Geführtes Schärfen mit Lie-Nielsen

Altes Vorbild, neue Umsetzung: Die Amerikaner erfinden die Zweibackenführung neu.

Zweibacken-Führungen zum Schärfen von Stemm- und Hobeleisen gibt es schon lange. Das Vorbild für die meisten dieser Führungen ist die "Eclipse Honing Guide". Auch der Schärfführung des amerikanischen Herstellers Lie-Nielsen diente sie als Vorbild. Allerdings haben die Entwickler bei Lie-Nielsen vieles Herkömmliche völlig neu konzipiert. Beim Original gibt es zwei Positionen, in denen Werkzeuge eingespannt werden können. Die untere für schmale Klingen, die obere für breite. Bei der neuen Lie-Nielsen-Führung gibt es nur noch eine Position und nur eine Einstell-Lehre. Das erleichtert das Einstellen gegenüber den Vorgängern enorm. Außerdem sind alle Teile an der Lie-Nielsen-Führung nun rostfrei. Die sehr präzise gefertigte Führung kann mit speziellen Backen für kurze, sehr schmale, sehr dicke und schräge Werkzeuge bestückt werden.

Solch kurze Eisen können in anderen Führungen nicht gehalten werden. Mit den langen Backen für kurze Werkzeuge gelingt das in der Lie-Nielsen-Führung aber problemlos.

Schräge Backen sind derzeit nur für die beiden Winkel 30 und 18 Grad erhältlich. Die im Lieferumfang enthaltenen Backen dürften mit einem Spannbereich von 5 bis 70 Millimetern die meisten Anwendungsfälle abdecken, so dass man die speziellen Backen beruhigt erst bei Bedarf nachkaufen kann.

Fotos: Christian Kruska-Kranich

Die als Zubehör erhältlichen Spannbacken werden mit jeweils zwei Schrauben befestigt. Je zwei Passstifte positionieren die Backen genau. Kleine Gummiringe verhindern, dass die Schrauben herausfallen.

Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass die Führung samt Zubehör speziell für die eigenen Werkzeuge ent­wickelt wurde. Dennoch lassen sich Stemm- und Hobeleisen auch von anderen Her­stellern einspannen. Problematisch sind jedoch Stemmeisen mit nicht parallelen Längskanten, also die typische deutsche Form. Diese Eisen werden nicht richtig gehalten.
Viel Freude mit der Lie-Nielsen-Führung werden besonders Anwender sehr dicker Hobeleisen haben. Denn die werden im Gegensatz zu günstigeren Zwei-Backen-Führungen wirklich bombenfest gehalten. Und das ohne viel Kraftaufwand beim Schließen der Backen mit der Rändelschraube.

Dicke Hobeleisen mit balliger Schneide lassen sich hervorragend schärfen. Aber auch gerade Hobeleisen, Stemmeisen oder sonstige gerade Schneiden sind kein Problem.

Die Rolle, mit der die Führung über den Schärfstein läuft, ist mit etwa 13 Millimetern recht schmal gehalten. Das erleichtert das Anschleifen von leichten Rundungen an Hobeleisen und nutzt den Stein weniger ab.
Die kompromisslose Qualität dieser Schärfführung schlägt sich auch im Preis von etwa 125 Euro nieder. Dafür bekommt man dann aber auch eine Führung, die eigentlich kaum noch Wünsche offen lässt.

Im direkten Vergleich werden die Unterschiede gleich sichtbar: Links ein preisgünstiger Eclipse-Nachbau, rechts die Variante von Lie-Nielsen.

Mehr Infos: www.dictum.de

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