Königliche Oberflächen

Drechseln können ist das eine. Denn steht man nach dem letzten Schnitt vor der fertigen Schale, dem fertigen Stift oder anderen Werken, begibt man sich in die Welt einer Wissenschaft jenseits von Röhre, Meißel und Co: Für die Oberflächenbehandlung stehen so viele Mittel und Techniken zur Verfügung, dass man hier wirklich von der Qual der Wahl sprechen kann.


Die Firma König nimmt einen zumindest an die Hand, was die Zusammenstellung verschiedener Mittel für eine möglichst ebene, scheinende Oberfläche angeht: Mit dem Set „König Holz und Harz“ hält man – so das Versprechen des Herstellers – alles in der Hand, was dem Werkstück nach dem Schliff bis etwa Körnung 400 zu einer perfekt ebenen, glänzenden Oberfläche verhelfen soll.
Konkret sind es drei aufeinander abgestimmte Mittel: eine grobe und eine feine Schleifpaste bereiten alles vor, bevor die „Reibungs-Politur“ dann für das besondere Blitzen sorgen soll.
Der Auftrag erfolgt simpel auf dem stehenden Werkstück mit einem Papiertuch. Gerade bei der groben Paste muss man sich schon überwinden, die braune Schmiere auf dem Werkstück zu verteilen. Die Sorge ist aber unbegründet – läuft die Bank wieder, lässt sich alles rückstandsfrei verteilen. Das Schleifen selber ist durch die nasse Konsistenz staubarm.

Schale mit aufgetragener Paste Die grobe Schleifpaste hat das Aussehen von Schokopudding – und uns etwas Sorge um den hellen Ahornstreifen in dieser Schale bereitet. Nach der Verarbeitung ist aber alles restlos entfernt.


Die Schleifpasten sind ergiebig, selbst unser „Probierset“ (zwei Mal 40 g Paste und 100 ml Politur) dürfte für viele Schalen reichen. Bei einem Preis von knapp 30 Euro für das Set gibt es da nichts zu meckern. Das gilt insbesondere, wenn man in Betracht zieht, dass König nach eigenen Angaben regional in Deutschland ausschließlich mit natürlichen Inhaltsstoffen produziert. Das große Set (220 g / 250 ml) liegt bei etwa 60 Euro.

Ansicht Gesamt-Set Das Probierset wirkt klein, ist aber ergiebig.


Die Arbeit geht schnell von der Hand: Die Schleifpasten glätten die Oberfläche in kurzer Zeit deutlich. Der nasse, staubfreie Schliff und ein angenehmer Geruch sind weitere Pluspunkte. Mit der Politur selber bringt man anschließend in Alkohol gelösten Schellack schichtweise auf. Und das geht hier erstaunlich simpel: Ein paar Tropfen auf ein Tuch, einreiben, wiederholen. Schon nach wenigen Durchgängen erzeugt die Politur schon einen schönen Glanz, den man bis fast spiegelnd auspolieren kann.

Die starke Wärmeentwicklung beim Auftrag mit etwas Druck sorgte dafür, dass die Oberfläche außerdem direkt trocknet – das Werkstück ist bereits nach dem Auftrag fix und fertig. Auch wenn wir alten „einfach-schleifen-und-ölen“-Pragmatiker der Aussicht auf abgestimmte Schleifpasten und Schellack-Politur erst einmal skeptisch gegenüberstanden: Siegfried König hat hier mit seinem Set ein wirklich einfaches System auf den Markt gebracht, dessen Ergebnis überzeugt, sofern man auf hochglänzende Oberflächen aus ist.

Mehr Infos: www.drechselbedarf-schulte.de

Anmerkung: Dieser Artikel stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 101. Die vorgestellten Produkte werden der Redaktion für die Tests und Vorstellungen leihweise zur Verfügung gestellt und anschließend zurückgesendet.

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