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03. Apr 2018 // Heiko-Rech

Einfache Regale - Ein Möbelbau Crashkurs - Teil 1

Ich bin jemand, der lieber mit einem guten Plan und gut vorbereitet an ein Projekt herangeht. Zugegeben, das gelingt mir nicht immer. Manchmal wird auch etwas einfach aus dem Stegreif gebaut. Gut geplant ist mir aber definitiv lieber.

Wie Sie sicherlich bereits wissen plane ich meine Möbel in SketchUp. Ich achte bei der Planung peinlich genau darauf die Gliederung sinnvoll zu nutzen und die einzelnen Bauteile auch sinnvoll zu benennen und in eine logische Struktur zu bringen. Das macht nicht nur das Zeichnen einfacher, sondern auch den nachfolgenden Ablauf bis hin zur Zuschnittoptimierung. Ich weise den einzelnen Bauteilen auch Materialien zu, deren Benennungen ebenfalls eine wichtige Bedeutung für den nachfolgenden Ablauf haben. diese Materialein stammen aus einer selbst angelegten Materialbibliothek und müssen nur noch ausgewählt werden.

Wenn es irgendwie geht, plane ich auch einfache Dinge möglichst sauber in SketchUp

Wenn es irgendwie geht, plane ich auch einfache Dinge möglichst sauber in SketchUp

Eine für mich unheimlich wichtige und elementare Funktion in SketchUp: die Gliederung.

Eine für mich unheimlich wichtige und elementare Funktion in SketchUp: die Gliederung.

Materialein werden zugeordnet. Das ist wichtig für den späteren Ablauf,

Materialein werden zugeordnet. Das ist wichtig für den späteren Ablauf,

 

Ist alles gezeichnet, folgt der Export der Stückliste mit dem kostenlosen PlugIn "Cutlist". Es erstellt eine CSV-Datei, die ich in MaxCut einlesen kann. Sowohl das PlugIn, als auch die kostenlose Zuschnittoptimierung MaxCut habe ich Ihnen bereits vor einiger Zeit hier vorgestellt. Die Lins dazu finden Sie am Ende des Artikels. In MaxCut eingelesen, werden die Materialien anhand der gleichen Benennung in MaxCut und SketchUp erkannt und auch zugewiesen.

Ich brauche zwei gleiche Regale, das kann man in MaxCut sehr elegant abbilden, indem man die Teile gruppiert und diese Gruppe (das komplette Regal) zweimal in die Stückliste aufnimmt. Schon kann der Zuschnittplan als PDF-Datei erstellt werden.

Alle Einstellungen in Cutlist macht man nur einmal. Dann ist ein Export der Stückliste sehr einfach und schnell gemacht.

Alle Einstellungen in Cutlist macht man nur einmal. Dann ist ein Export der Stückliste sehr einfach und schnell gemacht.

In der Zuschnittoptimierung „MaxCut“ kann man auch größere Reststücke erfassen und beim Zuschnitt berücksichtigen lassen.

In der Zuschnittoptimierung "MaxCut" kann man auch größere Reststücke erfassen und beim Zuschnitt berücksichtigen lassen.

Den Datenimport in MaxCut legt man sich einmalig an. Danach kann man mit wenigen Mausklicks auch lange Stücklisten einlesen.

Den Datenimport in MaxCut legt man sich einmalig an. Danach kann man mit wenigen Mausklicks auch lange Stücklisten einlesen.

Eine sehr praktische Funktion in MaxCut ist das mehrfache Zuschneiden von Gruppen.

Eine sehr praktische Funktion in MaxCut ist das mehrfache Zuschneiden von Gruppen.

 

Der fertige Schnittplan

Der fertige Schnittplan

Ich habe zwar die Pro-Version von SketchUp, aber die hier gezeigte Automatisierung mittels Cutlist und MaxCut kann man auch problemlos mit der kostenlosen Version nutzen. Sowohl die Zeichnung in SketchUp, als Zuschnittplan als PDF-Datei landen in einem Onlinespeicher, auf den ich dann in der Werkstatt per Tablet oder Smartpfone  zugreifen kann. Auf diese Weise arbeite ich auch in der Werkstatt inzwischen papierlos.

Und jetzt geht es gut vorbereitet in die Werkstatt.

Nach Schnittplan werden die Einzelteile zugeschnitten. Das Material für den Korpus ist Tischlerplatte, Esche furniert. Ich mag Tischlerplatten und habe diesem Material auch schon mal einen Blogartikel gewidmet. Die Kanten werden mit sogenannten Starkfurnierkanten belegt. Das ist dünnes Massivholz von der Rolle. Sehr praktisch, wenn einem eine Kantenstärke von 2mm ausreicht. Der Zuschnitt der Teile aus Tischlerplatte für den Korpus erfolgt mit etwas Aufmaß. 20mm in der Länge und 5mm in der Breite. Damit meine Zuschnittoptimierung da nicht zu knapp rechnet, habe ich in MaxCut eine Sägeblattbreite von 10mm angegeben.

Der Zuschnitt der Teile aus Tischlerplatte erfolgt auf der Tischkreissäge.

Der Zuschnitt der Teile aus Tischlerplatte erfolgt auf der Tischkreissäge.

Wenn Sie eine Abrichthobelmaschine haben, hobeln Sie die Plattenkante, die mit einem Anleimer versehen werden soll leicht nach, so wird die Kante sehr sauber und der Anleimer schön dicht.

Wenn Sie eine Abrichthobelmaschine haben, hobeln Sie die Plattenkante, die mit einem Anleimer versehen werden soll leicht nach, so wird die Kante sehr sauber und der Anleimer schön dicht.

Holz von der Rolle: Starkfurnierkanten

Holz von der Rolle: Starkfurnierkanten

Jetzt wird der Anleimer mit ausreichend Zwingen und einer Zulage aufgeleimt.

Jetzt wird der Anleimer mit ausreichend Zwingen und einer Zulage aufgeleimt.

Mit dem Hobel wird der Anleimer bündig gemacht.

Mit dem Hobel wird der Anleimer bündig gemacht.

Bild: Mit dem Hobel wird der Anleimer bündig gemacht.

Viele der gezeigten arbeitsschritte habe ich Ihnen bereits einmal ausführlich beschrieben. So zum Beispiel das Beleimen der Kanten mit Anleimern und das Bündigmachen der Kanten mittels Fräse oder Handhobel. Daher verlinke ich lediglich auf diese Artikel, statt alles hier noch einmal zu zeigen.

Kommende Woche (im nächsten Teil) geht es dann mit dem Regalbau weiter.

Und, haben Sie sich in einigen Teilen hier wiedererkannt? Planen Sie auch wenn möglich detailliert vor, oder gehen Sie eher spontan an Ihre Bauprojekte heran?

Links:

HolzWerken Ausgabe 93

Einzelheft Zeitschrift

HolzWerken 93 Mai/Juni 2021

Moderner Stil mit traditionellen Techniken: Der schlanke Eichen-Schreibtisch aus Heft 93 ist ein echter Hingucker in zeitgemäßem Design. Wie man Gratleisten, die hier zum Einsatz kommen, auch als versteckte Variante erstellt, zeigt ein weiterer Beitrag. Und Guido Henn präsentiert Ihnen mit dem Bau einer Andruckvorrichtung, wie Sie Ihre Finger bei der Arbeit am Frästisch schützen. Außerdem im Heft: - In der Tasche: Reise-Korkenzieher drechseln - Im Detail: Kumiko-Muster vom Feinsten - Für Anreißer: Wie verschiedene Streichmaß-Typen arbeiten - Mit Druck: Furnierpresse aus einem Feuerwehrschlauch - Hält tierisch gut: Altbewährte organische Leime

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4 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

12. Mai 2018

Hallo sketchup ist leider nicht mehr kostenlos nutzbar :/ gibt es Alternativen ?

Unbekannter Nutzer

04. Apr 2018

Moin Heiko, wo ist die gute alte Erika geblieben? Da steht wer anders auf ihrem alten Platz ... Herzliche Grüße Rfainer

Unbekannter Nutzer

03. Apr 2018

Hallo, ich muß mich auch eher Hannes' Meinung anschließen. Ich bin beruflich in der Softwareentwicklung tätig und schätze es daher beim "holzwerken" weitestgehend auf den PC zu verzichten. Je nach Projekt sind es ein paar lose Blätter mit Kritzeleien darauf, oder wenn es umfangreicher wird, das gute alte Millimeterpapier. Änderungen wären mit CAD sicherlich leichter möglich, aber dennoch genieße ich den gesamten Prozess. Aber egal wie man es macht: das Wichtigste ist doch die Freude am vollendeten Werk :)

Unbekannter Nutzer

03. Apr 2018

Hallo Heiko, da du hier explizit danach fragst: ich finde es geradezu erstaunlich, mit welchem IT Einsatz du an den Möbelbau herangehst. Dafür sind deine Ergebnisse aber auch genau und nachvollziehbar... Ich persönlich habe bisher jeden IT Bezug vermieden, einfache Dinge plane und skizziere ich in der Werkstatt Freihand auf einem Restholz, komplexeres mit Bleistift und Lineal auf Papier. Natürlich resultiert das schon mal in Ungenauigkeiten, Nacharbeiten und auch fertigen Möbelmaßen, die so nicht gedacht waren... :-) Wobei ich dazu sagen muss, dass Arbeit mit Holz ganz bewusst Kontrast und Ausgleich zu meinem beruflichen IT-Leben ist, wie bei erstaunlich vielen Hobby-Holzwerkern. Daher möchte ich das auch gar nicht ändern. Viele Grüße Hannes

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