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10. Sep 2021 // Dominik Ricker

Upgrade Vorderzange

Dominik Ricker

Bei der Herstellung von Schwalbenschwanzverbindungen wünscht man sich manchmal sehnsüchtig eine deutsche Vorderzange. Mit ein paar kleinen Kniffen lassen sich jedoch auch mit der französischen Variante Bauteile fest und sicher spannen.
Die französische Vorderzange zählt wohl als die bekannteste Variante der Vorderzangen.
Die Installation ist auch für Laien einfach umzusetzen, die Preise für günstige Modelle beginnen bereits ab 50€.
Die meisten “Einspannsituationen” lassen sich mit ihr einfach umsetzen.
Lediglich das einseitige Spannen links oder rechts von der Spindel kann zum Problem werden.

Einspannen direkt neben der Spindel ist hier nicht möglich, die Klemmbacke liegt nicht flächig an. Resultat: Das Werkstück kann nicht sicher fixiert werden. 
Über viele Jahre habe ich den Zollstock in solchen Situationen als Gegenstück genutzt.
Immer griffbereit ist das wohl auch zukünftig meine bevorzugte Lösung.
Unter anderem von Veritas gibt es einen sogenannten “Vice Rack Stop”. Das Prinzip ähnelt dem Zollstock: Einzelne Plättchen gleichen den Abstand aus.
Im Gegensatz zum Zollstock können auch größere Materialstärken eingespannt werden.
Ein typischer zwei Meter langer Zollstock (oder Meterstab, Meter, Doppelmeter, Gliedermaßstab, Schmiege…) hat nur eine Breite von ca. 35mm.
Darüber hinaus kann er seinen Zweck leider nicht erfüllen.

So platziert kann der Zollstock nicht durchrutschen und bleibt auch beim Umspannen an seiner Position.
So ein Abstandshalter ist schnell selbstgebaut: ein paar Lagen Sägefurnier oder flexibler Kunststoff mit einer Schraube fixieren und fertig ist der “Vice Rack Stop” (oder einfach zwei ausgemusterte Zollstöcke aneinder leimen).
Da ich allerdings hier und da zur Unordnung neige suchte ich nach einer festinstallierten Lösung, um die Vorderzange zu fixieren.

Ein Streifen Hartholz, eine Gewindeschraube und ein Verstellhebel, sowie zwei Rampamuffen (nicht im Bild) sollen das Problem lösen. 
Die Rampamuffen werden in die Hobelbank geschraubt, damit die erforderlichen Kräfte aufgenommen werden können
Das Werkstück wird eingespannt und die Vorderzange zugedreht. Der Spannhebel (links im Bild) wird arretiert und die Vorderzange kann nun mit ein paar weiteren Umdrehungen das Werkstück sicher fixieren.
Die hier gezeigte Lösung ist zunächst nur ein Prototyp und das Holz soll durch Stahl ersetzt werden. Davon ab bin ich mit der Funktion bereits sehr zufrieden.
Wer mit der Spannkraft nicht zufrieden ist, kann einen größeren Spannhebel verwenden oder ggf. mit einem Gummibelag die Reibung an der Spannfläche erhöhen.
Ich freue mich auf Kritik und Verbesserungsvorschläge.

HolzWerken Ausgabe 96

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 96 November/Dezember 2021

In HolzWerken-Ausgabe 96 geht es kunstvoll zu: Fertigen Sie eine Schmuckschatulle mit Messing-Verzierung und lernen Sie dabei die Technik der Marketerie kennen. Oder drechseln Sie eine Teller-Etagere und verbinden Sie elegant Holz mit Porzellan. Wer sein Wissen rund um die Arbeit mit der Kreissäge vertiefen möchte erfährt in dieser Ausgabe, wie Rückschläge an der Kreissäge verhindert werden. Außerdem im Heft: - Werkstücke sicher fixieren: Hilfsschraubstock im Eigenbau - Serie Japanische Hobel einstellen: Einpassen von Eisen und Klappe - Anzeichnen: Zinken und Schwalben richtig anreißen - Planfräs-Vorrichtung: SlabMatrix Pro von Sauter im Test - Lückenschluss am Frästisch durch Vorrichtungen: Splitterzunge und Kehlbrett

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2 Kommentare

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Uli_re

03. Okt 2021

Hallo Dominik, funktioniert sicher gut. Als Nachteil sehe ich, dass der Hebel dann in manchen Spannsituationen im Weg ist. Ich habe mir für meine Moxon Vise einfach Restsperrholzstreifen ca. 30x130 mm etwa 3mm dick auf einer Gewindestange montiert. ImPrinzuip die Zollstocklösung aber nur mit 150mm Dicke damit man die Spannbreite der Zange ausgleichen kann. Für den Einsatz von oben auf die Zange legen die Streifen runterdrücken - fertig. Primitiv, funktioniert aber perfekt. Den Tipp gabs glaub ich mal in Holzwerken - hab ich also nur übernommen. Gruß Uli

Martin Graf

18. Sep 2021

Hallo Dominik, interessante Idee. Bin gespannt, ob die Klemmung ausreicht, um der Kraft der Zange zu widerstehen. Ich hatte mir für diesen Zweck mal eine Stellschraube eingebaut. Die gibt es zum Beispiel bei feinewerkzeuge oder dictum für etwa 20€: https://www.feinewerkzeuge.de/spindel.html#ziel300675 https://www.dictum.com/de/zubehoer-spannvorrichtungen-baoe/stellschraube-fuer-druckbacken-740222 Die funktioniert gut und ist auch schnell verstellt. Für den Einbau muss man aber stärker in die Hobelbank eingreifen als bei Deiner Version. Gruß Martin

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