Aus Bayern kommt eine neue Technik, die die Arbeit am Frästisch wesentlich bequemer macht.
Die Herausforderung ist so alt wie der Frästisch: Die Höhe des Fräsers über dem Tisch will fein eingestellt sein. Dazu muss die unter dem Tisch kopfüber montierte Oberfräse kontrolliert gehoben und gesenkt werden. Ihr Fuß ist dabei fest unter der Tischplatte montiert; genutzt werden dabei die Schraubpunkte, mit denen normalerweise die Gleitsohle unter dem Fuß befestigt ist.
(Wir wollen nicht ganz unerwähnt lassen, dass die in HolzWerken vorgestellten Frästisch-Eigenbauten das Problem recht elegant umgehen, indem sie nicht den Fuß, sondern die Führungsstangen der Oberfräse zur Befestigung nutzen.)
Für alle, die lieber auf eine Kauflösung setzen, gab es bisher ein Problem: Im Handel gibt es dafür bisher nur amerikanische Hebemechanismen, deren Bohrungen auch nur auf in den USA erhältliche Oberfräsen passen.
Um seinen Kunden hier eine Lösung anzubieten, wird der bayerische Händler Sauter nun zum Entwickler. Gemeinsam mit einer benachbarten Metallbearbeitungsfirma bringen die Oberfräs-Spezialisten den „Oberfräsenlift“ (kurz: OFL) 1.0 heraus. Ab Werk sind dabei bereits Bohrungen für 16 in Europa gängige Maschinenmodelle vorhanden. Darunter sind unter anderem die Festool 1400, Boschs GOF 1250 und 1600, Casals CT 2200 und die Modelle T10 und T11 von Trend. Sogar an ältere Elu-Modelle ist gedacht sowie an moderne Aggregate von DeWalt und Perles. Gegen Aufpreis von rund 70 Euro fertigt der Hersteller auch jedes weitere Bohrbild nach Kundenvorgabe.
Der ganze „OFL 1.0“ ist aus Stahl (zwei Führungssäulen und eine Gewindespindel) und teilweise eloxiertem Aluminium gefertigt. Die blaue Einlegeplatte (306 x 229 mm) ist in der Mitte eigens ausgedünnt, so dass der Fräshöhenverlust bei nur 14 Millimetern liegt. Sie ist passgenau ausgefräst für die Aufnahme von Kunststoff-Einlegeringen (im Lieferumfang). Ohne diese Reduzierungen misst der Durchlass 86 Millimeter.
Über eine in 1/10-Millimeterschritten skalierte Stellschraube lässt sich die Fräse stufenlos „durch den Tisch“ anheben, eine Vierteldrehung entspricht einem Millimeter. Das Hantieren unter dem Tisch entfällt. Direkt nebenan sitzt die Arretierungsschraube. Mit 4,5 Kilogramm bekommt der Ausdruck „schwere Qualität“ seine volle Berechtigung; die Verarbeitungsqualität entspricht bestem Maschinenbauer-Standard. Das alles hat seinen Preis, ein OFL 1.0 kostet 329 Euro.
Dies ist eine Meldung aus der HolzWerken-Ausgabe 53. HolzWerken hat eines der ersten Serienmodelle bekommen und intensiv in Augenschein genommen. Wir werden den OFL 1.0 nun einem Dauertest unterziehen.
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