Diese Beize mag es gut geölt

Die lasur-artige Öl-Beize von Osmo im HolzWerken-Test.

Beizen und Ölen ist immer eine schwierige Kombination. Die meisten Öle können nicht auf einer herkömmlichen Beize aufgetragen werden. Meist löst das Öl die Beize wieder an. Das Ergebnis ist ein verschmiertes Beizbild. Bei der neuen Öl-Beize von Osmo ist das anders. Sie kann problemlos mit allen Osmo-Hartwachsölen überstrichen werden. Die Öl-Beize findet sich im sogenannten Holzwerker-Sortiment, der Sparte von Osmo, die sich eher an den professionellen Verarbeiter wendet. Das muss aber niemanden abschrecken, denn die Osmo-Öl-Beize lässt sich sehr einfach verarbeiten. 
Die ölbasierende Beize kommt eher an eine Lasur heran und wird verarbeitet wie andere Möbelöle mit Pigmentanteil auch. Das bedeutet: Sie wird dünn mit der Rolle oder dem Pinsel auf das vorgeschliffene Holz aufgetragen.

Fotos: Heiko Rech

Der Auftrag erfolgt möglichst dünn mit einer Rolle oder einem Pinsel

Nach einer kurzen Einwirkzeit von etwa fünf Minuten wird der Überstand mit einem weißen Vlies abgenommen. Dabei wird die Fläche auch noch etwas geglättet und aufpoliert.

Die Öl-Beize kann mehrmals aufgetragen werden. Nach jedem Auftrag wirkt die Beize intensiver. Allerdings verliert sich dieser Effekt nach dem dritten Auftrag. Dann wird die Farbe nicht mehr kräftiger. In der Regel reicht ein Auftrag für eine leichte Färbung und ein weiterer, für eine etwas intensivere Farbgebung.

Mit jedem Auftrag wird der Farbton kräftiger, ohne dass die Öl-Beize wie bei einer Lasur die Holzmaserung abdeckt. Nach dem zweiten Auftrag lässt dieser Effekt je nach Holzart aber merklich nach. Mehr als drei Aufträge machen daher meist keinen Sinn.

Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Beize liegt nicht nur darin, dass sie sich mit Ölen verträgt. Man erspart sich auch das Wässern, was bei den meisten echten Beizen zwingend notwendig ist. Nach dem Auftrag der Öl-Beize stellen sich keine Holzfasern auf. Das Holz bleibt so glatt, wie es vor der Behandlung geschliffen wurde. Der Hersteller empfiehlt das Produkt sogar für die Behandlung von Fußböden. In Kombination mit einem Hartwachsöl hat man also eine sehr robuste Oberfläche. Die Öl-Beize ist speichelecht und für Kinderspielzeug geeignet (nach DIN EN 71.3). Durch die Zugabe eines speziellen Härters lässt sich die Trocknungszeit verkürzen. Ohne Härter sollte man die Beize gut einen Tag durchtrocknen lassen, bevor man die erste Ölschicht aufträgt.
Auch wenn die Öl-Beize von Osmo keine echte Beize ist, so deckt sie dennoch nicht so stark ab wie eine Lasur. Das Ergebnis entspricht einer gebeizten Oberfläche, wie man es gewohnt ist. Die Verarbeitung ist jedoch viel einfacher. Die sehr ergiebige Öl-Beize ist in holzähnlichen Farbtönen sowie schwarz, weiß und grau für etwa 38 Euro je Liter im Fachhandel erhältlich.

Mehr Infos: www.osmo-holzwerker.de

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