Kraftvolles Sägen fernab der Steckdose

Preisfrage: Die Akku-Handkreissäge KSS 40 ist ein Top-Gerät, für das man aber tief in die Tasche greifen muss.

Blöd, wenn ein Schweizer Taschenmesser ein Kabel und eine Steckdose brauchen würde, um einsatzfähig zu sein. Und das gilt auch immer stärker für Handmaschinen – je mehr Akkumaschinen in der Werkstatt sind, desto mehr stört die Kabelgebundenheit der anderen. Auch bei den Handkreissägen ist dieser Trend mittlerweile angekommen.

Mafell hat sein Kappsägensystem KSS nun auch mit einem Akku versehen, und HolzWerken hat die "KSS 40 18M bl" intensiv getestet. Ein bisschen wie ein Schweizer Taschenmesser ist diese kleine und nur gut dreieinhalb Kilogramm leichte Maschine mit ihrem 120-mm-Sägeblatt: Mit ihrer untergehängten Stummelschiene kann sie kappen und eintauchen, sie beherrscht Gehrungs- und Schifterschnitte und ist als Schattenfugensäge einsetzbar. Damit ist sie eine sehr gute Begleiterin auf einer Baustelle. Ihr Kauf kann für Häuslebauer lohnen, die viel mit Plattenmaterial arbeiten und die kabellos arbeiten wollen. Stolze 900 Euro kostet das System mit zwei Akkus, Flexi-Schiene und weiterem Zubehör.

Fotos: Redaktion HolzWerken

Bis zu ihrer maximalen Schnitttiefe von 40 Millimeter (mit Schiene) wird die Säge über zwei Säulen abgesenkt. Alle Hebel, Schalter und Skalen sind gut bedien- und ablesbar. Der mächtige Akkupack macht die Maschine etwas hecklastig, was aber im Betrieb nicht weiter stört.

Bis 42 Millimeter Schnitttiefe schafft Mafells Akku-Flaggschiff ohne Schiene. Aus ihrem 18-Volt-Akku beschleunigt sie das kleine Sägeblatt auf bis zu 6.700 Umdrehungen pro Minute. Der entstehende hohe, singende Ton ist etwas gewöhnungsbedürftig. Flipkeil und Pendelhaube machen im normalen Betrieb den fliegenden Wechsel zwischen normalen Kappschnitten und Tauchschnitten problemlos. Überhaupt wird die einhändig bedienbare Maschine auf der Baustelle ein fast so selbstverständlicher Begleiter wie ein Taschenmesser.

Fotos: Redaktion HolzWerken

Weil die KSS 40 ihre Schiene gleich mitbringt, sind solche Schnitte ohne großes Hantieren mit einer losen Schiene möglich: Die in einer Art T-Nut geführte Schiene ist in beide Richtungen auf 45° drehbar und rastet sehr präzise unter der Säge ein. Zwei Anlegenocken liegen an der Werkstückkante, dann wird das Aggregat vorgeschoben. Ist der Schnitt beendet, zieht ein federbelastetes Seil alles wieder in die Ausgangsposition.

Ein Manko gibt es aber: Das kleine Staubsäckchen ist schnell voll und dann leidet die Sauberkeit sofort. Wenn es aber genau darauf ankommt, muss ein Staubsauger her. Nur: Akku-Sauger gibt es zwar auch schon, sie sind aber nicht wirklich verbreitet.

Fotos: Redaktion HolzWerken

Auch Schnitte auf einer normalen Mafell-Führungsschiene sind möglich. Dafür wird der Schienenstummel der KSS 40 einfach abgezogen. Im Lieferumfang der Maschine sind auch eine rollbare Flexi-Schiene von 1,40 Meter Länge, ein Parallelanschlag, zwei Akkus und der Systainer.

Mehr Infos: www.mafell.de

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