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21. Jul 2015 // Heiko-Rech

Immer wieder das Gleiche

Der Zuschnitt von Plattenmaterial mit der Handkreissäge ist ein typisches Beispiel dafür, dass man mehrmals das gleiche Maß anzeichnen muss. Schnell passieren dabei Fehler. Man muss nur einmal falsch ablesen oder verwackelt beim Anzeichnen und schon ist das teure Material zu klein zugeschnitten.

Es gibt spezielle Anschlagsysteme für Führungsschienen, die das verhindern. Diese kann man selbst bauen, oder auch fertig kaufen. Es gibt aber auch eine pragmatische Lösung: ein Lineal mit Anschlag. Solche Anschläge kann man ebenfalls fertig kaufen und das wollte ich immer mal tun. Aber wie das so ist, man vergisst solche Kleinteile gerne bei der Bestellung von Werkzeugen. Bei mir kam noch erschwerend dazu, dass ich verschiedene Lineale mit unterschiedlichen Breiten habe und nicht auf alle passen die fertig zu kaufenden Anschläge. Aber zum Glück ist so ein Anschlag schnell gebaut.

Ein einfacher Anschlag wertet ein Stahllineal auf

Ein einfacher Anschlag wertet ein Stahllineal auf

Der Vorteil eines Selbstbaus ist auch der, dass man die Linealanschläge nach den eigenen Bedürfnissen anfertigen kann. So habe ich meine Anschläge beispielsweise etwas dicker gemacht, als die, welche man so fertig kaufen kann. Das bietet mir eine bessere Anlagekante am Werkstück. Das Stahllineal wird durch den Anschlag in keinster Weise beschädigt, auch wenn man die Schrauben mal richtig fest anzieht.

Und so funktioniert der Bau der Anschläge:

Sie benötigen zwei Holzklötzchen mit den Abmessungen 30 x 60 x 10mm. Bei den Maßen sind Sie jedoch flexibel. Dazu noch zwei Schlossschrauben M6x30 (oder passend zu Ihren Klötzchen), zwei passende Unterlegscheiben, eine Flügelmutter und eine selbstsichernde Mutter.

Die Holzklötzchen werden mit doppelseitigem Klebeband aufeinander geklebt. Dann werden die beiden Bohrungen für die Schrauben gemacht. Der Bohrdurchmesser entspricht dem Schraubendurchmesser, also genau 6mm. Nun müssen nur die Schrauben montiert werden und der Anschlag ist einsatzbereit. Die selbstsichernde Mutter wird so angezogen, dass zwischen den beiden Holzklötzchen ein Spalt bleibt, welcher der Stärke des Lineals entspricht. Mit der Flügelmutter wird der Anschlag geklemmt oder gelöst.

Am besten machen Sie gleich mehrere dieser Anschläge, man weiß ja nie...

Am besten machen Sie gleich mehrere dieser Anschläge, man weiß ja nie...

Kleben Sie jeweils zwei der Klötzchen ganz genau übereinander

Kleben Sie jeweils zwei der Klötzchen ganz genau übereinander

Zeichnen Sie die Position der Schrauben an.

Zeichnen SIe die Position der Schrauben an.

Die Bohrungen für die Schrauben werden gemacht

Die Bohrungen für die Schrauben werden gemacht

Im noch zusammengeklebten Zustand können Sie die Kanten brechen.

Im noch zusammengeklebten Zustand können Sie die Kanten brechen.

Natürlich können Sie auch Schleifpapier verwenden

Natürlich können Sie auch Schleifpapier verwenden

Es spricht nichts gegen eine Oberflächenbehandlung der Anschläge

Es spricht nichts gegen eine Oberflächenbehandlung der Anschläge

Die beiden Klötzchen werden nun getrennt und die Schrauben eingesetzt.

Die beiden Klötzchen werden nun getrennt und die Schrauben eingesetzt.

Sollten Sie noch kein solches Stahllineal in Ihrer Werkstatt haben, dann wird es höchste Zeit. In meiner Werkstatt sind inzwischen mehrere solcher Lineale in unterschiedlichen Längen eingezogen. Stahllineale haben viele Vorteile: So sind sie zum Beispiel sehr genau und die Skala kann gut abgelesen werden. Die Lineale gibt es sogar in unterschiedlichen Leserichtungen oder auch mit einer von der Mitte aus in beide Richtungen verlaufende Skalierung. Und wenn Sie diese Lineale in unterschiedlichen Längen benutzen, sind sie bei vielen Anwendungen viel handlicher, als ein Rollbandmaß oder ein Meterstab.

Stahllineal und selbst gebauter Anschlag bilden vor allem beim Anzeichnen von großen Maßen eine tolle Einheit. Dort wo das Streichmaß oder der Kombinationswinkel zu kurz sind, kommt bei mir nun ein langes Lineal mit Anschlag zum Einsatz.

HolzWerken Ausgabe 93

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 93 Mai/Juni 2021

Moderner Stil mit traditionellen Techniken: Der schlanke Eichen-Schreibtisch aus Heft 93 ist ein echter Hingucker in zeitgemäßem Design. Wie man Gratleisten, die hier zum Einsatz kommen, auch als versteckte Variante erstellt, zeigt ein weiterer Beitrag. Und Guido Henn präsentiert Ihnen mit dem Bau einer Andruckvorrichtung, wie Sie Ihre Finger bei der Arbeit am Frästisch schützen. Außerdem im Heft: - In der Tasche: Reise-Korkenzieher drechseln - Im Detail: Kumiko-Muster vom Feinsten - Für Anreißer: Wie verschiedene Streichmaß-Typen arbeiten - Mit Druck: Furnierpresse aus einem Feuerwehrschlauch - Hält tierisch gut: Altbewährte organische Leime

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2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

04. Aug 2018

Hallo Heiko, ich habe eine kleine Anmerkung. Wäre es nicht besser, wenn man in dem untern Klötzchen eine Aussparung in der Dicke des Lineals macht, damit es immer im rechten Winkel zu dem Anschlag steht? Oder mache ich einen Denkfehler? Danke und viele Grüße Benjamin

Sam Jones

28. Sep 2016

Genial! Kleine "Ursachen", große Wirkungen! Habe mir das nachgebaut und bin begeistert!!!

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