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15. Jan 2021 // Dominik Ricker

Aus Multiplex wird Massivholz

Dominik Ricker

Eine kleine, optische Täuschung lässt die verräterischen Plattenkanten verschwinden.

Multiplexplatten sind beliebt... und aus meiner Sicht auch zurecht. So gern ich auch mit Massivholz arbeite, manchmal ist es doch ganz angenehm, „ohne Regeln“ arbeiten zu können. Die sich gegenseitig sperrenden Furnier-Lagen machen die Platte weitestgehend verzugsfrei. Das eröffnet viele Möglichkeiten bei der Konstruktion und auch EinsteigerInnen können schnell und ohne viel Vorwissen Möbel bauen. Auch optisch gibt es verschiedene Varianten, ob mit Linoleum, CPL oder Melaminharz beschichtet. Ich arbeite sehr gerne mit Birkenholz und wollte schon lange Massivholz und Multiplex-Platte miteinander kombinieren.

Denn einen großen optischen Nachteil hat Multiplex dann doch: Die Kanten offenbaren den Kern der Platte. Manch einer mag das ansprechend finden, mich stört es. Ein Anleimer soll für Abhilfe sorgen. Wilde Überlegungen habe ich angestellt, damit man den Anleimer nicht sehen kann. Selbst ein dünner Furnierstreifen hätte sich abgegrenzt. Ein Dreieck in das Multiplex einfräsen, um den Einleimer dann hinterher so bündig abzutrennen, dass kein Versatz mehr zu erkennen ist… Ließ sich im Skizzenheft noch gut darstellen, in der Praxis wäre es keine Freude gewesen. Da fand sich dann eine ganz einfache und simple Lösung: Eine Fase! Diese muss lediglich so exakt eingestellt werden, dass sie exakt an der Klebefuge vom Anleimer beginnt. Jetzt muss man wirklich ganz genau hinsehen, um einen Unterschied zu erkennen.

Bündigfräsen hatten wir hier im Blog schonmal. Der gezeigte Anleimer ist etwas massiver, um die Technik besser zu vermitteln.
Mit etwas Mühe beginnt die Fase exakt am Brettende. Wirkt doch wie aus einem Guß oder?
Funktioniert übrigens auch hervorragend mit furnierten Spanplatten :D
Viel Spaß beim Nachmachen.
HolzWerken Ausgabe 93

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 93 Mai/Juni 2021

Moderner Stil mit traditionellen Techniken: Der schlanke Eichen-Schreibtisch aus Heft 93 ist ein echter Hingucker in zeitgemäßem Design. Wie man Gratleisten, die hier zum Einsatz kommen, auch als versteckte Variante erstellt, zeigt ein weiterer Beitrag. Und Guido Henn präsentiert Ihnen mit dem Bau einer Andruckvorrichtung, wie Sie Ihre Finger bei der Arbeit am Frästisch schützen. Außerdem im Heft: - In der Tasche: Reise-Korkenzieher drechseln - Im Detail: Kumiko-Muster vom Feinsten - Für Anreißer: Wie verschiedene Streichmaß-Typen arbeiten - Mit Druck: Furnierpresse aus einem Feuerwehrschlauch - Hält tierisch gut: Altbewährte organische Leime

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