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26. Aug 2014 // Heiko-Rech

Spurlos hobeln mit verrundeten Hobeleisen

Spuren beim Verputzen von holzoberflächen

So sollte eine Holzoberfläche nicht aussehen

In der Theorie dürfte ein perfekt eingestellter Putzhobel keine Spuren im Holz hinterlassen. Er nimmt bei jedem Hobelzug einen gleich dicken Span ab.  Wird der Hobel bei jedem Hobelzug weit genug versetzt, so dass er eine ausreichend große Auflage hat sollte eine glatte und absolut ebene Holzoberfläche entstehen. Soweit die Theorie.

In der Praxis funktioniert das leider nicht so. Denn es wäre eine absolut plane und gleichmäßige Holzoberfläche dazu nötig. Das Hobeleisen müsste perfekt zur Hobelsohle ausgerichtet sein. Der Holzwerker, der den Hobel führt müsste dies mit der Präzision einer CNC gesteuerten Maschine tun.  Sie sehen also, was in der Theorie funktionieren könnte, wird sich in der Praxis so nicht realisieren lassen. Es sei denn man bedient sich eines ganz einfachen Tricks.

Detailaufnahme eines Hobeleisens

Detailaufnahme der verrundeten Ecken

Die scharfen Ecken des Hobeleisens, die für die sichtbaren Hobelspuren verantwortlich sind dürfen dem zu hobelnden Holz nicht mehr zu nahe kommen. Das können Sie auf zwei Arten erreichen. Die erste Methode ist das Abschrägen der Ecken. Dabei wird beim Schärfen des Hobeleisens ganz gezielt Druck auf die Ecken ausgeübt.  Bei einem Putzhobel reicht es aus, wenn Sie das beim Abziehen des Eisens tun. Abschrägungen von ca. 0,1mm – 0,2mm sind bereits ausreichend.

Die Detailaufnahme rechts zeigt die Schneide eines Hobeleisens, bei dem die Ecken leicht abgeschrägt wurden. Am Schleifbild beim Abziehen der Schneide auf einem feinen Stein kann man die Verrundung oder die Abschrägung sehr gut erkennen. Sie können aber auch einen Haarwinkel anlegen, Hobeleisen und Winkel gegen das Licht halten und anhand des Lichtspaltes die Form der Schneide beurteilen.

Ecken von hobeleisen abschrägen

Abschrägen der Ecken

Die zweite Möglichkeit besteht darin die gerade Schneide des Hobeleisens in eine leicht bogenförmige Schneide umzuschleifen. Verwendet man eine Schärfhilfe gelingt dieses Umschleifen in die Bogenform je nach Modell nicht. Wer freihändig schärft kann ja einfach einmal versuchen das Eisen in die entsprechende Form zu schleifen.

Verrunden des Hobeleisens

Komplette Verrundung der Schneide

Wer mit der Maschine schleift ist hier ganz klar im Nachteil. Denn Schleifmaschinen für Werkzeuge sind in der Regel dazu gedacht eine perfekt gerade Schneide zu erzeugen.

Haben Sie ihr Hobeleisen verrundet oder die Ecken abgeschrägt werden Sie auch keine Spuren mehr beim Verputzen einer Holzoberfläche haben. Das Hobeleisen nimmt einen Span ab, der zu den Kanten hin immer dünner wird. Beim Einstellen des Hobels müssen Sie nur darauf achten, dass der Span nie so breit wie das Hobeleisen wird. Dann laufen die Hobelspuren seitlich sanft aus, es entstehen keine scharfen Kanten.

Ein feiner Span entsteht

So sollte der Span eines Putzhobels aussehen

Theoretisch entsteht so eine quer zur Hobelrichtung gewellte Oberfläche. Nun sind wir aber wieder beim Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Denn praktisch sind diese Wellen so verschwindend gering. Dass man sie nicht mehr wahrnimmt. Für Auge und Fingerspitzen entsteht eine glatte, glänzende Oberfläche.

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