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Tischlern

Kommode

Doodle Berlin

Nach diversen Outdoor- und Kleinmöbeln sollte es nun endlich mal ein erstes "edles" Möbel sein. Ein hochgestecktes Ziel wie ich im Laufe des Baus erfahren durfte. Auf jeden Fall habe ich viel dabei gelernt;-)

"Edel" heißt: Echtholzfunier und Massivholz, reichlich Schubladen auf Teleskopvollauzügen mit Softclose, Schrankfach mit Klappe, Oberfläche seidenmatt und glatt wie ein Babypopo! Gleich zu Anfang ein Lob: die Firma Zuschnittversand und Leisten Arsenal Vogt hat erstklassiges Material für Korpus, Schubladenfronten und Fußgestell geliefert. Die vorgeschnittenen Tischlerplattenteile kamen supergut verpackt und makellos bei mir an. Alles war rechtwinklig und maßgenau und die Massiv-Vierkanthölzer für die Beine (60x60!) waren exakt mit messerscharfen Kanten gefertigt. Top! Auf letzteres war ich angewiesen, da ich keinen Dickenhobel besitze. Der Korpus ist mit Flachdübeln verleimt, die Deckplatte zusätzlich noch mit Taschenlochschrauben befestigt. Die Schubladen habe ich ohne die Fronten vorgefertigt. Die Böden sind eingenutet und die Eckverbindungen an der Frontseite sind so gearbeitet, dass durch den Formschluss die Kräfte beim Öffnen der Schublade problemlos aufgenommen werden. Denn das war die ernüchternde Erfahrung: Auch die kleinsten Auszüge mit Softclose (jedenfalls die, die ich gefunden habe) sind scheinbar eher für Gesamtlasten > 3 kg konzipiert. Bei den kleinen und leichten Schubladen dagegen wirken sie etwas schwergängig, weil beim Öffnen zunächst ein Widerstand überwunden werden muss. Hier würde ich nächstes Mal eine andere Lösung wählen. Gut gelungen ist der Fuß. Für die Verjüngung der Beine von 60x60 auf 40x40 (an 2 Seiten) hatte ich mir eine Vorrichtung für die Kreissäge gebaut. Delikat dabei war, dass der Sägeblattdurchmesser zu klein war, um die 60 mm mit einem Schnitt zu schaffen. Somit musste das Teil jeweils umgedreht und (spiegelbildlich) nochmal gesägt werden, natürlich ohne einen hässliche Absatz zu erzeugen. Mit einer wohlüberlegten Schnittfolge konnte ich das Risiko aber minimieren und die kleinen Unebenheiten waren mit Schleifpapier leicht beseitigt. Die Bögen der Zargen wurden mit einer Schablone angezeichnet, mit der Stichsäge grob vorgesägt und dann mit Schablone und Oberfräse schön gemacht. Angetan von Pekovic und Farrington sollte auch ein einfaches Kumiko (auch das zum ersten Mal) seinen Platz auf der Tür finden. Ungeschickt war, dass ich mir Buchenstäbe dafür ausgesucht hatte, denn das Holz ist relativ hart und bereitet einige Mühe bei der Bearbeitung, insbesondere bei den kleinen Teilchen. Wegen der dunkleren Farbe, z. B. im Vergleich zu Fichte, konnte leider nicht der klassische Kontrast vor einem dunklen Hintergrund erzielt werden. Auch vom umgebenden Kirschbaum hätte sich das Kumiko nicht gut abgehoben. Also Flucht nach vorn und dunkel mahagoni gebeizt. Für etwas Glamour habe ich den Hintergrund mit Goldglitzerlack gestrichen. Je nach Lichteinfall sieht das ganz nett aus. Das Kumiko ist übrigens 8 mm tief in die 19 mm starke Klappe eingelassen. Diese Fläche passgenau aus- und planzufräsen war auch eine besondere Erfahrung (mit selbstgebauter Planfräsvorrichtung). Die Tür habe ich als Klappe ausgeführt, um etwas Ablagefläche für die Dinge aus dem Schrankfach zu bieten. Die Klappe wird von Neodym-Magneten zugehalten. Als kleines Schmankerl habe ich noch eine LED-Leuchte im Schrank hinzugefügt. Die Möbelgriffe sollten auf Wunsch der späteren Nutzerin maritime Motive zeigen. Hier bin ich bei Etsy fündig geworden. Ein kleines Unternehmen auf Zypern stellt die Dinger her. Die Qualität ist ok. Letzlich bestehen sie aus Kunstharz mit eingelassenen Gewindehülsen. Zur Oberflächenbehandlung: außen osmo TopOil und innen Aqua Clou Holzlack farblos. Maße (BxTxH)/mm ca. 830 x 400 x 860 Bin gespannt, wie sich die Kommode mit der Zeit "entwickelt". Im Moment funktioniert alles wie es soll, mal sehen, ob das so bleibt.

Arbeitszeit: ca. 40 h übers Jahr verteilt Stunden

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