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Drechseln

Not-Stop für eine Drechselbank (hier: Elektra Beckum)

Unbekannter Nutzer

Da ich in meiner kleinen Kellerwerkstatt immer alleine arbeite, hat die Arbeitssicherheit natürlich einen hohen Stellenrang, vor allem an schnell rotierenden Werkzeugen – aber wem sage ich das. Der Grundgedanke meiner Lösung stammt nicht von mir, ich habe das Prinzip irgendwo vor längerer Zeit mal gesehen; ob im Netz, oder einem Katalog, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls ging mir das nicht mehr aus dem Kopf und so habe ich es in den letzten Tagen an meiner Drechselbank Elektra Beckum realisiert ¬– und es funktioniert hervorragend! Ich kann jetzt mit einem legeren Hüftschwung oder leichtem Druck mit dem Oberschenkel die Maschine sehr schnell ausschalten. Dieses Wissen vermittelt mir für den hoffentlich nie eintretenden Notfall doch ein sehr viel größeres Gefühl der Sicherheit. In aller Regel sind die Drechselbänke mit dem typischen Sicherheitsschalter ausgerüstet. Aber den muss ich mit einem Finger treffen und sollte ich verletzt sein, kann das auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen. Das Prinzip ist sehr einfach: Es wird über die Länge der Maschine eine klappbare Leiste (String-Regalsystem) angebracht, die mit einem verlängerten Stößel den Ausschalter bedient. Durch ein großzügig bemessenes Loch kann die Maschine (normal mit dem Finger) eingeschaltet werden. Damit die Leiste nicht einfach vor dem Ausschalter hin und her schlackert, nutze ich einen dünnen, entsprechend gebogenen Blechstreifen, der zwar die Leiste mit dem Stößel leicht den Ausschalter betätigen lässt, aber dann sofort wieder zurückfedert. Diese Leiste habe ich so knapp über der Vorderkante des Sideboards positioniert, auf dem die Drechselbank steht, dass ich sie problemlos mit der Hüfte anstoßen und damit über den Stößel die Maschine ausschalten kann. Die gesamte Halterung habe ich mittels dickerer Alustreifen, die ich noch im Fundus hatte, direkt am Spindelkasten mit M8-Maschinenschrauben angeschraubt. Entsprechend dicke Holzleisten funktionieren natürlich auch. Das weiße „Blech“ ist 4mm-Aludibond, welches in diesen kleinen Abmessungen steif genug ist, sich aber sehr leicht bearbeiten lässt. Die Scharniere sind mit kurzen M6-Schrauben, bzw. Spaxschrauben befestigt. Die beiden Alustreifen habe ich mit Muttern auf Abstand gehalten, damit die Kunststoffabdeckung des Spindelkastens sich problemlos öffnen und schließen lässt. In diese Abdeckung musste ich deswegen 3 Ausnehmungen schneiden, weil die Muttern sonst das komplette Schließen verhindert hätten. Die kleinen Holzplatten (Buche-Leimholz) habe ich aus zwei Gründen montiert: um die Scharniere leicht an beliebiger Stelle befestigen zu können, ohne extra Metall bohren zu müssen und vor allem, um am Spindelkasten einen etwas größeren Abstand des hängenden Bleches vom Ein-/Ausschalter zu erreichen. Das kleine Holzklötzchen unter dem Alublech am rechten Ende der Not-Stopp-Leiste hat die Aufgabe, den mechanischen Schwung beim Betätigen voll auf die linke Seite mit dem Stößel zu leiten. Die Not-Stop-Leiste lässt sich übrigens auch komplett hochklappen, was das Säubern und Ausfegen des Sideboards erleichtert. Ich kann nur jedem empfehlen, diese oder eine ähnliche Lösung für die eigene Drechselbank zu übernehmen oder zu suchen, wobei natürlich die individuelle Befestigung von der jeweiligen Bank abhängt. Helmut Pütz

Arbeitszeit: 0 Stunden

verwendete Werkzeuge

Bohrer, Säge,

verwendete Materialien

String-Regalschiene, Holzreste, Alu-Dibond, Kleinmaterial, Schrauben, etc.

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18. Dez 2011 // Tischlern

2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

17. Feb 2020

Tut mir leid, da sehe ich mit dem hohen Aufwand wenig Sinn in der Vorrichtung! Die indirekte Betätigung erscheint mir auch kritisch. Entweder ein gespanntes Seil mit Endschalter und Notaus-Funktion, wenn es schon über den Bereich der Maschine gehen soll. Ansonsten einfach ein Pilztaster auf der Maschine, der ist immer erreichbar. Persönlicher Favorit an kleinen Maschinen ist ein Fußtaster, der ist immer leicht loszulassen. Gibt es in guter Qualität bei Pollin für 8€. Grüße, FP

Unbekannter Nutzer

17. Nov 2019

Hallo Helmut Eine klasse Idee um die Arbeitssicherheit im Hobby-Umfeld zu erhöhen. Sicher sind viele von uns in der gleichen Situation....alleine an Maschinen, die bei einem kurzen Moment der Unachtsamkeit eine erhebliche Gefahr darstellen. Sollte man wirklich mal in eine brenzlige Situatuion kommen ist deine NOT-AUS-Lösung Gold wert. Insbesondere die Verwendung von Restmaterialien , die ähnlicher Form sicher in vielen Hobby-Werkstätten vorliegen ist genial. Jetzt folgt nur noch...wie kann ich deine Idee an meine Bedürfnisse anpassen. Danke für deinen Beitrag . *****

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