300 Jahre Handwerk und ein Alles-Könner

Bis zum 7. Juli zeigt das Germanische Nationalmuseum Nürnberg die Ausstellung "Geheimnisvolles Handwerk 1500-1800". Zu sehen sind Objekte und Dokumente aus dreihundert Jahren Handwerksgeschichte.

Nicht nur Gerber, Flaschner, Fleischer, Tischler – die meisten Gewerke waren seit dem Mittelalter in Zünften organisiert und damit auch ihre Geschichte. So geht es in der Ausstellung nicht nur um handwerkliche Erzeugnisse, sondern auch um Objekte, die einen Einblick in das zünftig organisierte Leben der Handwerker bieten, 260 Exponate vom Metzgerpokal bis zur Zunftlade.

"Der Alles-Könner" – so heißt eine weitere Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, die noch bis zum 1. April läuft und die Arbeiten des Jugendstil-Künstlers Henry van der Velde (1863-1957) präsentiert. Der Dozent am Kunstgewerblichen Seminar und an der Kunstgewerbeschule in Weimar hat neben Möbeln, architektonischen und typografischen Werken viele weitere Artikel des täglichen Lebens aus unterschiedlichsten Materialien geschaffen.
"Dass Henry van de Velde sich an so viele, äußerst unterschiedliche Themengebiete heranwagte, ist nicht zuletzt auf seinen missionarischen Eifer zurückzuführen, mit dem er viele seiner Auftraggeber überzeugte. Mit großer Unbefangenheit ging er als Autodidakt ans Werk und kam auf diese Weise zu neuen Betrachtungsweisen und vielfach zu völlig neuartigen und ungewohnten Lösungen. Bei all seinen Werken legte er immer größten Wert auf eine hohe handwerkliche Qualität", heißt es in den Informationen des Museums zur Ausstellung. Die Holzarbeiten des handwerklichen Tausendsassas sind dem Jugendstil und damit dem Geschmack seiner Zeit gemäß schlicht aber elegant.
Das Germanische Nationalmuseum nahm den Geburtstag van de Veldes, den 3. April 1863, zum Anlass, um sein Leben und Wirken 150 Jahre später im Rahmen einer Sonderausstellung zu präsentieren.

Mehr Infos gibt es auf der Internetseite des Germanischen Nationalmuseums.

"Der dreiteilige Bücherschrank stammt wie der Schreibtisch aus dem Besitz des Berliner Verlegers Ludwig Loeffler. Dieser gab 1899 die Ausstattung eines Arbeitszimmers bei Henry van de Velde in Auftrag, der zu jener Zeit noch in Brüssel lebte. »Der Charakter meiner ganzen gewerblichen und ornamentalen Arbeiten entspringt einer einzigen Quelle: der Vernunft, der Vernunftgemäßheit in Sein und Schein«, hatte der Künstler zwei Jahre zuvor erklärt." Zitiert nach und Bild: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

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