Kein Thema der letzten Monate (Jahre) wurde so intensiv behandelt, besprochen, beschrieben wie der breite Einsatz künstlicher Intelligenz. Vom vermeintlichen Zaubermittel für ungefähr so ziemlich jede Herausforderung der Menschheit bis hin „Zumüller“ des Internets oder Anführer einer Maschinen-Invasion: Irgendwo findet man sicher Argumente für all das (oder dagegen).
Da möchte man doch manchmal einfach die Werkstatt-Tür zu machen, den Hobel in die Hand nehmen und so richtig altmodisch und analog arbeiten. Handy aus, Laptop weg – nur ran ans Holz. Nimm das, Computerzeitalter!
Und dann blättert man in der Werkstatt ganz entspannt auf der Suche nach neuen Ideen und Tipps durch die aktuelle Ausgabe von HolzWerken. Hm…ein neuer Frästisch? Spannende Tricks rund um den konstruktiven Holzschutz? Endlich, endlich mal eine Erklärung, wie man mit dem Tischlerdreieck arbeitet. Spannend, diese Ausgabe! Hmm. Was sagt eigentlich das Impressum? Moment mal? KI? AUCH HIER?
Klar, wie für alle Medienhäuer ist auch für Vincentz Network – dem Verlag hinter HolzWerken – der Umgang mit der künstlichen Intelligenz eine wichtige Neuerung. Aber natürlich macht ein Fachmedium wie HolzWerken das Fachwissen der echten Menschen aus: Unsere Autorinnen und Autoren sind Expertinnen und Experten auf ihrem Gebiet. Das Redaktionsteam von HolzWerken besteht aus handwerklichen und journalistischen Profis. Darauf kann man sich als Leser verlassen. Unsere Projekte werden gebaut, die Maschinen getestet, die Techniken erprobt.
Künstliche Intelligenz nutzen wir schlicht als Werkzeug. Am Steuer bleiben bei uns immer Menschen. Und das hat auch gute Gründe:
Die KI hat kein Verständnis von dem, was sie tut: Künstliche Intelligenz gibt meistens das wieder, was am wahrscheinlichsten ist. Gerade bei Fachmedien, bei denen es auch um Sicherheit geht, ist es aber absolutes Wissen, was zählt. Wie herum ein Fräser dreht, weiß man – so wie die Profis, die für uns schreiben. Das ist kein statistischer Wert, der vielleicht aufgrund von Quellen falsch ausgelesen wurde. (Und wer als KI „hand plane“ aus englischen Publikationen immer noch mit „Handflugzeug“ übersetzt, hat offenbar nicht verstanden, worum es geht.)
Die KI ist (oft) zu allgemein: HolzWerken-Leser wissen, wie man an einer Kreissäge arbeitet und müssen das nicht allgemein erklärt bekommen. Aber wie geht man mit besonderen Sägesituationen um? Die KI ist da ganz schnell überfragt. Und fabriziert dann abenteuerliche Ideen.
Der KI fehlt die Erfahrung in Spezialthemen: Klar hobelt man immer mit der Faser und nicht dagegen. Oder gar quer. Das ist logisch – und das sagt die KI. Aber manchmal muss es eben doch ein Hobelzug quer zur Faser sein. Zum Beispiel, um eine Verbindung einzupassen. Das sagt man, wenn man Erfahrung hat.
Die KI hat keine Ahnung, was eine Hobelmaschine ist. Also ehrlich mal:
Also: Keine Angst vor dem Impressum – jedes Wort, jedes Satzzeichen geht durch (mehrere) Redaktionshände. Aber klar nutzen wir in der HolzWerken-Redaktion auch die KI. Sie ist für uns sogar ein wertvoller Assistent geworden. Für Korrekturen. Zum Kürzen. Für schnelle Hilfestellungen. Sie macht für uns das Arbeiten schlicht schneller. Aber sie ist nur ein Werkzeug – wie der Hobel in der Werkstatt: Er alleine baut noch lange kein schönes Möbel. Da muss man als Mensch schon aktiv werden. So richtig schön analog und altmodisch.
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