Tja, Freunde. Es gibt wohl einen Grund, warum ihr hier seid: Der Blick auf den Kalender. „Moment…! OH GOTT! DAS HABE ICH KOMPLETT VERGESSEN!“
Muttertag?
Valentinstag?
Hochzeitstag?
Geburtstag?
Und ihr steht ohne Blumen da?
Keine Sorge: Wir lassen euch nicht hängen! Wir können das noch retten!
Ab in die Werkstatt! Hier ist unsere Bauanleitung für eine Rose ganz aus Holz. Was man braucht? Ein bisschen Restholz. Und ein bis zwei Stunden Zeit. (Wie ihr es schafft, ohne Blumen dazustehen und dann noch zu verkünden „Ich geh mal in die Werkstatt“ – das bleibt Euch überlassen.)
Aber: Ihr werdet sehen, es lohnt sich. Dankt uns einfach später. Benennt Eure Kinder nach uns. Oder schickt uns eine Postkarte aus den Flitterwochen. Oder Pralinen. Wie auch immer. Aber fangen wir erst mal an:
Ein etwa 30 cm langes Stück aus der Restekiste wird zum filigranen Stiel der Rose. Der Stab (hier in der Mitte) sollte zumindest grob quadratisch sein, etwa 30 x 30 mm. Insgesamt wird die Konstruktion ziemlich dünn – nur 5 mm. Damit hier nichts abbricht, sollte man unbedingt auf ein sehr dichtes Holz setzen. In diesem Fall haben wir Ahorn genommen. Auch Eiche oder Obsthölzer sind in der Regel geeignet.
Ein Blumenstengel ist fast nie perfekt gerade, bei einer Rose erst recht nicht. Auf zwei Seiten des Stabs kommt deshalb eine etwas „wilde“ Form des Stils. Die darf auf beiden Seiten auch etwas unterschiedlich aussehen. Ganz leicht gerundet, ein paar sanfte Knicke – und ein paar wenige Stacheln oder Blattansätze nicht vergessen. Hier kann man eigentlich nichts falsch machen: Einfach anzeichnen und schauen, ob es gefällt. Insgesamt wird der Stiel nicht breiter als 5 mm.
Die Bandsäge bringt den Stiel in Form. Wer keine Bandsäge besitzt, kann hier auch auf eine Laubsäge setzen.
Ganz wichtig: Nachdem eine Seite fertig ausgeschnitten ist, wird des Abfallholz wieder mit doppelseitigem Klebeband befestigt
Der nun wieder hergestellte Quader wird um 90° gedreht – und die andere Seite kann gesägt werden.
Werden alle Abfallstücke entfernt, hält man nun einen dreidimensional „geformten“ Stiel-Rohling in der Hand. Noch sehr eckig….
…. aber das kann man schnell mit Schleifpapier ändern. Der Stiel sollte sich auf jeden Fall rund und glatt anfühlen.
Die Blüten bestehen aus dem Holz von Hobelspänen. Auch hier gilt: Augen auf bei der Holz-Auswahl! Das Holz muss erstens schön aussehen und sollte zweitens flexibel und dicht gewachsen sein. Ganz wichtig: Man muss beim Hobeln den „Sweet Spot“ finden, bei dem der Span noch nicht zerfasert – aber so dünn wie möglich ist. Zu dicke Späne brechen sonst zu schnell, wenn man sie in Form um den Stiel biegt.
Hier haben wir Kirsche verarbeitet. Noch besser gehen Ahorn oder Linde – dafür hätte der Stiel aber eher dunkel sein müssen. Bis zu vier Zentimeter Breite sollten die Späne haben – ihre Länge ist relativ egal.
Mal ein besonderer Gast bei der Holzbearbeitung: Eine Schere bringt die Blütenblätter in Form. Es gibt sie in drei Größen (von links): 4 cm hoch, 4 cm breit / 3,5 cm hoch, 3 cm breit / 3 cm hoch, 2 cm breit. Ihre Basis (unten) ist immer rund 1 cm breit.
Zuerst werden nach und nach die kleinsten Blütenblätter um den Stiel geklebt – etwa 10 Stück. Sekundenkleber und Aktivator sind das Mittel der Wahl – die Blätter werden von der unteren Kante etwa 5 mm damit benetzt. Alternativ ist auch eine Heißklebepistole sehr hilfreich.
Danach kommen etwa 6 der mittleren Blütenblätter: Sie sind oben auf gleicher Höhe mit den kleinen Blättern. Da sie aber insgesamt etwas größer sind, stehen sie unten 5 mm über.
Die großen Blütenblätter kommen zum Schluss und werden genauso aufgeklebt: Fünf Millimeter tiefer als die vorherigen. Stehen die Ränder der Blätter zu weit ab, hilft ein Tropfen Sekundenkleber, um sie mit dem Nachbarn zu verbinden.
Wenn noch Zeit ist, kann man jetzt noch einen draufsetzen: Kleine Blätter am Stiel machen die Illusion der Holz-Rose fast perfekt.
Wer mag, taucht die Rose noch mal in Öl, um ihr ein noch edleres Aussehen zu geben - dann muss man sie aber über Nacht trocknen beziehungsweise abtropfen lassen. Reicht die Zeit dafür...?
So schnell geht es, eine kleine Aufmerksamkeit wie diese Rose aus Holz in der Werkstatt zu zaubern. Wer Lust auf noch mehr Projekte und kleine Geschenke hat, die an einem Werkstattnachmittag fertig werden, sollte dringend mal einen Blick in unser Heft „Kleine Projekte“ werfen. Hier gibt es vom kleinen Möbel bis zur schicken Schmuckdose ein ganzes Heft mit Projekten, die schnell fertig werden – aber niemals nach „schnell mal gebastelt“ aussehen.
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