Neuanfang bei Dictum: Nach dem Gang in die Insolvenz im Frühjahr 2026 hat sich nach einer längeren Hängepartie ein Investor gefunden: Anfang September hat der Belgier Filip Wauters die zentralen Geschäftsbereiche des wohl bekanntesten deutschen Werkzeughändlers übernommen. Für Holzwerker in ganz Europa und darüber hinaus bedeutet das: Es gibt weiter hochwertiges Werkzeug aus Niederbayern. Dictum hat traditionell Lieferanten aus aller Welt und auch eine eigene Produktion in der Nähe der Zentrale in Plattling.
Mit der Übernahme beginnt für das traditionsreiche Unternehmen aber ein tiefgreifender Umbau. Dictum will sich nach eigenen Angaben künftig stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren: hochwertige Werkzeuge und fachkundige Beratung.
Ladengeschäfte und Kurswerkstatt werden geschlossen
Gleichzeitig werden die Ladengeschäfte in München und Plattling geschlossen sowie der Betrieb der Dictum-Kurswerkstätten an den beiden Standorten eingestellt. Damit verliert der deutschsprachige Raum einen zentralen Ort für Kurse. Auch aufwendige Dienstleistungen wie den „Schärfpass“ wird es laut Dictum ab sofort nicht mehr geben.

Filip Wauters (r.) bedient Kunden beim Tag der offenen Tür von "Willy Vanhoutte".
Firmenrechtlich ist die „Dictum GmbH“ Geschichte, Filip Wauters betreibt den niederbayerischen Fachhandel nun als „Dictum Toolworks GmbH“. Rund 30 der ehemals 80 Mitarbeiter sind auch in der neuen Gesellschaft angestellt. Diese hat zudem alle Warenbestände und Markenrechte an „Dictum“ aus der Insolvenzmasse erworben.
Erfahrung im Holzbereich hat Filip Wauters: Bereits seit drei Jahren führt er „Willy Vanhoutte BV“ in der Nähe von Brügge, einen der bekanntesten Drechselfachhändler Westeuropas. Dort konnte HolzWerken ihn bereits erleben: Beim Tag der offenen Tür am vergangenen Wochenende stand Wauters selbst den ganzen Tag an der Kasse, „um die Nähe zu seinen Kunden zu erleben“, wie er uns sagte.
„Ich will Dictum zu altem Glanz zurückführen“, so das Ziel des Belgiers. In Kürze mehr dazu hier bei HolzWerken.
Andreas Duhme
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