Nein, das Bergische Land ist unseres Wissens nach keine japanische Provinz. Dennoch kommen seit kurzem Sägen nach japanischem Vorbild vom Traditionshersteller Kirschen in Remscheid. Ganz klar macht die Firma, die eigentlich „Wilhelm Schmitt & Comp.“ heißt, dass man diese Sägen nicht selbst produziert, sondern sie von einem Handelspartner bezieht. Zur Abrundung des Sortiments hat die Traditionsmarke nun unter anderem eine zweischneidige Ryoba und eine Feinschnittsäge im Sortiment. Diese beiden hatten wir über Monate zum Testen in der HolzWerken-Redaktion. Beiden gemein ist der einfache, aber angenehm leichte Kunststoffgriff mit Schnellwechselfunktion.
Die Ryoba mit 240 mm Blattlänge trägt wie alle industriell gefertigte Sägen per Impuls gehärtete Zähne. Hier zählen wir sieben Zähne pro Zoll (tpi) bei der Dreiecksverzahnung für Schnitte längs zur Faser und 18 tpi bei der Wechselverzahnung für Schnitte quer dazu. Im Handling lässt sich die sehr dünne (0,55 mm) und leichte Säge sehr gut führen. Auch die leichte Schränkung ist ordentlich gemacht, die Kirschen-Ryoba (53 Euro) sägt ohne ungewollten Richtungswechsel.
Mit nach Anbieter-Angaben dreifach geschliffenen Zähnen wartet auch die wechselverzahnte Feinschnittsäge auf. Hier sind es 20 tpi. Das 185 mm lange Blatt ist sehr stark biegbar. Sie eignet sich daher für viele feine Schnitte an schwer zugänglichen Stellen, aber leider nicht für das bündige Abschneiden von Dübeln. Die durch die leichte Schränkung seitlich etwas hervorstehenden Zähnchen zerkratzen die umliegende Holzfläche. Ansonsten ist die kleine Kirschen-Säge (42 Euro) aber ein guter Feinschnittspezialist.
Mehr Infos: www.kirschen.de
Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 120. Die vorgestellten Sägen wurden der Redaktion leihweise zur Verfügung gestellt und nach dem Test an den Händler zurückgeschickt.
Foto: Andreas Duhme
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