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08. Aug 2016 // Tischlern

Mit Keilen und Klötzen einfach Ecken verleimen

Es ist, als müsste man einen Sack voll Flöhe hüten. Beim Verleimen von Korpussen oder anderen Eckverbindungen hantiert man mit Leim, Zulagen, Papier, Zwingen oder Ratschenband und den zu verbindenden Werkstücken. Schön einfach ist es, wenn dabei zwei Leute zusammenarbeiten.

Verleimen mit Keilen

Foto: Werner Hemmeter

Doch diesen Luxus hat man in den seltensten Fällen. Sobald die Werkstücke sicher stehen und die Zulagen nicht mehr das Weite suchen können, ist viel gewonnen: Die Zwingen lassen sich in Ruhe montieren. Noch einfacher ist es, wenn die Zulagen schon einen Teil der Arbeit der Zwingen übernehmen. Diese Aufgabe erfüllen 140 mal 140 Millimeter große Klötzchen aus 18 Millimeter starkem Multiplex mit Keilen. Dazu benötigen Sie außerdem noch zwei 75 mal 75 Millimeter große Klötzchen aus dem gleichen Material. Eines davon wird in der Schräge eines zuvor geschnittenen Keils halbiert. Der zweite kleine Klotz wird mit zwei Schrauben auf den 140-mm-Klotz geschraubt.
Das Prinzip der "Eckenspanner" ist einfach: Die beiden Werkstücke werden in die Klötzchen eingesetzt und mit Distanzstücken und Keilen festgespannt. Die Klötzchen spannen die betreffende Ecke zwangsläufig rechtwinklig. Eine sichtbare Korrektur der Werkstücke zueinander ist möglich, wenn man an jeder Ecke mit zwei Spannern arbeitet. Nicht nur Eck- sondern auch T-Verbindungen entstehen so mühelos und stabil.
Die eingelegten Werkstücke werden nun ohne eine nochmalige rechtwinklige Ausrichtung einfach mit Zwingen verleimt. Die Werkstücke könnten auch nur geschraubt werden, ohne dass eine andere Fixierung von Spannelementen erforderlich ist. Denkbar ist auch der Einsatz von unsichtbaren Taschenlöchern.
Mit den Eckenspannern können Bretter bis 35 Millimeter Materialstärke eingelegt werden, je nach Dicke der Distanzhölzer und Brettstärke. Ganz wichtig ist, dass zuerst die Keile hergestellt werden müssen, denn nach denen richten sich alle weiteren Arbeitsgänge.

HolzWerken Ausgabe 93

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 93 Mai/Juni 2021

Moderner Stil mit traditionellen Techniken: Der schlanke Eichen-Schreibtisch aus Heft 93 ist ein echter Hingucker in zeitgemäßem Design. Wie man Gratleisten, die hier zum Einsatz kommen, auch als versteckte Variante erstellt, zeigt ein weiterer Beitrag. Und Guido Henn präsentiert Ihnen mit dem Bau einer Andruckvorrichtung, wie Sie Ihre Finger bei der Arbeit am Frästisch schützen. Außerdem im Heft: - In der Tasche: Reise-Korkenzieher drechseln - Im Detail: Kumiko-Muster vom Feinsten - Für Anreißer: Wie verschiedene Streichmaß-Typen arbeiten - Mit Druck: Furnierpresse aus einem Feuerwehrschlauch - Hält tierisch gut: Altbewährte organische Leime

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