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Schnitzen

Schnitzen: Montag, 3. Dezember 2012

Vorausschauende Holzauswahl

Wer größere Figuren schnitzen will, unterwirft sich in besonderem Maße der Laune des Holzes. Ein genauer Blick auf den Rohling ist wichtig, um ebenso böse wie ärgerliche und teure Überraschungen zu umgehen.

Ein kleiner, unscheinbarer Ast, dort oben im Bild? Von wegen! Der Aufschnitt rechts zeigt, wie tückisch er verläuft. Jeder Schnitzer hätte mit diesem Rohling eine ärgerliche Überraschung erlebt.

Ein kleiner, unscheinbarer Ast, dort oben im Bild? Von wegen! Der Aufschnitt rechts zeigt, wie tückisch er verläuft. Jeder Schnitzer hätte mit diesem Rohling eine ärgerliche Überraschung erlebt.

Gehen Sie jedem Ast aus dem Weg

Denn je näher der Querschnitt des Rohlings einem Quadrat nahe kommt, desto schwieriger lässt sich vorhersehen, was in seinem Inneren steckt. Der erste Blick prüft natürlich auf sichtbare Risse und unerwünschte Verfär-

bungen. Solche Kanteln wandern unmittelbar an die Seite. Bei Ästen wird es allerdings schon schwieriger, denn es scheint nicht vorhersehbar, wohin ein an der Oberfläche sichtbarer Ast in der Tiefe des Holzes strebt.

Dabei ist das mit ein wenig Grundwissen über die Natur der Bäume keine allzu große Kunst: Ein Blick auf die Jahresringe an den Hirnenden verrät viel. Äste laufen in aller Regel zum Kern ihres Baumstammes hin. Und sie kreuzen daher auf ihrem Weg zur Stamm-Mitte die Jahresringe in einem annähernd rechten Winkel. Aus der Lage des Astes an der Kantel-Oberfläche und dem Verlauf der Jahresringe lässt sich die Spur der schadhaften Stelle in Gedanken durch das Holz verfolgen. Liegt der Ast bei der geplanten Skulptur im Weg, dann sollten Sie die Finger davon lassen. Vor allem harmlos aussehende Äste, die an einer Kante liegen, können sich übrigens als besonders tückisch erweisen: Sie laufen mitunter auf der längsten möglichen Strecke diagonal durchs Holz und zerstören so fast alle gestalterischen Möglichkeiten.

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