Created with Sketch.

06. Nov 2020 // Dominik Ricker

Stuhlbau - Ergonomie und die Grenzen vom Werkstoff Holz

Stühle gehören für mich beim Bau zu den anspruchsvollsten Möbelstücken. Wie kein anderes Möbel wird es dynamischen Belastungen ausgesetzt, es muss ergonomisch korrekt/bequem sein und im besten Fall auch noch gut aussehen.

Beginnen wir zunächst mit der Ergonomie: Die Lehrbücher geben Standardmaße vor, die sich aus einem Durchschnitt aller Körpergrößen zusammensetzen. Diese dienen uns zur Orientierung. "Das” eine Maß für einen Stuhl gibt es aber nicht, darum wird die Stuhlhöhe hier auch oft mit Größenspanne angegeben. 

Als HolzwerkerInnen haben wir jedoch die Möglichkeit, maßgeschneiderte Möbel zu bauen. Dazu bietet sich der Bau von einem "Mock-up” an. Aus ein paar Latten zusammengeschraubt erfährt man so schnell, ob die gedachten Proportionen stimmig sind.Beim Probesitzen erfährt man dann auch schnell, ob bspw. die Beine an die Zarge vom Esstisch stoßen oder die Rückenlehne vielleicht noch etwas weiter gebogen werden könnte.

Nur ganz grob, aber als Orientierung die 10 Minuten Arbeit wert.
Über die Seillänge kann schnell die Biegung der Rückenlehne festgelegt werden.

Welche Optik man bevorzugt, ist wieder eine individuelle Entscheidung. Ich versuche nicht das Rad neu zu erfinden, sondern mich an bestehenden Stühlen zu orientieren. Das gilt auch wieder für die Sitzhöhe.

Form, Ergonomie und Konstruktion sind eng miteinander verbunden. So mag ein filigran gebautes Sideboard funktionieren, beim Stuhl wirken die dynamischen Belastungen schnell zerstörerisch.

In der Lehrzeit habe ich oft Stühle reparieren müssen und eine Schwachstelle war stets die Eckverbindung. So fest eine Dübelverbindung oder Schlitz/Zapfenverbindung zunächst sein mag: Irgendwann ist jeder Leim/Kleber an seine Grenze gekommen. Auf Grund dieser Erfahrung werden wir uns eine Alternative überlegen.

Beim klassischen Möbelbau hat ein Blick in den "Spannagel” noch nie geschadet (Quelle: Fritz Spannagel - Möbelbau)
Im nächsten Blog folgt die zeichnerische Umsetzung.
HolzWerken 94

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 94 Juli/August 2021

Neue Frästisch-Vorrichtung: Bauen Sie einen Anlaufring um beispielsweise das Kopieren von geschweiften Formen nach Schablonen möglich zu machen. Wie aus dem Falzkopf ein Bündigfräser wird, zeigt Ihnen Guido Henn. Lesen Sie außerdem, wie Sie mit dem Bügeleisen Dellen, Buckel oder Kratzer aus Möbeln entfernen. Und: Aufsatzbänke im Test - was Hobelbänke to go alles können. Außerdem im Heft: - Die Zeit ist reif: Erntebox für sicheren Transport - Aus Eiche: Moderne Kommode mit klassischen Verbindungen - Echter Problemlöser: Alles über Epoxidharz - Geht erstaunlich gut: Kleinteile mit der Handkreissäge schneiden - Macht Eindruck: Fein gedrechselte Dose mit Wellenstruktur

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu hinterlassen, loggen Sie sich bitte ein.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok