Progrip-Schiene: T-Nut zum Mitnehmen

An Vorrichtungen und in Maschinentischen sind T-Nut-Schienen willkommene Helfer für die Aufnahme von Niederhaltern, Stoppklötzen, Anschlägen und Co. Willkommen – aber leider auch ziemlich permanent dort, wo man selber oder der Hersteller sie eingesetzt hat. Immer wieder kommt es vor, dass eine T-Nut dann doch an der falschen Stelle ist. Oder sie ist schlicht nicht vorhanden.


In diesen Fällen kann ein Produkt der Firma Progrip interessant werden. Es handelt sich dabei um eine Aluminiumschiene, auf der zwei T-Nuten platziert sind. Ein simpler Exzenterhebel-Mechanismus spannt sie fest an die Kanten von Werktischen, Brettern oder Platten. Einzige Bedingung: diese Kanten müssen gerade sein, da die Progrip-Schiene an die Seiten der Unterlage gespannt wird.
Ist die 54 mm breite Schiene gespannt, hält sie bombenfest. Der Hersteller wirbt damit, dass die Schiene so auch bei Verleimungen als vollwertige Zwinge genutzt werden kann. Da die Auflagefläche aber nur 15 mm hoch ist, ist dieser Einsatzzweck aus unserer Sicht eher ein Nebeneffekt. Als Holzwerker hat man sicherlich andere Zwingen im Arsenal, die für das Verleimen besser geeignet sind.


Die gerade Bezugskante und vor allem die T-Nuten sind jedoch ein Pfund, mit der die Progrip-Schiene wirklich wuchern kann. Leider entsprechen die Nuten mit 12,7 x 2 mm keinem Standard-Maß, der Hersteller hat aber einige interessante Zubehöroptionen im Programm.
Auf einer Kunststoffplatte mit einer passenden Nut können Handmaschinen wie Handkreissägen, Oberfräsen, Stichsägen oder andere aufgeschraubt werden. In Kombination mit der Schiene können diese Werkzeuge so gerade geführt werden. Leider läuft die Nut der Platte nicht ganz spielfrei auf der T-Nut, etwa ein halber Millimeter Luft lässt seitliche Bewegungen zu. Für hochpräzise Fräsungen zwar zu viel, für die meisten Anwendungen aber sicherlich innerhalb der Toleranzschwelle.

Progrip-Schiene im Einsatz beim Fräsen Auch Oberfräsen lassen sich mit der Schiene gut führen.


Mit der Progrip-Schiene lassen sich auf Maschinentischen zum Beispiel Federkämme, Stoppklötze, Niederhalter und ganze Parallelanschläge (letzterer aktuell nur in Übersee bestellbar) montieren. Der Hersteller bietet all diese Erweiterungen als modulare Einzelbausteine an. Etwas ärgerlich: damit die Schiene sich dafür tatsächlich exakt rechtwinklig ausrichtet, müssen die Anschläge mit einer Verbreiterung („Wide Jaw“) ausgestattet werden. Diese schlagen zwar nur mit knapp sieben Euro zu Buche, dürften aber aus unserer Sicht von vornherein montiert sein.

Wide Jaw-Backen demontiert Die Klemmflächen haben mit 15 mm für eine Zwinge eine geringe Höhe, um den Anpressdruck zu verteilen. Die optional erhältlichen Wide-Jaws erweitern diese Flächen enorm.

Insgesamt bewegt sich das System überhaupt in einem preislich interessanten Bereich: Die Schiene kostet je nach Länge zwischen knapp 24 (für 610 mm) und 42 Euro (für 1.270 mm). Die Basis zur Montage von Oberfräse und Co ist für 20 Euro zu haben. Die Federklemme liegt bei zwölf Euro, Stoppklötze bei elf Euro und der Niederhalter für den Einsatz der Schiene am Bohrtisch kostet 18 Euro.

Mehr Infos: www.feinewerkzeuge.de

Dieser Text stammt aus der Kategorie „Neues für die Werkstatt“ aus Ausgabe 102. Die Progrip-Schiene wurde der Redaktion leihweise zur Verfügung gestellt und an den Händler zurückgeschickt.

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