Roller-Skates für scharfe Eisen

Kells Schleifführung für schmale Eisen hat Entwicklungspotential.

Machen wir uns nichts vor: Schnelle und perfekte Ergebnisse beim Schärfen auf Wassersteinen sind freihändig nur drin, wenn man es täglich macht. Glückwunsch an alle, die es können! Für alle anderen – die HolzWerken-Redaktion eingeschlossen – gibt es Schleifführungen.

Der Brite Richard Kell fertigt eine solche Schärfhilfe, bestechend klein und sehr hochwertig verarbeitet. Ihr Prinzip ist simpel: Das zu schärfende Eisen klemmt unter zwei 5-mm-Edelstahlstangen. Mittig zwischen diesen sitzt eine lange Gewindestange, die über eine Sechskant-Schraube die beiden Haltebacken von der Seite an das Eisen presst. Werkzeuglos, nur durch Hand, war jeder Beitel im Test so bombenfest verankert. Das ganze wird dann rollend über den Schärfstein bewegt.

Dass Richard Kell ursprünglich nur schmale Breiten im Sinn hatte, merkt man sofort. Maximal ein Zoll Beitelbreite (26 Millimeter) passt zwischen die Backen. Die Materialien hat Kell sehr hochwertig gewählt: Messing für Räder und Schraube, Ertalyte (ein Spezial-PET-Kunststoff) für die Lauffläche. Mit einer selbst gebauten Hilfslade, die den Überstand des Eisens stets gleich hält, lassen sich Schliffwinkel in Windeseile exakt reproduzieren. Weil die Kell-Schärfhilfe von der Seite spannt, ist ein allmähliches Verdrehen des Beitels kein Thema – andere Vorrichtungen haben hier ihre Schwäche.

Kell Schleifführung

Der große Vorteil der Kell-Schleifführung ist die Klemmung der Eisen von der Seite. Die Messing-Backen und der Stahl des Werkzeugs werden durch zwei transparente Kunststoff-Scheiben voneinander getrennt.

Ihren größten Nachteil teilen alle Kell-Führungen mit den meisten anderen Vorrichtungen auf dem Markt: Ihr Rad läuft auf dem Stein, nicht davor oder dahinter. Daher kann es sich mit der Zeit abnutzen, Abrieb kann in die Lager geraten und grobe Schleifkörner können auf feine Steine verschleppt werden. Mit ein wenig Sorgfalt und Pflege sind diese Probleme aber zu umschiffen.
Die Kell-Vorrichtung kostet rund 35 Euro. Seitdem seine kleine Führung durchschlagenden Erfolg hatte, produziert Kell auch eine XL-Version mit langen Stangen. Sie nimmt bis zu 70 Millimeter breite Eisen auf und liegt bei rund 40 Euro.

Mehr Infos: www.feinewerkzeuge.de

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