Mafell bringt Handkreissägen mit 36 Volt in die Spur

Kurzatmig und etwas schwach auf der Brust – Handkreissägen bilden eine der letzten Maschinenklassen, in denen dieses Manko Akku-Geräten noch anhängt.

Meterlange Schnitte durch zentimeterdickes Vollholz zehren eben noch viel stärker an den Strompaketen als das Eindrehen einiger Schrauben.
Der schwäbische Hersteller Mafell setzt an seinem einzigen Standort Oberndorf ­dafür jetzt auf Lithium-Ionen-Akkus. Die Entwickler versprechen, dass mit der neu eingebauten Technik die erreichbare Schnittlänge auf über 100 Meter steigt ­(bezogen auf 19 Millimeter dickes MDF). Zum Vergleich: Mit der bisherigen 24-Volt-Technik auf Nickel-Cadmium-Basis kamen Mafell-Sägen bisher auf etwa 50 Meter.

Pendelhaube, Flipkeil und 36 Volt unter der Haube: Die neue KSP 55 vereint bekannte Bauteile mit neuer Technologie, und das zum ersten Mal in einem Akku-Gerät.

Drei Modelle bilden die neue kabellose 36-Volt-Flotte von Mafell: Die speziell für Zimmerei-Arbeiten angepasste KSS 400,
die MS 55 und KSP 55. Letztere hatte HolzWerken für einige Wochen in der Werkstatt. Die Schnitttiefe und das Eintauchen der KSP 55 werden über einen Hebel gesteuert und die Bodenplatte entsprechend angehoben oder gesenkt. Der Spaltkeil versenkt sich beim Eintauchen selbst im Gehäuse – es ist Mafells erste Akku-Säge, die diesen so genannten "Flipkeil" verbaut hat. Übrigens hat die Bodenplatte nur die schmale Aufnahmenut für Mafell-Führungsschienen. Stärker auf den Tischlerbereich ausgerichtete Maschinen der Oberndorfer nehmen auch Führungsschienen von Festool auf. Im Lieferumfang der Maschine befindet sich auch ein Parallelanschlag. Generell setzt Mafell so viele Bauteile seiner Netz-Maschinen wie möglich bei den Akku-Maschinen ein. Zwar spart man so nicht an Gewicht – die KSP 55 wiegt 5,1 Kilogramm –, man erhält aber mobile Handkreissägen mit der mechanischen Qualität der Netz-Verwandtschaft.
Im kabellosen Test-Einsatz hat sich die KSP 55 voll bewährt. Das Handling ist einfach, die Verarbeitung gewohnt solide und die Schnittgüte sehr gut. Die Schnitttiefe beträgt 55 Millimeter (ohne Schiene) und auch bei voller Auslastung in Eiche war der Durchzug sehr gut. Mit den 2,6 Amperestunden "Füllung" ist der Gang zum mitgelieferten Ladegerät selten nötig – und wenn doch, liegt ein zweiter Akku serienmäßig im Systainer (bei den Oberndorfern "MafellMax" genannt). Der massive Akkublock zeigt auf Knopfdruck übrigens seinen Ladestand in einer dreiteiligen Anzeige an.

Foto: Redaktion HolzWerken

Das Akku-Kraftpaket basiert auf der Lithium-Ionen-Technik und liefert mit einer kleinen Anzeige (rechts oben) Infos über den Ladestand.

Mit einem Listenpreis von rund 1.100 Euro ist die Akku-Variante der KSP 55 deutlich teurer als die kabelgebundene Variante ("KSP 55 F"), die für einen Straßenpreis von 400 Euro zu bekommen ist. In Frage kommt die Maschine daher vor allem für Holzwerker, die Schnurlosigkeit besonders hoch schätzen und die – in Gartenlaube oder sonstwo – gerne und viel abseits von Steckdosen arbeiten. Ist die Preis-Kröte einmal geschluckt, macht die Arbeit mit dem schwäbischen Akku-Kraftpaket uneingeschränkt Spaß.  ‹
Mehr Infos:  www.mafell.de

Stand März 2013. Zuerst erschienen in HolzWerken 39

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Kommentare

02.02.2014

Erwähnenswert wäre sicher noch, dass Mafell hier keine Akkus entwickelt hat, sondern diese von Bosch zukauft. Deshalb werden in kürzester Zeit auch die Mafell Geräte mit den neuen Bosch Akkus mit 2 und 4 AH ausgeliefert, denn die 2,6er haben ausgedient. Übrigens wäre es wünschenswert wenn solche Details erwähnt würden, denn dieses grandiose 36 Volt Akkusystem hat keinesfalls Mafell erfunden, was jedoch so rüber kommt. Auch erwähnen könnte man ja dass es für diese Akkus auch Schrauber, Bohrhämmer, normale Handkreissägen, Säbelsägen, Kettensäge, Heckenscheren und sogar Rasenmäher gibt, das würde einigen Leuten sicher beim Überwinden der Hemmschwelle von 1000€ helfen.

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