Veranstaltungstipp: Ikea im Klassizismus

Was hat der bekannte schwedische Möbelhersteller mit klassizistischen Möbeln zu tun? Die aktuelle Ausstellung im Leipziger Grassi-Museum gibt eine Antwort.

Wer in den kommenden zwei Wochen noch nach einem Ausflugsziel sucht, wird vielleicht im Leipziger Grassi-Museum fündig. Nur noch für kurze Zeit kann man dort in einer Sonderausstellung die Möbel des ersten Katalog-Tischlers Friedrich Gottlob Hoffmann ansehen. Hoffmann lebte fast zeitgleich mit Friedrich Schiller in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und baute Möbel, die er als erster im deutschsprachigen Raum in einem Katalog anbot. Rund 80 klassizistische Möbel sind im Leipziger Grassi-Museum zu sehen, von der Kommode bis zum Toilettenstuhl.

Hoffmann gilt als Querdenker und als unternehmerischer Pionier, weil er nicht nur zeitsparende Abläufe in seinen Werkstattalltag integrierte und es verstand, durch geschickte Werbung auf sich aufmerksam zu machen. Sondern auch, weil er sich über die ungeschriebene Regel der Innung hinwegsetzte, dass nicht mehr als fünf Mitarbeiter in einer Tischlerei zu arbeiten hatten. Er beschäftigte in Hoch-Zeiten bis zu 42 Mitarbeiter. So wird der sächsische Hoftischler Hoffmann von den Machern der Ausstellung auch als Unternehmer porträtiert.

Viele von Hoffmanns Möbeln wurden noch nie öffentlich gezeigt. Wer diese Premiere nicht verpassen will, kann noch bis zum 12. April nach Leipzig reisen, um die Ausstellung zu sehen:

"Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig. F.G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer" – bis 12. April 2015 im Grassimuseum (Johannisplatz 5-11), geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.

Mehr Infos unter: http://www.grassimuseum.de;

Wer möchte, kann hier schon einen ersten Blick in virtuelle Auszüge aus dem Ausstellungskatalog werfen.

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Kommentare

07.04.2015

Danke für den Buchtipp ! Habe es bestellt. Wenn man sich für die alten Meister begeistert, so wie ich, dann ist man mit dem Buch zum schmöckern gut aufgehoben. Finde es immer wieder erstaunlich, was damals schon geleistet wurde. Das Buch geht in ähnliche Richtung wie Bücher zu Abraham und David Röntgen. Für mich sind die mechanischen "Spielerein" immer wieder Inspiration.

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