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Tischlern

Tischkicker mit Schwalbenschwanzverbindungen, beleuchtetem Glasspielfeld und Getränkehaltern

Unbekannter Nutzer

Idee für dieses Projekt ist, einen individuellen Tischkicker zu bauen, der sich deutlich von den am Markt erhältlichen Tischkickern abhebt. Hierbei sollen verschiedene Features wie z.B. Korpus aus Massivholz mit offenen und geschlossenen Zinkenverbindungen, beleuchtetes Glasspielfeld und integrierten Getränkehaltern in einem Projekt umgesetzt werden. Eines der Highlights am Kicker ist Verbindungsart der Holzteile aus Rüster (Stirnseiten) und Ahorn (Seitenteile). Diese beiden Holzarten werden gewählt, damit die Zinkenverbindungen besonders gut zu sehen sind. Es werden offene und halbverdeckte Zinkenverbindungen umgesetzt, die mit Hilfe des Festool VS600 Verbindungssystems und der Festool OF1400 hergestellt werden. Hierzu wurde das VS600 System kurzfristig modifiziert, da einige der Bauteile „zu breit“ für das VS600 sind. Dabei werden die entsprechenden Bauteile umgespannt und wieder genau positioniert, damit kein Versatz im Muster der Zinken entsteht. Bei der Konstruktion des Kickers muss ein besonderes Augenmerk auf die Montagereihenfolge gelegt werden, da sich Zinkenverbindungen nur in einer Richtung montieren lassen und eine Montage ohne vorherige Planung insbesondere an den Torkästen und Rückwänden nicht ohne weiteres möglich ist. Zur Herstellung der Bauteile werden größtenteils Schablonen aus MDF angefertigt, mit deren Hilfe die Kontur mittels Kopierringen und der Festool OF1400 präzise gefräst werden können. Das Spielfeld des Kickers besteht aus einer 10mm starken Einscheibensicherheitsglasplatte nach DIN EN 12150-2 (kurz ESG) auf deren Unterseite der Rasen und die Linien mittels Digitaldruck aufgedruckt sind. ESG zeichnet sich durch erhöhte Biegebruchfestigkeit, Stoß-und Schlagbelastungen, und Temperaturwechselfestigkeit aus. Um Spontanbrüche und dadurch verursachte Verletzungen zu vermeiden, wird ESG einem mehrstündigem Heißlagerungstest bei 290°C unterzogen. Beim Aufdruck des Rasens und der Linien handelt es sich um einen „Colorprint HD“. Dieser wurde transluzent in einer hohen Bildauflösung ausgeführt, um eine Beleuchtung des Spielfeldes von unten mittels Leuchtstoffröhren zu ermöglichen. Durch an der Rückwand der Ballausgabe eingelassenen mattierten Plexiglaseinsätzen werden auch die in der Mitte befindlichen Ballausgaben beleuchtet. Die Leitung des Kabels wurde in einer Innenseite eines Fußes versteckt und tritt an der Unterseite dieses Fußes wieder zu Tage. Rechts und links der Zähler sind Getränkehalter eingelassen, die für eine Vielzahl von Flaschen wie z.B. der Steini-Flasche, besser bekannt als „Knolle“, der Euro-Flasche, der NRW-Flasche in Vichyform nach DIN 6075 sowie für Bügelverschluss- und Longneckflaschen ausgelegt sind. Es ist auch möglich hier diverse Gläser bis zu einem Durchmesser von 85mm abzustellen. Durch das Verhältnis der Tiefe zum Durchmesser der Getränkehalter ist ein umkippen von Gläsern oder Flaschen nahezu unmöglich. Allerdings kann dies nicht für Wein und Sektgläser mit Stil gewährleistet werden. Handelsübliche Kickerzubehörteile aus Kunststoff werden durch höherwertige Normteile ersetzt. Z.B. werden Stellringe an der Torwartstange aus Guss durch Edelstahlstellringe ersetzt. Um einen optimalen Lauf der Stangen zu gewährleisten werden Flanschlager aus der Industrie eingesetzt. Hierzu müssen abgesetzte Bohrungen in die Seitenwand gefräst werden. Dies wird mit Hilfe einer Schablone aus MDF und der Festool OF1400 bewerkstelligt. Die Zähler der Tore bestehen aus Sinterraststücken die auf einer Edelstahlstange geführt werden. Die Edelstahlstangen werden in Einlegeteilen aus Ahorn gelagert. Diese sind genau in die Ausfräsung im Deckel aus Rüster eingepasst. Die Verbindung der Stellfüße mit dem Korpus wird über mehrere Sterngriffschrauben realisiert die in Ensatbuchsen eingeschraubt werden. Diese Verbindung kann schnell gelöst werden um den Kicker in eine platzsparende, stehende Position zu bringen. Zur genauen Höheneinstellung des Kickers auf unebenem Untergrund werden bodenschonende Stellfüße mit KU-Kappe verwendet die in Einschlagmuttern an der Unterseite der Füße eingeschraubt sind.

Arbeitszeit: 120 Stunden

verwendete Werkzeuge

Festool OF 1400 mit diversen Fräsern (10mm Spiralnutfräser, Grat- und Zinkenfräser zur Herstellung der Schwalbenschwanzverbindungen, Radienfräser, Fasenfräser, diverse Kopierringe) Festool VS 600 mit Schablonen für offene und geschlossene Zinkenverbindungen Festool CXS Akkuschrauber Festool Rotax RO 150 Bosch GSB 10,8-2 LI Bosch GOP 250 Bosch Bohrmaschine Diverse Handwerkzeuge wie z.B. Stechbeitel, Schraubenzieher, Hammer, Schleifklötze etc

verwendete Materialien

Materialien: - Massivholz: Rüster 18mm stark und Ahorn (Seitenwand 36mm stark, restliche Teile 18mm stark) - Birke Multiplex (12mm stark, wird für die Ballausgabe und Halterungen der Leuchtstoffröhren verwendet) - Plexiglas 4mm stark - Aluminium Blech 2mm stark (Rückwand im Tor) - Edelstahlstange - Sicherheitsglas 10mm stark Detaillierte Stückliste mit den Abmessungen aller Bauteile, Normteile und Teile aus dem Kickerzubehörhandel liegt im Google Drive: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1hzh4easVmKpWjI3u6IDQH4F7jjvw6byfDcekawmEaG0/edit?usp=sharing

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3 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

21. Aug 2016

Vielen Dank für das positive Feedback :-) Mit dem Glasspielfeld lassen sich Bälle nicht ganz so einfach "klemmen" wie bei einem herkömmlichen Spielfeld aus Holz. Ich habe unterschiedliche Arten von Bällen getestet und muss sagen dass ich bisher die besten Erfahrungen mit dem Leonhart ITSF Kickerball (offizieller Ligaball) gemacht habe.

Unbekannter Nutzer

17. Aug 2016

Tolle Idee sehr gut umgesetzt. Danke für die ausführliche Beschreibung.

Unbekannter Nutzer

13. Aug 2016

Sehr schick & was für eine Beschreibung ;-)

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