Created with Sketch.

14. Jan 2022 // Dominik Ricker

Rustikale Schleifstation - Holz und Leinölkitt statt Plastikwanne

Dominik Ricker

"Wie schleifst du eigentlich dein Werkzeug?" Kaum eine Frage bietet so viele verschiedene Lösungswege. Am Ende entscheidet vor allem das Ergebnis. Es mag effizientere Schleifstationen geben, aber im Hobby ist schließlich alles erlaubt, was gefällt - und bestenfalls auch funktioniert.

Zugegeben, es gibt wesentlich funktionalere Schärfstationen, aber wer meine Arbeiten kennt, weiß um meine Vorliebe für alte Techniken.
So war es vor ein paar Jahren mein Wunsch, eine Variante aus Holz zu bauen.
Der Tischler Franz Klausz hatte in einem seiner Videos mal eine Technik gezeigt, die auch bei Bootsbauern bekannt ist: Man komprimiert die Holzfasern mit einem Hammer und Stahldraht, hobelt die Oberfläche plan und wenn an diese Stelle nun Wasser gelangt, quillt das vorab komprimierte Holz auf.
So entsteht eine Dichtungslippe, die nach ein wenig Zeit wasserdicht wird.
Leider dauert es auch eben seine Zeit, bis das Holz ausreichend aufgequollen ist und bis dahin, läuft das Wasser durch.
Ich nutzte daher ein Paket Leinölkitt, um die Innenwände und Fugen meiner kleinen Holzkiste abzudichten. Zum Schluss habe ich noch einen halben Liter Leinölfirnis als Versiegelung verwendet. Nach zwei Wochen Härtungszeit ist die Kiste nun seit ein paar Jahren wasserdicht.

Rustikal und nicht mehr die jüngste, aber für meine Schärfroutine passend.
Leinölkitt macht die Fenster dicht… und meine kleine Holzkiste.
Die Arbeit kann man sich gewiss mit dem Kauf einer Wanne aus Kunststoff ersparen,
aber hin und wieder kann man den Pfad der Effizienz auch mal verlassen.
Zwei geschlitzte Leisten werden nun auf die Kiste gesteckt und dienen als Auflage für die Schleifsteine. Wird der nasse Schleifstein auf die gehobelten Leisten gelegt, fixiert die Adhäsion ihn ausreichend, um Schleifen zu können. Es braucht eigentlich keine weitere Fixierung. Da “eigentlich” nicht zuverlässig genug klingt, lege ich meist noch ein Baumwolltuch dazwischen.

Wichtig beim Schleifen: Die Kiste ist stabil und verwindet sich nicht. Zudem ist links und rechts ausreichend Platz, um die Spiegelseite abzuziehen.
Das Tuch dient auch zum Abwischen des Schleifschlamms. 
Einfach und optisch passend zu meiner rustikalen Werkstatt - ich bin immer wieder begeistert von meiner kleinen Schärfstation.
Wer auf der Suche nach effizienteren Varianten ist, sollte unbedingt nach der “Schärfbibel” von Friedrich Kollenrott Ausschau halten.

HolzWerken 98

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 98 Januar/Februar 2022

HolzWerken-Ausgabe 98 bietet eine große Vielfalt an Projekten: Fertigen Sie schnell umzusetzende kleine Geschenke, drechseln Sie einzigartige Gefäße in Vasenform aus Knollen oder bauen Sie ein wandelbares Tablett. Es darf auch etwas größer sein? Dann gibt es da noch den Kleiderschrank mit ungewöhnlichen Materialien und flexibler Handhabung. Außerdem im Heft: - Fingerfertigkeit am Frästisch: Vorrichtungsbau für exakte Fingerzinken - Stadt der Stuhlbauer: Spannende Details aus dem Stuhlbaumuseum - Handwerk: Backformen mit wenig Aufwand schnitzen - Hobelspäne als Furnierstreifen: Wellenmuster von besonderen Blöcken

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu hinterlassen, loggen Sie sich bitte ein.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok