. Die große Spannbreite ist bei solch kräftigen Maschinen enorm wichtig: Immerhin krallt sich die OFV 18 LTX BL 12 Fräser mit Schaftdurchmessern von sechs, acht oder zwölf Millimetern ins Holz (dass die sechs Millimeter nur mit einem Reduzierring in der Zwölfmillimeter-Zange statt mit einer „echten“ Spannzange erreicht werden, ist dabei verschmerzbar).

Aber auch wenn Motor und Spannzange prinzipiell auf kleine, feine Arbeiten justiert werden können – die Maschine ist trotz ihrer recht handlichen Maße für Großes geeignet: Bis zu 50 mm Hub schafft die Fräse. Schönes Detail: Die Spannzange kann dabei (fast) bis auf die Tiefe der Sohle der Grundplatte abgesenkt werden – hier wird also kein Millimeter Fräserlänge verschenkt.

Die Oberfräse OFV 18 LTX-BL 12 von Metabo sitzt mit Parallelanschlag auf einem Brett

Der mitgelieferte Parallelanschlag ist zufriedenstellend solide, hier wackelt nichts.

Bei den Fräsvorgängen – sowohl beim Kantenfräsen als auch mitten hinein ins „volle Holz“ beim Nutenfräsen – gibt es nicht zu meckern: die OFV 18 LTX BL 12 zieht stoisch ihre Bahnen. Die abnehmbare Absaugvorrichtung hält die Werkstatt dabei dankenswerterweise ziemlich sauber. Die Ergonomie ist durchdacht: Ähnlich wie bei der DCW620 von DeWalt (Ausgabe 120) sind die klassischen Knäufe hier richtigen Griffen gewichen. Die Bedienelemente sind auch bei festem Griff um die Maschine immer in Reichweite. Das gilt insbesondere für den Feststell-Hebel: Eine Art „Doppelflügel“ sorgt dafür, dass er in jeder Stellung leicht zu erreichen ist. Die Höhenarretierung arbeitet exakt und schließt fest, der mitgelieferte Parallelanschlag führt die Maschine ohne Wackler. Auch beim Revolveranschlag liefert die Maschine keine Überraschungen: bekannt und funktional.

Detailaufnahme der Griffe zum Feststellen oder Lösen der Höhenarretierung der Oberfräse von Metabo

Durchdacht: Zum Feststellen oder Lösen der Höhenarretierung hat man gleich zwei Griffe "in Reichweite".

Der Eindruck fällt rund aus: Metabo hat für rund 390 Euro (ohne Akku) schlicht eine richtig solide Akku-Fräse auf den Markt gebracht. Kein Schnick-Schnack, sie tut, was sie soll. Und das macht die unspektakuläre Beschreibung dann ganz sympathisch: Eine grundehrliche, gute Maschine auch einfach mal nüchtern und ohne Übertreibungen zu bewerben – das wird dem Gesamteindruck der OFV 18 LTX BL 12 auch gerecht. Und ist mal eine nette Alternative zu den marktschreierischen Werbetexten vieler anderer Werkzeuge, die neu auf den Markt drängen.

Mehr Infos: www.metabo.com/de

Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 122.  Die vorgestellte Oberfräse wurde der Redaktion leihweise zur Verfügung gestellt und nach dem Test an den Hersteller zurückgeschickt.

Foto: Christian Filies

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