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06. Mrz 2018 // Heiko-Rech

Bündighobel selbst gemacht

Ich arbeite derzeit wieder mit Tischlerplatten. Dazu gehört auch das Aufbringen von Massivholzanleimern auf die Kanten. Nach dem Anleimen müssen diese noch bündig mit der Fläche gemacht werden. Ich habe Ihnen schon einmal eine Methode gezeigt, bei der ich das mit dem Frästisch gemacht habe. Das ging aber beim aktuellen Projekt aus zwei Gründen nicht:

  1. Einige Teile waren einfach zu groß um sie auf dem kleinen Frästisch sicher zu handhaben.
  2. Es handelt sich um Esche, das beim Fräsen der überstehenden Kanten gerne ausreißt.
Diese Teile sind definitiv zu groß um sie am Frästisch bündig zu machen.

Diese Teile sind definitiv zu groß um sie am Frästisch bündig zu machen.

Ich habe also begonnen die Kanten mit dem Einhandhobel bündig zu machen. Das geht eigentlich auch recht gut. Allerdings muss man doch sehr aufpassen, dass man dabei die Fläche nicht beschädigt. Also stellt man den Hobel eher sehr fein ein. Dann dauert das Hobeln aber länger. Ich nehme dann gerne einen zweiten Handhobel, den ich stärker einstelle. Also einen fürs Feine und einen fürs Grobe. Aber irgendwie war mir das bei der Mange an Kanten dann doch zu langsam. Man will ja auch irgendwann mal fertig werden.

Etwa zwei Millimeter Überstand müssen weg.

Etwa zwei Millimeter Überstand müssen weg.

Präzise, ausrissfrei, aber leider auch recht langsam

Präzise, ausrissfrei, aber leider auch recht langsam

Die Lösung des Problems war dann wirklich sehr simpel: 

Ich hatte noch einen wenig benutzten Fügeanschlag, der mit Magneten an fast alle meine Metallhobel angebracht werden kann. Damit konnte ich den Handhobel immer an der gleichen Stelle führen. Die Hobelsohle wurde mit zwei Lagen PVC-Klebeband belegt. Die Stelle, an welcher der Hobel die Kante abträgt wurde nicht beklebt.

Mit diesem umgerüsteten Putzhobel ging das Hobeln der Kanten nun viel schneller. Schließlich musste ich ja nicht mehr darauf achten, nicht zu tief zu hobeln.

Das wird gebraucht: Ein Anschlag und etwas Klebeband.

Das wird gebraucht: Ein Anschlag und etwas Klebeband.

Es muss kein so teurer Anschlag sein. Eine gefälzte Leiste mit Doppelseitigem Klebeband fixiert tut es auch.

Es muss kein so teurer Anschlag sein. Eine gefälzte Leiste mit Doppelseitigem Klebeband fixiert tut es auch.

Je dicker der Span sein soll, umso mehr Lagen Klebeband werden benötigt.

Je dicker der Span sein soll, umso mehr Lagen Klebeband werden benötigt.

Das Klebeband muss auch um die Vorder- und Hinterkante der Hobelsohle gezogen werden.

Das Klebeband muss auch um die Vorder- und Hinterkante der Hobelsohle gezogen werden.

Jetzt kann zügig gehobelt werden.

Jetzt kann zügig gehobelt werden.

Bei dieser Methode muss man folgendes Beachten:

  • Man braucht ein robustes, dickes und glattes Klebeband
  • Die Stärke der Klebeband-Auflage muss dem Schneidenüberstand des Hobeleisens zur Sohle, also der Spandicke entsprechen
  • Das Klebeband muss lang genug sein und vorne und hinten an der Hobelsohle auch etwas hochgezogen werden. Tut man das nicht, kann sich das Band beim Hobeln lösen.
  • Das Klebeband muss irgendwann gewechselt werden, da es sich abnutzt.
So sieht das Klebeband nach etwa 30 Metern gehobelter Kante aus.

So sieht das Klebeband nach etwa 30 Metern gehobelter Kante aus.

 

Das Prinzip ist ja recht einfach, so einfach, dass es mich wundert, dass es so einen Hobel scheinbar nicht fertig zu kaufen gibt. Zumindest nicht für dickere Massivholzkanten, Schließlich gibt es ja für alle möglichen Anwendungen Spezialhobel. Vielleicht gibt es aber auch so etwas und ich habe es bisher nur nicht gesehen. Wenn Ihnen sowas schon mal untergekommen ist, würde ich mich über einen Link zum Hersteller freuen.

Und wie machen Sie Ihre Kanten bündig? Manuell, mit der Kanten/ Oberfräse, am Frästisch, auf der Tischfräse? Vielleicht auch ganz anders. Schreiben Sie es doch einfach mal in die Kommentare.

So soll es aussehen: Die Kante ist bündig, die Oberfläche unbeschädigt.

So soll es aussehen: Die Kante ist bündig, die Oberfläche unbeschädigt.

Links:

Eine Lanze für die Tischlerplatte:
http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Eine-Lanze-fuer-die-Tischlerplatte

7 Wege zu bündigen Massivholzkanten von Veronika Zenz:

http://www.holzwerken.net/Blog/Veronika-Zenz/7-Wege-zu-buendigen-Massivholzkanten 

Ran an die Kanten:

http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Ran-an-die-Kanten

Blickfang Holz

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Werkstatt-Kurs - Blickfang Holz

Mit dem eigenen Möbelprojekt einen Akzent setzen, Blicke einfangen, ungewöhnliche Holzoberflächen kreieren und gestalten - das ist Gegenstand dieses Video-Kurses mit Stefan Böning. Neben den Grundlagen, wie dem Ausbessern von Holzfehlern, dem Oberflächenschutz und dem Messen der Holzfeuchte werden Schleiflösungen für unterschiedliche Anwendungen vorgestellt. Der Autor zeigt verschiedene Ansätze, einen Blickfang zu schaffen: 1. Glatt kann jeder! Durch den Einsatz von unterschiedlichen Hand- und Elektrowerkzeugen wird aus einer gewöhnlichen glatten Fläche eine außergewöhnlich strukturierte, gestoßene, behauene, sägeraue oder gewellte Oberfläche. 2. Die Geschlossenheit und Einheitlichkeit der Oberfläche wird aufgebrochen. Durch Rastern, Öffnungen und die entsprechende Einfassung von unterschiedlich akzentuierten Oberflächen lassen sich einmalige Oberflächeneffekte erzielen. Hilfsmittel wie spezielle Bohrer, Frässchablonen und nicht alltägliche Fräser schaffen weitere Möglichkeiten, Akzente zu setzen.

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1 Kommentare

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06. Mrz 2018

Hallo Heiko, was ist mit diesem Hobel:https://www.lie-nielsen.com/product/skew-block-plane-left ? Du kannst die Seitenführung unterhalb der Hobelsohle verstellen. Allein die Auflagefläche ist beim Bündighobeln gering, Dafür hast Du aber die stabile Seitenführung. Gruß Uwe

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