Experten für Sonderformen

Feine Schabhobel von Clifton kosten, sind aber ihr Geld wert. DAs zeigt unser Test.

Schabhobel formen dann, wenn es zügig gehen soll und überall dort, wo normale Hobel nicht die passende Form liefern können oder hingelangen. Vor allem für die Bildhauerei und für Stuhlbauer sind sie unverzichtbar.

Wer Schabhobel viel einsetzt, greift mitunter auch auf die von uns getesteten Modelle von Clifton aus Sheffield zurück. Beide sind von ihrer Größe her (25 Zentimeter Länge) fürs Rasche und Grobe gut geeignet. Der Test zeigte: Sie können aber auch hauchfein. Der Schabhobel „500“ hat von vorne gesehen eine gerundete (konvexe) Sohle, die mit dem ebenso geformten Eisen vor allem zum Ausarbeiten von Po-gerechten Stuhlsitzen geeignet ist.

Clifton Schabhobel

Das konvexe Modell „500“ eignet sich besonders gut für das Ausarbeiten von großen Vertiefungen wie bei diesem Stuhlsitz.

Das Schwester-Werkzeug „550“ hat eine konkave Sohle und ein ebensolches Eisen, und ist daher zum Beispiel für handgeformte Stuhlbeine perfekt. Beide Wölbungen beschreiben einen Kreisbogen mit einem Radius von etwa 44 Millimetern.
Das jeweils 50 Millimeter breite Eisen wird über eine Feineinstellung vor- und zurückgezogen. Es ist mit 3,3 Millimetern dick genug, um nicht zu flattern. Beim ersten Schärfen zeigte sich, dass die Spiegelseiten sehr nah an perfekter Planheit waren; es musste nur wenig geschliffen werden. Die Fasen dieser Sonderhobel tastet man am besten nur dann an, wenn sie wirklich beschädigt sind. Vor allem das Eisen des 550ers mit seinem Innenradius ist fasenseitig nur schwer zu bearbeiten. Generell gilt: Diese Schabhobel sind sicher nichts für Einsteiger. Das zeigt auch der Preis; sie kosten jeweils rund 110 Euro.

Beide Modelle sind aus Sphäro-Gusseisen gefertigt, in dem der Kohlenstoff in Graphit-Kugeln vorliegt. Dieses Material wird auch als duktiles Gusseisen bezeichnet und für schwer belastete Maschinenteile verwendet. Somit sollten die Schabhobel auch einen Sturz von der Werkbank unbeschadet überstehen – das haben wir dann doch nicht getestet! Die Griffbereiche der Gusskörper liegen sehr angenehm in der Hand, denn sie sind poliert. Das nicht einstellbare Hobelmaul könnte an seiner Innenseite auch etwas derartige Feinbehandlung vertragen. Vor allem beim Test-500er stellte sich dem Span doch so mancher Guss-Pickel in den Weg. Dennoch lässt sich mit den Cliftons sehr gut arbeiten. Ihr großer Vorteil liegt in ihren sauber ausgeschliffenen, drei Zentimeter langen Hobelsohlen. Sie bieten gute Führung; die Sohlen anderer Schabhobel sind meist gerade einmal halb so lang.

Clifton Schabhobel

Die je drei Zentimeter langen Sohlen stützen beide Hobel vor und hinter dem Eisen besser ab als viele andere Schabhobel. Das erleichtert das kippelfreie Arbeiten ungemein.

Mehr Infos: www.magma-tools.com

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